Gummersbach - Von einer „Schnapsidee“ zur Gründung eines neuen Fußballvereins: Der SV Azadi Gummersbach möchte zur kommenden Saison am Spielbetrieb im Kreis Berg teilnehmen - Andreas Bujock übernimmt den Posten des 1. Vorsitzenden - Spielstätte ist der Ascheplatz in Windhagen.
In der Gerüchteküche brodelte es seit längerem, nun ist es offiziell. Auf der Fußball-Landkarte in der Kreisstadt taucht ab der nächsten Saison mit dem SV Azadi Gummersbach ein neuer Name auf. Die Triebfedern hinter dem Projekt sind Andreas Bujock (früher unter anderem Trainer bei der DJK Gummersbach und bei der SpVg. Dümmlinghausen-Bernberg) und sein langjähriger Weggefährte Rebar Ismaail.
Die Gründungsversammlung ist bereits erfolgreich über die Bühne gegangen, ein geschäftsführender Vorstand in Amt und Würden. Bujock wird als 1. Vorsitzender und Trainer in Personalunion fungieren, während Ismaail den Posten den 2. Vorsitzenden übernimmt. Ebenso besetzt sind die anderen Posten im administrativen Bereich (Geschäftsführer, Kassiererin und DFBnet-Admin). Nach Klärung aller bürokratischen Belange und Regularien wurde der Vorstand des Fußballkreises darüber in Kenntnis gesetzt, dass man sich zur kommenden Spielzeit für den Spielbetrieb anmelden möchte.
Vor etwa einem Jahr, kurz nachdem sich die Dümmlinghauser von Bujock und fast 20 Fußballern getrennt hatten, wurde über die „Schnapsidee“ (Bujock) erstmals intensiver nachgedacht. „Viele Spieler haben aus Jux gesagt, dass wir einen eigenen Verein gründen sollten, weil wir ein Team waren, wo es allen mega Spaß gemacht hat und wir eine sehr gute Kameradschaft und einen sehr guten Zusammenhalt hatten. Rebar war der Initiator und direkt Feuer und Flamme. Ich habe mich von ihm anstecken lassen und ihm gesagt, dass ich dabei bin“, erklärt Andreas Bujock im Gespräch mit Oberberg-Aktuell.
Das Duo wagte schon zur Saison 2025/2026 einen Vorstoß zur Vereinsgründung, doch es ließ sich keine Spielstätte finden. „Wir haben mit einigen Vereinen gesprochen, ob wir ihren Platz anmieten können, haben aber aus unterschiedlichen Gründen Absagen erhalten“, berichtet Bujock.
Schließlich nahm man Kontakt zum FC Windhagen auf, der keine Mannschaft im regulären Spielbetrieb stellt. Nach mehreren Gesprächen mit dem FCW-Vorsitzenden Oliver Kind erhielten Ismaail und Bujock grünes Licht, dass die Azadi-Kicker auf dem Windhagener Platz spielen und trainieren können. Die Gummersbacher Stadtverwaltung habe laut Bujock ebenfalls ihr Einverständnis gegeben.
Der fehlende Kunstrasen - die Anlage verfügt über einen der letzten Ascheplätze im Fußballkreis Berg - scheint kein Hindernis zu sein, wie Bujock versichert. „Wir hatten vorab Kontakt mit einigen Spielern aufgenommen, ob sie sich vorstellen könnten, auch auf Asche zu spielen, und die Resonanz war überraschend positiv“, betont er.
Als neu gegründeter Verein wird es ganz unten, sprich in der Kreisliga D, losgehen. Trotzdem haben sich nach Angaben von Bujock schon 20 Spieler gemeldet, die sich dem SV Azadi – übersetzt: „Freiheit“ - anschließend wollen. „Nach aktuellem Stand werden wir mit einer Seniorenmannschaft starten. Wenn der Zulauf größer werden sollte, könnten wir uns auch vorstellen, eine zweite Mannschaft zu melden. Wer Interesse hat, kann Rebar oder mich gerne kontaktieren“, erläutert Bujock.
Das Ziel sei, den Klub nach der Aufbauphase kontinuierlich weiterzuentwickeln bzw. dauerhaft zu etablieren. „Wir wollen den Verein ruhig und harmonisch führen, ohne dass wir irgendwelche negativen Schlagzeilen oder Ereignisse erleben“, hofft Bujock auf einen reibungslosen Start für das Projekt.