FUSSBALL
Derby-Gala des THB nach Nümbrechter Elfer-Fehlschuss
Oberberg - Der Tabellenführer schenkt dem Gemeindenachbarn acht Treffer ein - Wipperfürth lässt auf der Eichhardt nichts anbrennen - Lindlar kommt kampflos zu drei Punkten - Marienhagen ringt Immekeppel nieder - RS 19 gewinnt in Süng - Neustädter Remis gegen Altenberg - Bielstein verliert in Rösrath (AKTUALISIERT).
SSV Homburg-Nümbrecht II – TuS Homburg-Bröltal 0:8 (0:3).
Bis zehn Minuten vor dem Pausenpfiff war es ein Derby auf Augenhöhe. Beide Mannschaften agierten mehr, als dass sie reagierten. Ein nicht verwandelter Foulelfmeter leitete schließlich den Untergang für die Gastgeber ein: Nümbrechts Leihgabe aus dem Landesliga-Team, Dean-Robin Paes, schoss das Spielgerät aus elf Metern lediglich an die Torumrandung und weckte damit Tabellenprimus. „Das war der Knackpunkt“, sagte Gästecoach Nils Labitzke. „Danach haben wir jeden Fehler eiskalt bestraft.“
[Der THB schien dem Nachbarn immer einen Schritt voraus zu sein.]
Innerhalb von sechs Minuten stellten Aron Jungjohann und Jan Mortsiefer (2) bis zur Pause auf 0:3. Und auch nach dem Seitenwechsel gab sich der THB keine Blöße mehr. Mortsiefer, mit seinen Treffern drei und vier, sowie Niklas Ott, Bastian Sellau und erneut Jungjohann machten es mehr als deutlich. Die Nümbrechter blieb im zweiten Durchgang völlig blass und waren letztlich chancenlos. „Bröltal richtig heiß und wir haben einfach zu viele Fehler gemacht“, kritisierte SSV-Trainer Burkhard Graeve nach den 90 Minuten. Für den Spitzenreiter aus Bröltal war es nach dem 6:0 in der Vorwoche in Bergneustadt das zweite deutliche Signal an die Konkurrenz aus Lindlar und Wipperfürth.
Tore
0:1 Aron Jungjohann (38.), 0:2 Jan Mortsiefer (40.), 0:3 Jan Mortsiefer (44.), 0:4 Niklas Ott (52.), 0:5 Jan Mortsiefer (70.), 0:6 Bastian Sellau (77.), 0:7 Aron Jungjohann (80.), 0:8 Jan Mortsiefer (90. Foulelfmeter).
Besonderes Vorkommnis
Nümbrechts Dean-Robin Paes schießt einen Foulelfmeter über das Tor (35.).
[Markus Wagner (re.) und Mike Großberndt liefern sich einen intensiven Zweikampf.]
SSV Süng – RS 19 Waldbröl 1:2 (0:1).
„Wir haben kein gutes Fußballspiel gemacht“, bilanzierte Waldbröls Trainer Oliver Rempel nach der Begegnung. „Das war alles viel zu passiv und wir haben uns nicht genügend bewegt.“ Trotzdem ging seine Mannschaft durch einen Treffer von Marlon Held in Führung. Süngs David Strauß ließ allerdings kurz darauf die passende Antwort folgen. Nach der Pause kamen die Gastgeber etwas besser in Tritt, mussten aber den zweiten Treffer der Rasensportler durch Jan Krieger hinnehmen. Die Möglichkeit zum neuerlichen Ausgleich ließ Dennis Tebelius vom Punkt liegen. Waldbröls Torhüter Vincent Braun hatte die Ecke geahnt und konnte stark parieren. „Danach hat Süng gefightet und die zweite Luft bekommen. Am Ende können wir uns über einen glücklichen Sieg freuen“, stöhnte Rempel nach Spielschluss. Aus Sicht von Süngs sportlichem Leiter Florian Scharf wäre ein Unentschieden gerecht gewesen. „Die Niederlage ist schon extrem bitter. Die Jungs haben alles gegeben, aber leider hat es nicht gereicht.“
Tore
0:1 Marlon Held (21.), 1:1 David Strauß (27.), 1:2 Jan Krieger (68.).
Besonderes Vorkommnis
Süngs Dennis Tebelius scheitert mit einem Handelfmeter an Waldbröls Torhüter Vincent Braun (74.).
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[Für Burkhard Graeve endete das Derby gegen seinen Ex-Klub mit einem Alptraum.]
SV Altenberg – SSV Bergneustadt 2:2 (1:0).
Beide Mannschaften hatten nach den jeweils deutlichen Pleiten der Vorwoche die gleiche Marschroute herausgegeben: Safety first. „Spielerisch haben wir heute einiges vermissen lassen, aber dafür bin ich mit Kampf und Einsatzbereitschaft sehr zufrieden“, war Gästecoach Marcel Walker mit der Punkteteilung unterm Strich einverstanden. Nick Pawlik und Hakan Yagci trafen für den SSV, bei Altenberg waren Martin Vogler und Jan-Henrik Eich erfolgreich. „Bei uns hat ganz oft der letzte Pass gefehlt“, ärgerte sich SVA-Coach Alexander Herd. „In Summe trauern wir zwei verschenkten Punkten hinterher“, hätte er nach drei Niederlagen am Stück gerne mal wieder einen Dreier eingefahren.
Tore
1:0 Martin Vogler (41.), 1:1 Nick Pawlik (56.), 1:2 Hakan Yagci (80.), 2:2 Jan-Hendrik Eich (84.).
VfR Marienhagen – TuS Immekeppel 4:3 (2:1).
In einem insgesamt ausgeglichenen Spiel entschieden gut 20 Minuten nach der Pause die Partie, in denen bei Marienhagen fast alles gelang und die Gäste weitgehend im Tiefschlaf waren. „Es war das erwartet schwere Spiel“, sagte VfR-Coach Ingo Kippels. Nach dem Führungstor durch Radion Miller per Foulelfmeter und dem Ausgleich von Marc Kieslich traf Philipp Sulzer in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit sehenswert per direktem Freistoß in den Winkel. „Wir gehen sehr unglücklich mit dem Rückstand in die Pause und haben dann eine ganz schlechte Phase“, so Immekeppels Trainerin Helen Alfes. Radion Miller erneut per Foulelfmeter und Luca Schrabe trafen für die Hausherren. Alfes: „Die Mannschaft hat nach dem 4:1-Rückstand aber Moral bewiesen. Ein Punktgewinn wäre möglich gewesen.“ Die Tore von Marc Kieslich und Philipp Fabrizius hatten noch einmal Hoffnung geweckt, aber es blieb beim Sieg für die Heimmannschaft. „Uns hat heute insgesamt die Cleverness gefehlt“, so Alfes. Kippels sprach von einer guten und geschlossenen Mannschaftsleistung.
Tore
1:0 Radion Miller (21. Foulelfmeter), 1:1 Marc Kieslich (27.), 2:1 Philipp Sulzer (45.+2), 3:1 Radion Miller (53. Foulelfmeter), 4:1 Luca Schrabe (59.), 4:2 Marc Kieslich (72.), 4:3 Philipp Fabrizius (89.).
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[Nils Labitzke und seine Schützlinge sind nach der Winterpause perfekt aus den Startlöchern gekommen.]
Union Rösrath – BSV Bielstein 2:0 (2:0).
Die Fußballer von Union Rösrath feierten einen ungefährdeten und unspektakulären Heimsieg gegen Bielstein. „Es war eine klare Angelegenheit. Wir haben keine echten Torchancen des Gegners zugelassen. Vorne hätten wir es etwas konsequenter zu Ende spielen müssen“, so Trainer Sascha Brandenburg. Kevin Rautenberg erzielte beide Tore noch in der ersten Halbzeit. Die fehlende Durchschlagskraft bei den Gästen bestätigte Co-Trainer René van Lenten: „Das Ergebnis geht in Ordnung. Hinten haben wir gut gestanden. Das war positiv. Nach vorne ging aber nichts.“ Kurz nach der Pause verpassten die Gäste die beste Gelegenheit zum Anschlusstreffer.
Tore
1:0 Kevin Rautenberg (29.), 2:0 Kevin Rautenberg (44.).
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[Aron Jungjohann köpft zur Führung ein.]
FC Bensberg – Blau-Weiß Biesfeld 4:3 (3:1).
Bensberg ging als Favorit ins Spiel, machte sich aber selbst das Leben schwer und musste sich den Heimerfolg hart erarbeiten, wie Trainer Gabor Uhrmann berichtete: „Wir waren über 90 Minuten sehr fahrlässig und haben viele Fehler gemacht.“ Nach wenigen Minuten und zwei Großchancen hätte seine Mannschaft dennoch bereits mit ein oder zwei Toren führen können. Stattdessen schlugen die Gäste zu. „Danach haben wir eine gute Reaktion gezeigt.“ Bis zur Halbzeit erspielten sich die Hausherren eine 3:1-Führung. Im zweiten Durchgang gelang den Gästen zweimal der Anschlusstreffer, aber Bensberg brachte das Spiel am Ende in Unterzahl (Rot für Niklas Weyers) über die Ziellinie. „Wir haben verdient gewonnen, aber drei Gegentore sind zu viel“, so das Fazit von Uhrmann. Biesfelds Trainer Maurice Velten hätte ein Unentschieden als gerechtes Ergebnis empfunden: „Es war ein ausgeglichenes Spiel.“
Tore
0:1 Merlin Rabes (16.), 1:1 Anil Özkan (27.), 2:1 Christopher Kovacs (41.), 3:1 Dustin Sonntag (43.), 3:2 Marc Velten (60.), 4:2 Max Fußer (64.), 4:3 Nico Orth (68.).
Besonderes Vorkommnis
Rot gegen den Bensberger Niklas Weyer (76. grobes Foulspiel).
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[Jan Mortsiefer war gleich viermal erfolgreich - hier trifft artistisch mit dem Hinterkopf.]
FV Wiehl II – VfR Wipperfürth 0:4 (0:2).
„Ich brauch jetzt mal erst 'nen Kaffee und 'ne Bratwurst“, suchte Wiehls Trainer Michael Börger nach einer optimalen Lösung, um seinen Frust abzubauen. „Die Mannschaft hat jeden Biss vermissen lassen. Mit der Leistung von heute sehe ich schwarz“, zweifelt er mit weiteren solcher Vorstellungen seiner Mannschaft den Ligaverbleib ernsthaft an. Gegen den Favoriten hatte sich die Wiehler Zweitvertretung einiges vorgenommen, doch bereits nach fünf Minuten sorgte Sam Kirchsieper für den ersten Dämpfer. Den möglichen Ausgleich vergab Wiehls Kapitän Paul Ley vom Elfmeterpunkt: Er scheiterte mit einem Strafstoß an VfR-Goalie Phil Schmidt. Nur fünf Minuten später stellte Marlon Burger auf 0:2. Nach dem Wechsel kamen die Gastgeber mit viel Elan aus der Kabine, blieben allerdings vor dem Kasten zu harmlos. Wipperfürth agierte deutlich abgeklärter und erhöhte durch Kirschsieper und Julian Dewald. „Wir hatten unser letztes Spiel vor über zwei Wochen. Von daher war ich mit dem Auftritt meiner Mannschaft eigentlich zufrieden“, nahm Wipperfürths Trainer Giovanni Bernardo die drei Punkte gerne mit auf die Heimreise.
Tore
0:1 Sam Kirschsieper (5. Luis Zapp), 0:2 Marlon Burger (30.), 0:3 Sam Kirschsieper (83.), 0:4 Julian Dewald (90.+1).
Besonderes Vorkommnis
Wiehls Paul Ley scheitert mit einem Foulelfmeter an Wipperfürths Torhüter Phil Schmidt (25.).
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[Der Bröltaler Goalgetter bejubelten einen weiteren Treffer.]
TuS Lindlar – TV Klaswipper 2:0-Wertung (Nichtantritt).
Die Grippewelle ist inzwischen nach Klaswipper geschwappt, weshalb die Gäste die Partie gegen den Aufstiegsaspiranten absagten. Neben den erkrankten Akteuren fallen sieben Spieler verletzt aus, weshalb dem TVK laut Aussage des sportlichen Leiters Christian Strombach lediglich drei spielfähige Kicker zur Verfügung gestanden hätten. Vergangene Woche hatte bereits der SSV Süng die Begegnung gegen den VfR Wipperfürth aufgrund von Personalmangel nicht bestreiten können.

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