FUSSBALL

Ein verlorenes Fußballjahr

thg; 24.06.2026, 15:00 Uhr
Fotos: Thomas Giesen --- Mit der Niederlage gegen den Ligaprimus SV Bergisch Gladbach sanken die Chancen für Eintracht Hohkeppel, doch noch in die Regionalliga aufzusteigen, erheblich.
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Ein verlorenes Fußballjahr

thg; 24.06.2026, 15:00 Uhr
​​​​​​​Lindlar – Die Fußballer von Eintracht Hohkeppel waren maximal ambitioniert in die Mittelrheinligasaison gestartet, doch erneut prägten Turbulenzen die Spielzeit – Den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga verpasste das Team und musste dem SV Bergisch Gladbach gratulieren – OA sprach mit Hohkeppels Sportdirektor Kevin Theisen über ein verlorenes Fußballjahr.

Von Thomas Giesen

 

Die Hohkeppeler wollten noch einmal ganz von vorne anfangen. Nach dem langersehnten Aufstieg in die Regionalliga erlebte die Eintracht im Fußballjahr 2024/25 eine von Enttäuschungen und Problemen durchsetzte Spielzeit in der vierten Liga. Nach zwei Trainerentlassungen und einer Wechselflut auf Spielerseite stieg man nach nur einer Saison sang- und klanglos wieder ab. Und so stellten die Klubverantwortlichen wieder alles auf null, tauschten beinahe den gesamten Kader aus und installierten mit Pablo Gonzalez-Huerta einen jungen und ambitionierten Trainer mit Vorschusslorbeeren. Der Spanier brachte Erfahrung aus dem Jugendbereich mit und schien genau der richtige Typ für den Neuaufbau zu sein, denn die Hohkeppeler hatten ihre Transferstrategie geändert. Weg von etablierten Spielern über 30 Jahren und hin zu talentierten Jungspunden.

 

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Keine zwei Monate dauerte das Experiment, dann war Gonzalez-Huerta schon wieder Geschichte. „Die Vorbereitung ist einfach unterirdisch gelaufen. Wir haben schnell gemerkt, dass Mannschaft und Trainer nicht harmonieren. Normalerweise nutzt man die Vorbereitung dazu, dass man ein Team wird, aber das hat nicht funktioniert. Die logische Konsequenz war die Trennung und das war die beste Entscheidung für alle, auch wenn das erstmal wehgetan hat“, erklärt Hohkeppels Sportdirektor Kevin Theisen, warum man noch vor der Saisoneröffnung den Stecker zog. „Die Auswirkungen der schlechten Vorbereitung hat in der Hinrunde dann auch ihre Wirkung gezeigt, erst gegen Ende des Jahres wurde es besser, auch wenn nicht alles optimal war“, so Theisen weiter.

 

Die Euphorie des Neuanfangs war also schnell verflogen und man sah sich erneut unter Zugzwang. Mit Abdullah Keseroglu verpflichtete man schließlich einen alten Bekannten der Eintracht, der zu diesem Zeitpunkt noch beim Mittelrheinligakonkurrenten FC Pesch in Diensten stand. Der damals 37-Jährige hatte bereits eine gemeinsame Historie mit den Hohkeppelern, war seit 2019 schon einmal dreieinhalb Jahre Cheftrainer und führte die Eintracht von der Bezirksliga in die Mittelrheinliga. Keseroglu stieg erst am dritten Spieltag ein und kassierte gleich eine Niederlage gegen Merten und auch anschließend kamen die Hohkeppeler zunächst nicht ins Rollen.

 

[Für Trainer Abdullah Keseroglu war nach einer Katastrophenwoche mit Niederlagen gegen Bergisch Gladbach und Wegberg-Beeck die Reise mit den Hohkeppelern schon wieder zu Ende.]

 

Mit dem 3:1-Erfolg beim TuS Königsdorf war der dann aber offenbar der Knoten geplatzt. Vier Siege bis zur Winterpause folgten und nach dem Jahreswechsel baute die Eintracht ihre Siegesserie auf neun Erfolge in Serie aus. Man schien auf Kurs, den bis dato als Tabellenführer durch die Saison gehenden SV Bergisch Gladbach auf der Zielgeraden doch noch einzuholen, doch ausgerechnet im direkten Duell riss die Serie. Auf eigenem Platz führte man zur Pause bereits mit 2:0 und sah sich vielleicht als schon neuen Ligaprimus, dann folgte der Schock. 2:4 hieß es nach 90 Minuten und alle Mühen der vergangenen Monate waren umsonst gewesen. Es folgte eine Katastrophenwoche: Eine Vielzahl von Ausfällen hatte das Hohkeppeler Aufgebot zu diesem Zeitpunkt stark geschwächt und nur wenige Tage später verlor man im Mittelrheinpokal gegen den Drittligisten Viktoria Köln, am folgenden Sonntag beim FC Wegberg-Beeck und der Aufstieg war in weite Ferne gerückt.

 

Völlig überraschend trennte man sich nur einen Tag später von Keseroglu und ersetzte den Coach durch Giuseppe Brunetto, der zuvor die Reserve trainiert hatte. Fehlendes Vertrauen in den Trainer wurde als Grund angegeben und der Klub griff nach dem letzten Strohhalm, um vielleicht doch noch den Aufstieg anzugreifen. „Das Spiel gegen Bergisch Gladbach war der Knackpunkt. Auch wenn es am Ende für uns nicht gereicht hat, war es die richtige Entscheidung. Auch wenn wir eine Zeit lang sehr gute Ergebnisse hatten, war nicht alles zufriedenstellend. Wir haben nach dem Trainerwechsel strukturierter Fußball gespielt und haben auch gute Ergebnisse erzielt. Aber wir sind die ganze Zeit der Musik hinterhergelaufen“, erinnert sich Theisen.

 

Sieben Siege, ein Unentschieden gegen formstarke Siegburger, aber auch eine Niederlage beim Aufsteiger aus Bornheim folgten und schlussendlich verpasste man den Meistertitel um drei Zähler. Für die Hohkeppeler heißt das, erneut von vorne anfangen zu müssen, um sich den Traum von der Regionalliga zu erfüllen. Ein kompletter Neuanfang wird diesmal aber wohl ausbleiben. „Wir werden ein Grundgerüst des Kaders behalten und setzen weiterhin auf junge Spieler. Wir glauben, dass es in der nächsten Vorbereitung besser laufen wird und wir vieles besser machen werden als in der vergangenen Saison. Vor allen Dingen, mehr Punkte zu holen“, meint Sportdirektor Kevin Theisen. Wer das Team als Cheftrainer durch die Vorbereitung und in die neue Spielzeit führen soll, wurde noch nicht vermeldet. Das soll aber in Kürze nachgeholt werden. Auch über die Neuzugänge soll in den nächsten Tagen Klarheit herrschen.

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