FUSSBALL

Der nächste Derbyknaller steht vor der Tür

lo, thg; 03.09.2026, 13:00 Uhr
Archivfoto: Michael Kleinjung --- In der ONI-Arena trafen Frielingsdorf und Lindlar im November 2023 in einem Ligaspiel aufeinander. Damals gewann der SVF vor 600 Zuschauern mit 2:1.
FUSSBALL

Der nächste Derbyknaller steht vor der Tür

lo, thg; 03.09.2026, 13:00 Uhr
Oberberg – Am Sonntag gastiert der TuS Lindlar zum Gemeindeduell in der Frielingsdorfer ONI-Arena – Wipperfürth spielt zu Hause gegen Ford Niehl – Schwere Auswärtsaufgabe für Hohkeppel II.

Vorschau Bezirksliga (2. Spieltag)

 

SV Frielingsdorf – TuS Lindlar (Sonntag, 15:15 Uhr).

 

Es fehlen: Marvin Cortes, Niklas Yegin, Laurin Schenk, Luca Everding, Yannick Blumberg – Marco Bong, Vesor Gashi, Roberto Bruni, Fabio Römer, Jack Devern, Luca Jansen, Marius Mukherjee, Tim Schmitz.

 

Einsatz fraglich: keiner - Ervin Novakaj.

 

Zum Spiel: Weiter geht die wilde Derbyfahrt zu Saisonbeginn. Nachdem der SV Frielingsdorf und der TuS Lindlar bereits am ersten Spieltag Lokalkracher-Luft geschnuppert haben, treffen die Rivalen nun vor wahrscheinlich großer Kulisse direkt aufeinander. In der Kreisliga A haben sich die Wege des Öfteren gekreuzt, der letzte Showdown in der Bezirksliga fand im April 2019 statt. Der TuS gewann seinerzeit mit 3:0, stieg aber nach einem dramatischen Finale am letzten Spieltag erstmals seit über fünf Jahrzehnten in die Kreisliga A ab. Ausgerechnet der SVF schob sich durch einen Sieg gegen den FC Bensberg vorbei und schickte den Nachbarn in die rote Zone. Nur eine von unzähligen Geschichten und Anekdoten, die sich um den Klassiker ranken.    

 

Vor dem Knaller in der ONI-Arena verfügen die Hausherren über die komfortablere Ausgangslage. Die Frielingsdorfer haben vergangene Woche mit dem 3:1-Erfolg gegen Hohkeppel II den ersten Dreier der neuen Spielzeit eingetütet. Aufseiten der Gäste wurde derweil bei der 0:4-Niederlage gegen den VfR Wipperfürth deutlich, dass noch viel Arbeit auf sie wartet. Wenige Tage zuvor hatte der Rücktritt von Trainer Arlind Oseku zusätzliche Unruhe erzeugt. Angesichts dieser Umstände dürfte die Favoritenrolle beim SVF liegen, doch davon will Trainer Andy Dreiner, der den Gegner bei der Pleite gegen Wipperfürth beobachten konnte, nichts hören.

 

„Wir müssen ausblenden, was am ersten Spieltag passiert ist. Gerade so ein Gemeindederby ist etwas völlig anderes und es spielen viele Faktoren mit herein. Wir stellen uns auf einen maximal heißen Tanz ein – wie immer gegen den TuS“, schildert Dreiner. Dass seine Mannschaft die unberechenbare Hürde gegen die neuformierte SVE-Reserve erfolgreich gemeistert hat, hat beim Übungsleiter für Zufriedenheit gesorgt. „Ich bin froh, dass wir gewonnen haben und mit einem guten Gefühl in das nächste Derby gehen können. Es war keine einfache Aufgabe in Hohkeppel, gegen eine fußballerisch gute Mannschaft, die sich vielleicht noch ein bisschen finden muss. Aber dort werden sich andere noch sehr schwertun.“

 

Aus seiner Sicht sei schwierig abzuschätzen, ob Lindlar nach den vier Gegentreffern zum Auftakt eine defensivere Ausrichtung wählen wird. „Letztlich geht es aber darum, auf uns zu schauen. Wir wollen mit viel Leidenschaft und hoher Intensität gegen und mit dem Ball ins Spiel gehen. Wir freuen uns auf das Derby und möchten die drei Punkte zu Hause behalten“, betont Dreiner, der, neben den Langzeitverletzten, auf Marvin Cortes sowie den weiterhin angeschlagenen Niklas Yegin verzichten muss.         

 

Dass die Pleite gegen Wipperfürth verdient war, streitet im Lager der Lindlarer niemand ab. Defensiv zu anfällig und offensiv zu harmlos präsentierten sich die Hausherren gegen den Mitaufsteiger. Die Abwehr wurde häufig mit langen Bällen auf die Außenspieler des VfR überwunden, zugleich fehlte die Entlastung, obwohl die Wipperfürther durchaus einige Ballverluste einstreuten. So wurde es lediglich bei Standardsituationen mal ansatzweise gefährlich, aus dem Spiel heraus erarbeitete sich der TuS keine nennenswerte Chance.

 

Das Trainerteam weiß, welche Hebel in Gang zu setzen sind, um am Scheelbach zu bestehen. „Vor allem bei der Arbeit gegen den Ball müssen wir uns verbessern. Und bei den Gegentoren haben wir ein paar Dinge gesehen, wo wir an unseren Abläufen zu schrauben haben“, erklärt Marcel Besgen vom Trainerteam. Dass die Grün-Weißen nun mit dem Betonmischer vorfahren, wird jedoch nicht passieren.

 

Die Lösung sei laut Besgen nicht, sich noch tiefer zu postieren, denn so habe der Gegner mehr Zeit, seine Angriffe vorzubereiten. Vielmehr sei ein disziplinierteres Anlaufen und Verschieben vonnöten. „Wenn du nicht gut anläufst und die Räume nicht zustellst, läufst du mehr hinterher und kannst so auch nicht für Entlastung sorgen. Wir müssen es schaffen, dass wir in den richtigen Zonen vernünftigen Druck auf die Bälle bekommen und auf den Außen nicht so viel Platz ist, wenn der Erste mal überspielt werden sollte. Dann muss direkt der nächste da sein“, fordert Besgen.

 

Gute Nachrichten gibt es in Sachen Personal: Mit Marc Bruch und David Förster kehren zwei Routiniers zurück, die das Angriffsspiel definitiv beleben werden. Max Frangenberg und Anno Tekotte stehen ebenfalls wieder zur Verfügung. Ein besonders emotionaler Nachmittag dürfte es für Lorenzo Provenzano werden, der vor der neuen Saison die Seiten gewechselt hat und nun das SVF-Trikot trägt.                  

   

WERBUNG

VfR Wipperfürth – CfB Ford Niehl (Sonntag, 15:15 Uhr).

 

Es fehlen: Raul Yorganci, Maximilian Müller, Theo Kruschinski.

 

Zum Spiel: Der VfR Wipperfürth hat sich mit einem souveränen Derbyerfolg gegen den TuS Lindlar in der Bezirksliga zurückgemeldet. Der 4:0-Sieg war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Bereits in der ersten halben Stunde hatten sich die Hansestädter eine Handvoll bester Möglichkeiten erarbeitet, der Zwischenstand von 0:1 war aus TuS-Sicht schmeichelhaft. Nach dem Seitenwechsel postierte sich der VfR tiefer, schaffte es aber immer wieder, über die Außenpositionen durchzustechen. So fielen dann in rascher Abfolge auch die Treffer zwei und drei – die frühzeitige Entscheidung.

 

Ein positiver Start – nicht mehr und nicht weniger. An diesem Tag war der Mitaufsteiger nicht in der Lage, den Wipperfürthern Paroli zu bieten. Coach Norbert Scheider verfällt daher auch nicht in Euphorie. „Es war eine gute Leistung, an die es jetzt anzuknüpfen gilt. Wir haben aber auch die Dinge angesprochen, die nicht so gut gelaufen sind. Wir haben noch genügend Stoff, wo wir uns verbessern können“, sagt der Trainer vor dem ersten Heimauftritt der Saison.

 

Den einen oder anderen Fehler im Aufbauspiel vermochten die personell und in der Offensive limitierten Lindlarer nicht auszunutzen. Das könnte sich am Sonntag ändern, wenn der CfB Ford Niehl an den Ohler Wiesen vorbeischaut. Dass die Kölner noch in der Bezirksliga spielen, haben sie einem Fotofinish zu verdanken. In der vergangenen Spielzeit gab die um einen einzigen Treffer günstigere Tordifferenz gegenüber dem ersten Absteiger Germania Zündorf den Ausschlag zugunsten der Niehler, die am ersten Spieltag ein 1:1 gegen Heiligenhaus verbucht hatten.

 

Scheider erwartet einen „robusten Gegner“, stellt aber zugleich klar, dass vor eigenem Publikum gegen einen Widersacher, der vermutlich der unteren Tabellenhälfte zuzurechnen ist, eine „Punktpflicht“ bestehe. Raul Yorganci und Maximilian Müller fehlen kurzurlaubsbedingt, was wiederum die Chancen für Last-Minute-Neuzugang Enrico Januschewski erhöht, sein Pflichtspieldebüt für Wipperfürth zu bestreiten. (lo)        

 

 

SSV Jan Wellem Bergisch Gladbach – Eintracht Hohkeppel II (Sonntag, 15:30 Uhr).

 

Es fehlt: keiner.

 

Zum Spiel: Nach der Auftaktniederlage im Gemeindederby gegen den SV Frielingsdorf wartet auf die Hohkeppeler die vielleicht schwierigste Aufgabe der Saison. Mit dem SSV Jan Wellem empfängt der Titelfavorit die Eintracht Reserve. Hohkeppels Trainer Jesse Muambay macht sich keine Illusionen und sieht seine Equipe klar in der Außenseiterrolle. „Das wird ein dicker Brocken für uns. Jan Wellem ist eine Topmannschaft und hat am ersten Spieltag schon gleich ein Ausrufezeichen gesetzt. Das wird ein Spiel, wo wir alles reinhauen müssen, und es muss viel stimmen, um einen Punkt mitnehmen zu können“, erklärt er.

 

Die Bergisch Gladbacher haben ihren ohnehin bereits stark besetzten Kader noch einmal aufgerüstet. Drei Kicker kamen vom Landesligisten SV Schlebusch, zwei Neuzugänge vom Regionalligaaufsteiger SV Bergisch Gladbach 09. Zudem wechselten drei Talente aus der U19 der 09er zum Stadtrivalen. Als Neuzugang könnte man zudem Sascha Marquet bezeichnen, der nach langer Verletzungspause zurück im Team ist. Der Stürmer blickt auf jahrelange Regionalligaerfahrung zurück und stand schon im Kader des Drittligisten Alemannia Aachen. Beim 4:1-Auftaktsieg gegen den Landesligaabsteiger Köln-Flittard bewies er gleich, dass er das Toreschießen nicht verlernt hat.

 

„Wir müssen mutig ins Spiel gehen, denn wir können nur als Gewinner herausgehen. Entweder gewinnen wir an Erfahrung oder wir gewinnen an Erfahrung und holen vielleicht sogar einen Punkt. Wir wollen nichts verschenken und als Underdog kann man auch befreiter aufspielen“, so Muambay. In das zweite Saisonspiel wolle man mit einem „anderen Rhythmus“ gehen als noch gegen Frielingsdorf, wo man in der Auftaktphase den Gegner früh attackierte. „Wir werden es etwas ruhiger angehen. Gegen Frielingsdorf waren wir zu fahrlässig.“ Für mehr Ruhe und Sicherheit soll in Zukunft auch ein Neuzugang sorgen. Mit Jannis Papanikolaou verpflichtete die Eintracht einen talentierten Defensivspieler, der zuletzt beim griechischen Zweitligisten A.O. Egaleo unter Vertrag stand. Der 20-Jährige war wegen eines Kreuzbandrisses zuletzt lange Zeit außer Gefecht gesetzt und will in Hohkeppel wieder angreifen. (thg)

WERBUNG