FUSSBALL
Dreiner hofft auf das Ende der Mini-Krise
Oberberg - Wegen des Platzumbaus spielt der SVF zum vorerst letzten Mal in der heimischen ONI-Arena - Wipperfürther reist zu taumelnden Flittardern – Sieglose Lindlarer gegen Primus DJK Südwest Köln krasser Außenseiter - Hohkeppel II trifft auf torhungrigen HSV.
Vorschau Bezirksliga (7. Spieltag)
SpVg. Flittard – VfR Wipperfürth (Sonntag, 15:30 Uhr).
Es fehlt: Theo Kruschinski.
Einsatz fraglich: Luis Zapp, Enrico Januschewski, Raul Yorganci, Niklas Jung, Mats Heinzemann. Julian Dewald.
Zum Spiel: Der VfR Wipperfürth ging in der englischen Woche zweimal unglücklich als Verlierer vom Platz. Erst unterlag die Elf von Norbert Scheider im Pokalduell gegen Jan Wellem Bergisch Gladbach nach einem intensiven Schlagabtausch im Elfmeterschießen, dann entführte die Reserve des FC Hürth drei Punkte von den Ohler Wiesen. Sam Kirschsieper hatte die Hansestädter nach einer Einzelleistung in Führung gebracht, doch die Gäste schlugen in der Schlussphase der Partie zweimal eiskalt zu und drehten den Spieß um.
Am Ende war es vor allem eine Kraftfrage für die ausgepumpten VfR-Kicker, doch nicht nur das: „Wir haben am Dienstag auch darüber gesprochen, was gegen Hürth nicht so gut gelaufen ist. Klar haben die Körner gefehlt, aber wir hätten das Verschieben in der Defensive auch besser koordinieren müssen, um länger die Null zu halten. Außerdem haben wir unsere Konter nicht gut ausgespielt. Wenn wir in Überzahl auf die gegnerische Kette zulaufen, muss zumindest ein Torabschluss herauskommen“, schildert Scheider. Ins letzte Detail konnte der Coach im Rahmen der Einheit indes nicht gehen. Aufgrund beruflicher Absenzen und einer kleinen Krankheitswelle innerhalb des Teams waren gerade einmal zwölf Akteure beim Training. „Das hat es bei uns schon lange nicht mehr gegeben“, so Scheider.
Der kommende Gegner hat derweil viel gravierendere Probleme: Die SpVg. Flittard musste sich im Juni aus der Landesliga verabschieden und hatte einen XXL-Umbruch zu verkraften. Dies scheint nicht ohne Qualitätsverlust vonstattengegangen zu sein. Die Hausherren sind mit drei Punkten Vorletzter und haben schon einige deftige Ohrfeigen kassiert. Negativer Höhepunkt war die 0:10-Schmach gegen den Heiligenhauser SV am vergangenen Sonntag.
Diese Mega-Klatsche macht es für die Wipperfürther sicherlich nicht einfacher. „Flittard wird Wiedergutmachung betreiben wollen. Wir müssen daher mit dem richtigen Biss und der nötigen Konzentration an die Aufgabe heran gehen“, ist Scheider gespannt, wie sich die Kölner nach der Gegentorflut der letzten Wochen taktisch formieren. „Wenn sie tief stehen sollten, müssen wir eine gute Restverteidigung haben, damit wir nicht ausgekontert werden. Umgekehrt müssen wir bei unseren Kontern konzentrierter sein“, fordert der Trainer.
Felix Schymatzek ist nach seiner Gelb-Rot-Sperre aus dem Pokal wieder mit dabei, dafür steht gleich hinter sechs Fußballern ein mehr oder weniger großes Fragezeichen hinsichtlich eines Einsatzes am Wochenende. (lo)
SV Frielingsdorf – SV Deutz 05 II (Sonntag, 15:15 Uhr).
Es fehlen: Marvin Bieg, Justin Ufer, Lukas Borkes, Luca Everding, Yannick Blumberg.
Einsatz fraglich: Philipp Schmidt, Leon Schmidtke, Niklas Grumann, Jannis Everding.
Zum Spiel: Der SV Frielingsdorf trägt am Sonntag sein vorerst letztes Heimmatch aus. Ab Anfang kommender Woche wird der Kunstrasen in der ONI-Arena saniert, sodass alle Teams des SVF für etwa zwei Monate in der Nachbarschaft trainieren und spielen werden. Die 1. Mannschaft zieht auf die Anlage des VfL Berghausen um, mit dem man schon seit vielen Jahren im Jugendbereich kooperiert. „Dafür sind wir sehr dankbar“, schickt Coach Andy Dreiner einen freundlichen Gruß „über den Berg“.
In der Teambesprechung am Dienstag galt es die schwache Vorstellung beim jüngsten 0:4 gegen Bergfried Leverkusen aufzuarbeiten. „Mir war es wichtig, dass man darüber noch einmal spricht und auch mal von den Jungs hört, woran es zurzeit hapert“, so Dreiner, der dank moderner Videotechnik ein paar Spielsequenzen präsentierte. Und die machten deutlich, dass die Frielingsdorfer am vergangenen Sonntag nicht das gewohnte Level erreichten.
Zum Teil war der schlechte Auftritt mit den Personalproblemen zu erklären, aber eben nicht ausschließlich. „Bei uns ist es so: Wenn wir 100 Prozent abrufen, können wir fast jedem Gegner in dieser Liga wehtun, aber mit so einer Leistung wie in der ersten Halbzeit gegen Bergfried können wir auch gegen jeden verlieren. Es geht um die Basics. Uns hat in den letzten anderthalb Jahren stark gemacht, dass wir ein Top-Kollektiv und füreinander marschiert sind“, betont Dreiner, der nach zwei Niederlagen am Stück nun gegen die Reserve des SV Deutz 05 auf die Wende hofft.
„Wir wollen gemeinsam aus dieser kleinen Krise herauskommen und damit gegen Deutz beginnen“, hebt der Trainer hervor. Die Gäste haben am letzten Spieltag im Kellerduell gegen Hohkeppel II ihren ersten Saisonsieg eingefahren und vier Zähler auf dem Konto. „Wir tun gut daran, am Sonntag Punkte zu sammeln, zumal die nächsten Wochen knackig werden“, sagt Dreiner angesichts des anstehenden Programms, wo unter anderem die Derbys gegen Wipperfürth, Heiligenhaus und Hoffnungsthal warten, sowie der Tatsache, dass man wegen des Platzumbaus wahrscheinlich alle Ligapartien vor der Winterpause auswärts bestreiten muss.
In personeller Hinsicht hellt sich die Lage etwas auf: Die Stürmer Niklas Yegin (nach Verletzung) und Leon Dema (nach Sperre) kehren zurück, ferner das Trio Jonathan Schmidt, Frederik Orbach und Maurice Häger. Allerdings steht bei den fraglichen Kandidaten Philipp Schmidt, Niklas Grumann und Jannis Everding ein Ausfall im Raum. Auch Keeper Leon Schmidtke ist angeschlagen. Die Rotsünder Justin Ufer und Marvin Bieg müssen jeweils noch zwei Spiele zuschauen. (lo)
TuS Lindlar – DJK Südwest Köln (Sonntag, 15:15 Uhr).
Es fehlen: Marc Bruch, Roberto Bruni, Fabio Römer, Marius Mukherjee, Tim Schmitz.
Einsatz fraglich: Max Frangenberg.
Zum Spiel: Größer könnten die Gegensätze im Volksbank-Parkstadion nicht sein: Auf der einen Seite das sieglose Schlusslicht mit dem zweitschwächsten Angriff der Liga, auf der anderen der ungeschlagene Tabellenführer mit der fast perfekten Ausbeute von 16 Punkten aus sechs Spielen, der zweitgefährlichsten Offensive (23 Tore) und der sichersten Abwehr (acht Gegentreffer). Der TuS Lindlar geht als krasser Außenseiter in Begegnung gegen DJK Südwest Köln. Wenn es die Option gäbe, auf diese Partie zu wetten, würde die Quote für einen Heimdreier sehr hoch ausfallen.
„Am Sonntag erwartet niemand etwas von uns“, weiß denn auch Marcel Besgen vom TuS-Trainerteam die Rollenverteilung realistisch einzuschätzen. Zu verschenken haben die Hausherren aber nichts. „Das Wichtige für den Kopf ist – und das müssen wir auch dem Gegner zeigen -, trotzdem auf den Platz zu gehen und an einen Sieg zu glauben“, so Besgen weiter. Der Aufsteiger wartet zwar weiterhin auf den Premieren-Erfolg, war aber zuletzt beim 2:2 gegen Schwarz-Weiß Köln nah dran. Erst in der Schlussminute trafen die Domstädter zum Ausgleich.
Nimmt man die positiven Auftritte gegen die Topteams Jan Wellem (2:4) und Hoffnungsthal (2:2) hinzu, besteht zumindest ein wenig Hoffnung auf eine Überraschung – wenn Grün-Weiß es schafft, die offensive Wucht, die Südwest zu entwickeln vermag, einzudämmen und gleichzeitig mutig den Weg nach vorne zu suchen. Besgen: „Wenn wir uns nur hinten einigeln, wird es nicht reichen. Wir müssen schon für Entlastung sorgen – und unsere Chancen besser nutzen. Gegen Schwarz-Weiß Köln haben wir uns viele Möglichkeiten herausgespielt, aber auch zu viel liegen lassen.“
Marc Bruch wird das Duell mit dem Primus aus beruflichen Gründen verpassen, dafür steht Niko Schachow wieder im Aufgebot. Max Frangenberg muss eventuell wegen Rückenproblemen passen. (lo)
Eintracht Hohkeppel II – Heiligenhauser SV (Sonntag, 13 Uhr).
Es fehlt: Ali Elyaqine.
Zum Spiel: Bei der Zweitvertretung von Eintracht Hohkeppel läuft es derzeit alles andere als rund. Nach der vierten Saisonniederlage und 17 Gegentoren in drei Spielen trennten sich die Wege von Trainer Jessy Muambay und der Eintracht. Ein neuer Trainer sollte am vergangenen Dienstag vorgestellt werden. Beim jüngsten Spiel bei der Reserve des SV Deutz saß bereits der neue Co-Trainer Fadi Jfeili auf der Bank und musste zusehen, wie die Hohkeppeler die nächste Niederlage einsteckten.
Diesmal hielt man immerhin die Höhe im Rahmen und unterlag mit 0:1. Ein kleiner Fortschritt, doch es brennt offenbar an weiteren Ecken. In Deutz hatte Jfeili keinen einzigen Feldspieler auf der Bank. Kurz vor dem Ende der Begegnung sah dann auch noch Kapitän Ali Elyaqine nach wiederholtem Foulspiel die gelb-rote Karte und steht damit auch beim nächsten Heimspiel gegen Heiligenhaus nicht zur Verfügung. Wer dann als Chefcoach die Mannschaft führen soll, ist weiterhin unklar. Am Dienstag wurde jedenfalls kein neuer Übungsleiter präsentiert.
Dass es die Hohkeppeler gegen den HSV leichter haben könnten als gegen die SVD-Zweitvertretung, die sich ebenfalls in der Abstiegszone befindet, ist nicht zu erwarten. Der aktuelle Tabellenfünfte zeigte sich jüngst in Topform und fegte die SpVg. Flittard mit 10:0 vom Platz. (thg)