FUSSBALL
Die nächste Reise um den halben Globus
Oberberg - Bernd Hannes aus Denklingen wurde erneut für den WM-Kader der Ü70-Nationalmannschaft nominiert - Mit Peter Siebert ist ein zweiter Oberberger mit dabei - Titelkämpfe finden im Oktober im australischen Brisbane statt.
Diesmal also Australien. Für Bernd Hannes, Fußballer vom RS 19 Waldbröl, steht im Herbst wieder eine große Reise auf dem Programm. Der Denklinger gehört erneut zum Kader der deutschen U70-Nationalmannschaft an, die im Oktober in der Metropole im Nordosten des fünften Kontinents bei den inoffiziellen Weltmeisterschaften in dieser Altersklasse starten wird. Hannes, der in ein paar Tagen seinen 74. Geburtstag feiert, hatte bereits im vergangenen Jahr mit dem Nationalteam am so genannten World Cup in Tokio teilgenommen. Jetzt geht es bald nach „Down Under“.
„Japan war schon ein tolles Erlebnis, obwohl wir dort leider kein gutes Ergebnis erzielt haben. Dass ich jetzt auch noch nach Australien fahren darf, ist eine unglaubliche Sache“, so Hannes voller Vorfreunde. Aktuell ist er der älteste Spieler im Aufgebot, doch einen Platz hat er sicher – genauso wie Peter Siebert, der früher einmal für die 2. Mannschaft von TuRa Dieringhausen auf Torejagd gegangen ist und inzwischen für die Ü60plus-Auswahlmannschaft der SG Dahlem-Schmidtheim aus der Eifel spielt.
In Fernost mussten sich die Deutschen mit dem vorletzten Platz begnügen. Das möchten sie diesmal geraderücken. „Wir wollen auf jeden Fall besser abschneiden als beim letzten Mal“, betont Hannes. Gespielt wird in Brisbane in zwei Gruppen mit jeweils sechs Mannschaften. Zwei Spiele pro Tag stehen in dem ambitionierten Zeitplan auf dem Programm. Die Gruppenzweiten bestreiten das Spiel um den dritten Platz, die Gruppensieger spielen um den WM-Titel. Als amtierender Champion reist Wales an.
Es wird kein leichtes Unterfangen, einen der vorderen Ränge zu belegen, wobei die Vorbereitung auf das Turnier fast schon generalstabsmäßig abläuft. Seit Januar kümmert sich ein Team rund um die DFB-A-Lizenz-Trainer Stefan Stuckenberg und Marek Wanik um die Ü70- und die Ü75-Nationalmannschaften (letztere durfte in Japan im Übrigen den Sieg bejubeln). Spieler aus inzwischen acht DFB-Landesverbänden treffen sich mindestens einmal im Monat an wechselnden Trainingsorten zu Vorbereitungs-Camps und Testspielen. Vorläufiger Höhepunkt war ein mehrtägiges Trainingslager im polnischen Jarocin bei Posen.
Mitte Juli findet für die Ü70 in Großefehn/Ostfriesland erstmals ein Einladungsturnier, der sogenannte „Nord-Cup“, statt. Sechs Mannschaften aus ganz Deutschland werden dort gegeneinander antreten. Anfang September ist dann noch ein weiteres Trainingslager in der niedersächsischen NFV-Akademie in Barsinghausen geplant.
„Das Pensum ist auf jeden Fall gestiegen und alles noch ein bisschen professioneller aufgestellt als vorher. Man merkt, dass es allen großen Spaß macht“, erklärt Hannes. Die Veteranenkicker werden hauptsächlich durch Sponsoren unterstützt, müssen aber beispielsweise die Kosten für den Flug selbst tragen. Das jedoch ist es Hannes allemal wert. „Dass ich mal irgendwann Japan und Australien besuchen kann, hätte ich mir niemals träumen lassen“, steht der Ü70-Nationalspieler vor seinem nächsten Trip in exotische Gefilde.