FUSSBALL
Die Saison der verpassten Möglichkeiten
Nümbrecht – Nach zwei Jahren musste sich die Frauenmannschaft des TuS Homburg-Bröltal aus der Mittelrheinliga verabschieden – Eine schwache Chancenverwertung und die chronische Auswärtsschwäche kosteten den Klassenerhalt.
Das Abenteuer Mittelrheinliga ist nach zwei Saisons vorerst beendet. Die Frauenmannschaft des TuS Homburg-Bröltal hat es nach der Last-Minute-Rettung im Vorjahr diesmal nicht gepackt. Zwar belegte man vor dem letzten Spieltag noch einen Nichtabstiegsplatz, doch während der THB zu Hause dem Vizemeister Alemannia Aachen unterlag, erledigte Konkurrent SV Menden seine Hausaufgaben und schob sich auf den letzten Drücker vorbei.
Ein Happy End blieb dem Team von Coach Mats Bollmann also vergönnt, dass es eine komplizierte Spielzeit werden würde, hatte er aber schon vor der Meisterschaftsrunde prognostiziert. „Es hat sich bewahrheitet, dass das zweite Jahr als Aufsteiger schwieriger ist. Wir hatten mit Anita Harder und Franziska Plavac zwei Abgänge, die – trotz der Riesenqualität, die unsere Neuzugänge hatten – nicht 1:1 zu ersetzen waren“, sagt Bollmann.
Dass man sich allerdings von Beginn an im Tabellenkeller wiederfand, hing nicht nur mit diesen beiden Personalien zusammen. Es benötigte seine Zeit, bis die Mannschaft die Anpassungen des Spielsystems verinnerlicht hatte. Das 1:8 gegen Allner-Bödingen am 3. Spieltag wirkte schon wie ein Warnschuss. Zwar stabilisierte man sich in der Folge, doch gelang es häufig nicht, sich mit Zählbarem zu belohnen – trotz attraktiver Spielweise.
„Ich denke schon, dass wir fußballerisch einen großen Schritt nach vorne gemacht haben, nachdem der Fokus in der ersten Mittelrheinliga-Saison auf der Defensive lag. Leider hatten wir viele Spiele dabei, wo wir uns auf einen offenen Schlagabtausch mit dem Gegner eingelassen haben. Und da haben wir meistens den Kürzeren gezogen“, so Bollmann. Speziell nach der Winterpause wurde die schwache Chancenverwertung zum Thema, zugleich punktete man zu selten in den Duellen gegen die direkten Konkurrenten. Sinnbildlich dafür stand die 1:2-Niederlage gegen den späteren Mitabsteiger Bergfried Leverkusen. In der Hinrunde hatte Bröltal gegen den bis dahin punktlosen TuS Jüngersdorf-Stütgerloch verloren.
„Und im Gegensatz zu der Saison davor ist es uns nicht gelungen, Big Points gegen die Mannschaften von oben zu holen“, ergänzt Bollmann. Dennoch sei man überzeugt gewesen, die Klasse halten zu können. Doch den positiven Erlebnissen (8:1 gegen Jüngersdorf-Stütgerloch, 3:1 gegen Merl) folgten direkt bittere Rückschläge. Die chronische Auswärtsschwäche (in zehn von elf Partien in der Fremde ging Bröltal mit leeren Händen vom Platz) tat ihr Übriges.
„Ich bleibe trotzdem dabei, dass wir uns nicht wie ein Absteiger präsentiert haben. Wir haben schönen Fußball gespielt, der aber leider nicht effektiv war. Und es wurde fast jeder Fehler, den wir gemacht haben, bestraft“, erklärt der Coach, der in puncto Einsatzwillen nichts zu bekritteln hat. „Die Mädels haben unglaublich viel investiert und haben hart gearbeitet. Deshalb ist es einfach schade, dass wir es nicht geschafft haben.“ Als kleines Trostpflaster diente der erneute Gewinn des Kreispokals.
Nach dem Abstieg wird es einen kleinen Umbruch geben. So gehen mit Ilka Lang (Wechsel zum Regionalligisten Vorwärts Spoho Köln) sowie Blerina Asani und Laney Schulze-Edinghausen (beide Pause) drei unumstrittene Stammkräfte von Bord. Malina Scheske möchte ebenfalls pausieren und Anisa Mekaoui tritt berufsbedingt kürzer.
Als Neuzugänge stehen bislang Leni Beien (DJK Südwest Köln U17) und Sabina Barke (FC Wiedenest-Othetal) fest, Lina Meiers und Franziska Plavac werden im Kader zurückerwartet. Zudem kommt es zu einem Wechsel auf der Trainerbank: Bollmann übernimmt das 1. Herrenteam des THB, sein Nachfolger wird Ralph Philippi. Ein zweiter Übungsleiter soll noch hinzustoßen. Bollmann: „Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft, die ein verschworener Haufen ist, in der Landesliga eine gute Rolle spielen wird. Ich möchte mich bei den Mädels für die tollen zwei Jahre und das, was sie geleistet haben, bedanken.“