FUSSBALL
Provenzano schnürt Derby-Doppelpack gegen seinen Ex-Klub
Oberberg - Der SV Frielingsdorf gewinnt das Nachbarschaftsduell gegen den TuS Lindlar souverän, zu den Hauptdarstellern gehört ein ehemaliger Gästekicker - Wipperfürth holt nächsten Dreier - Hohkeppeler Gala gegen Titelfavorit Jan Wellem (AKTUALISIERT).
SV Frielingsdorf - TuS Lindlar 4:0 (3:0).
[Frielingsdorfs Jonathan Schmidt im Zweikampf mit dem Lindlarer Lukas Dappen.]
Der SV Frielingsdorf verbuchte im Nachbarschaftstreffen gegen Aufsteiger TuS Lindlar einen souveränen Dreier. Vor knapp 350 Zuschauern konnten die Grün-Weißen lediglich die Anfangsphase des Derbys dank einer konzentrierten Defensivleistung ausgeglichen gestalten. Nach der Führung für die Hausherren brach allerdings das Unheil über die Gäste herein. „Am Ende war es ein verdienter Sieg für uns, weil wir bis auf zwei, drei Standardsituationen nichts zugelassen haben. Wir wussten, dass Lindlar tief stehen wird. Daher war es wichtig, die Kontrolle im Ballbesitz zu haben. Mit der 3:0-Führung kurz vor der Pause haben wir den Plan des Gegners, über Konter und Standards zum Erfolg zu kommen, im Keim erstickt“, freute sich SVF-Coach Andy Dreiner über den perfekten Start mit sechs Punkten aus zwei Partien.
In der ersten halben Stunde avancierte der Gemeindeklassiker zu einer zähen Angelegenheit. Die Lindlarer zeigten sich im Vergleich zur 0:4-Niederlage gegen Wipperfürth zur Vorwoche präsenter in den Zweikämpfen, verschoben besser und verteidigten engmaschiger. So gab es für Frielingsdorf zwar viel Ballbesitz, aber kaum in der gefährlichen Zone. Nach drei Minuten zielte Marvin Bieg knapp drüber, sonst blieb es bei Halbchancen.
[Simon Schreiner unterlief in der Entstehung des 0:1 ein fataler Fehlpass.]
Ein Fehlpass von Keeper Simon Schreiner, der vorher schon in zwei Situationen mit dem Feuer gespielt hatte, leitete die Führung für die Hausherren ein. Gegen Justin Ufer konnte die Abwehr noch klären, doch nach der anschließenden Flanke stand Lorenzo Provenzano – erst vor dieser Saison von Lindlar in die ONI-Arena gewechselt – völlig frei und schob die Kugel ins Netz. Die Gäste protestierten vergeblich wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung.
Danach ging die Ordnung beim TuS verloren – und Frielingsdorf nutzte die nun vorhandenen Räume eiskalt aus. Bieg spielte den an der Abseitskante lauernden Leon Dema mit einem Steilpass frei. Der Stürmer scheiterte an Schreiner, doch Justin Ufer verwertete den Abpraller - 2:0. Bieg vergab nach einem Konter eine Hundertprozentige (42.), schickte dann aber gegen aufgerückte Lindlarer Provenzano auf die Reise, der seinem Ex-Klub mit einem Schuss unters Tordach den nächsten Nackenschlag verpasste.
Aufgrund des deutlichen Zwischenstands war die Luft im Lokalduell nach Wiederbeginn etwas raus. Lindlar gab sich nicht auf, konnte sich aber in der Offensive nicht in Szene setzen. In der Schlussphase stellte Dema per Foulelfmeter den Endstand her, nachdem Etienne Parmentier im Strafraum zu Fall gebracht worden war.
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[Andy Dreiner sah einen souveränen Erfolg seiner Mannschaft.]
Zwei 0:4-Derbyschlappen zum Saisonauftakt – den Start in die Spielzeit hat man sich beim TuS sicherlich anders vorgestellt. Marcel Besgen vom Trainerteam wollte seinen Schützlingen jedoch keinen Vorwurf machen: „Bis zum ersten Gegentor haben wir es gut gemacht, aber das 0:1 hat was mit den Jungs gemacht. Danach wurde es bei uns wilder und Frielingsdorf hat das bestraft. Es ist bitter, denn die Jungs haben gefightet und alles reingeworfen.“ (lo)
Tore
1:0 Lorenzo Provenzano (32.), 2:0 Justin Ufer (40.), 3:0 Lorenzo Provenzano (44.), 4:0 Leon Dema (82. Foulelfmeter).
SV Frielingsdorf
Lukas Borkes; Kevin Ufer (83. Daniel Okojie), Fabian Januszewski (63. Maurice Häger), Frederik Orbach, Jonathan Schmidt, Etienne Parmentier, Marvin Bieg, Philipp Schmidt (80. Timo Weber), Lorenzo Provenzano (71. Jannis Everding), Justin Ufer, Leon Dema (84. Vincent Diewerge).
TuS Lindlar
Simon Schreiner; Lukas Dappen, Simon Kahm, Max Frangenberg (84. Felix Miebach), Gian Luca Wester, Simon Hoffmann (63. Kenan Sarvan), Monty Devern, Tim Lamers, Marc Bruch (84. Ervin Novakaj), Felix Lamers (57. Rinor Latifi), Niko Schachow (70. David Förster).
VfR Wipperfürth – CfB Ford Niehl 3:1 (0:0).
Auch der Aufsteiger VfR Wipperfürth grüßt nach dem zweiten Spieltag mit der Optimalausbeute aus dem „hohen Norden“ der Tabelle. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit noch mehr klare Chancen, die wir in Tore hätten ummünzen können. Daher war es ein verdienter Sieg“, lobte Coach Norbert Scheider die läuferische und kämpferische Leistung seiner Mannschaft. Gegen einen „robusten Gegner“ (Scheider) spielte sich das Geschehen in der ersten Halbzeit hauptsächlich zwischen den beiden Strafräumen ab, wie der VfR-Trainer berichtete. „Es war zwar ein hohes Tempo drin, aber es gab kaum Torraumszenen“, so Scheider.
Das sollte sich nach dem Seitenwechsel ändern: Nach ein paar Anpassungen fanden die Wipperfürther fortan häufiger den Weg ins letzte Drittel und belohnten sich in 56. Minute mit der Führung: Nach einer Balleroberung schalteten die Hausherren schnell um. Niklas Jung bediente Sam Kirschsieper, der die Nerven behielt. Niehl riskierte direkt mehr – und wurde bloß 120 Sekunden später erneut ausgekontert. Diesmal assistierte Tim Kemmerich für Luis Zapp, der im ersten Versuch noch am Torwart scheiterte, aber den Rebound im Kasten unterbrachte.
„Nach der Führung taten sich für uns viele Räume auf“, erklärte Scheider. Ein langer Einwurf von Luis Zapp landete im Lauf von Kirschsieper, der mit dem 3:0 die endgültige Entscheidung herbeiführte. Goalie Phil Schmidt parierte anschließend einen Distanzschuss in Klassemanier, obwohl er vorher umgerempelt worden war. Beim 3:1 tief in der Nachspielzeit war er indes machtlos – der einzige Schönheitsfleck auf der VfR-Weste an diesem Nachmittag. (lo)
Tore
1:0 Sam Kirschsieper (56.), 2:0 Luis Zapp (58.), 3:0 Sam Kirschsieper (81. Foulelfmeter), 3:1 Lennart Friederichs (90.+3).
VfR Wipperfürth
Phil Schmidt; Enrico Meierle (85. Wael Majouj), Felix Schymatzek, Luca Börsch, Eduard Koop, Marlon Burger (55. Henrik Schmitz), Niklas Jung, Tim Kemmerich (75. Faruk Tokay), Julian Dewald (15. Luis Zapp), Sam Kirschsieper, Enrico Januschewski (90.+1 Robin Stoppenbach).
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[Lindlars Coach Felix Eiting musste mitansehen, wie seine Mannschaft das Spiel in der Viertelstunde vor der Pause aus der Hand gab.]
SSV Jan Wellem – Eintracht Hohkeppel II 1:5 (1:2).
Der Hohkeppeler Reserve ist ein echter Paukenschlag gelungen. Gegen favorisierte Gastgeber aus Bergisch Gladbach zeigte sich der neuformierte Liganeuling mehr als auf Augenhöhe und zudem eiskalt im Abschluss. „Die Jungs waren voll konzentriert und bissig in den Zweikämpfen. Wir haben schnell gemerkt, dass hier was zu holen ist“, war Hohkeppels Trainer Jesse Muambay angetan vom Auftreten seines Ensembles. Dies präsentierte allerdings auch hochkarätige Verstärkung in der Startelf. Mit Miran Agirbas wurde ein gestandener Mittelrheinligaspieler für die Innenverteidigung verpflichtet. Agirbas trug zuletzt das Trikot von Frechen 20. In seinem ersten Seniorenjahr verzeichnete der jetzt 25-Jährige sogar neun Einsätze für den KFC Uerdingen in der Regionalliga.
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[Lorenzo Provenzano brachte die Frielingsdorfer in Führung.]
Zudem stand Hendrik Strobl, Offensivspieler der 1. Mannschaft und ebenfalls mit Regionalligaerfahrung ausgestattet, in der Startformation. Muambay hatte den Gegner im Vorfeld beobachten lassen. „Wir hatten gute Infos. Wir wussten, wie hoch sie stehen und hatten den Plan, hinter ihre Kette zu kommen und so haben wir uns auch schnell Torchancen erarbeitet“, erklärte der Coach. Noah Becker verwertete einen dieser Vorstöße zur Führung, Burak Özmen beförderte den Ball unter großem Druck per Eigentor in die Maschen und der Doppelschlag war perfekt. Ein Tor von Stefano Fragapane brachte die Hausherren aber wieder in Schlagdistanz.
Bis zur Pause neutralisierten sich die Kontrahenten, ehe Hendrik Strobl nach einem Steckpass von Taha Taylan zum 3:1 traf und sein Team damit auf die Siegerstraße brachte. Gegen aufgerückte Gastgeber erhöhte der eingewechselte Kai Hense nach einem Pass in die Schnittstelle der Jan Wellemer Abwehr auf 4:1 und schraubte nach einer Vorlage von Dave Famakinwa das Ergebnis sogar noch auf 5:1 in die Höhe. Völlig überrascht war Jesse Muambay vom Spielverlauf nicht: „Vom Ergebnis ja, aber wir wussten, dass wir das Spiel gewinnen können und wollten das unbedingt.“ (thg)
Tore
0:1 Noah Becker (25.), 0:2 Burak Özmen (27. Eigentor), 1:2 Stefano Fragapane (31.), 1:3 Hendrik Strobl (50.), 1:4 Kai Hense (86.), 1:5 Kai Hense (90.+1).
Eintracht Hohkeppel II
Rocco Zinnato; Luka Munetic (64. Kai Hense), Walter Famakinwa (71. Kordian Sicinski), Miran Agirbas (81. Nelly Megbe), Melih Özkan, Taha Taylan, Ali Elyaqine (61. Oliwier Sicinski), Dave Famakinwa, Mustafa Demirbag, Noah Becker, Hendrik Strobl (68. Kaan Gözübüyük).

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