FUSSBALL
Wipperfürth triumphiert im Spitzenspiel und stößt Lindlar vom Thron
Oberberg - Überraschend klar setzt sich der VfR gegen den direkten Konkurrenten durch - Zehn-Tore-Spektakel in Bielstein - Süng sendet Lebenszeichen - THB verliert erneut - Waldbröl trotzt Bensberg einen Zähler ab - Nümbrecht II und Marienhagen trennen sich unentschieden - Wiehler Reserve setzt sich gegen Immekeppel durch (AKTUALISIERT).
TuS Lindlar – VfR Wipperfürth 1:4 (0:2).
„Das war ein hochverdienter Erfolg für Wipperfürth“, lautete das Urteil von Lindlars sportlichem Leiter Raimund Kiuzauskas nach der Pleite im Topspiel. „Auch wenn wir Wipperfürth die ersten drei Tore durch eklatante Fehler quasi selbst aufgelegt haben, waren sie heute giftiger, galliger und zwingender“, stellte er dem Gegner ein Extralob aus.
[Lindlars Routinier Marc Bruch konnte keine Akzente setzen.]
Der bisherige Tabellendritte und – nach der 0:3-Pleite des THB in Altenberg - neue Spitzenreiter war von Beginn an das aktivere Team und erspielte sich immer wieder gute Aktionen vor dem Lindlarer Gehäuse. Die Belohnung folgte allerdings erst nach einer halben Stunde, als Mats Heinzemann auf den Nichtangriffspakt der Lindlarer einstieg, sich von der Strafraumgrenze ein Herz nahm und zur Gästeführung traf. Nur wenige Minuten später stibitzte Raul Yorganci der TuS-Abwehr den Ball und bediente Knipser Sam Kirschsieper, der sich mit dem 0:2 bedankte. Selbst ein von Monty Devern direkt verwandelter Freistoß kurz nach der Pause konnte den Bock für die Gastgeber nicht umstoßen, denn VfR-Urgestein Wael Majouj traf keine zwei Minuten später, per „Kullerball“, auf der anderen Seite.
Spätestens nach der Roten Karte gegen Lindlars Simon Kahm eine Viertelstunde später war die Messe gelesen. Lindlar mühte sich zwar redlich, spielte aber unterm Strich zu brav und ideenlos. „Unser Maschinenraum ist heute völlig untergegangen“, ärgerte sich Kiuzauskas. Die Lindlarer Angriffsbemühungen in Unterzahl strafte Kirschsieper kurz vor dem Ende mit dem vierten Treffer ab. „Das war heute einfach richtig, richtig gut“, fand selbst der ansonsten immer sehr kritische VfR-Coach Giovanni Bernardo kein Haar in der Suppe. „So eine Leistung hätte ich nicht erwartet“, lobte er den Spirit seiner Schützlinge auf dem Platz. „Und sie haben heute richtig viel investiert“, hätten zudem einige angeschlagene Kicker auf die Zähne gebissen und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt.
Tore
0:1 Mats Heinzemann (30.), 0:2 Sam Kirschsieper (37. Raul Yorganci), 1:2 Monty Devern (48. direkter Freistoß), 1:3 Wael Majouj (50.), 1:4 Sam Kirschsieper (82.).
Besondere Vorkommnisse
Rot gegen Lindlars Simon Kahm (67. Notbremse).
Gelb-Rot gegen Lindlars Roger Sauer (90.+4 wiederholtes Foulspiel).
BSV Bielstein – Blau-Weiß Biesfeld 6:4 (3:1).
[Monty Devern spitzelt den Ball vor Julian Dewald weg.]
„Wenn das Spiel 11:11 ausgeht, haben beide Mannschaften noch nicht die Hälfte ihrer klarsten Chancen genutzt“, bilanzierte Bielsteins sportlicher Leiter Björn Schumacher. „Das war einfach nicht zu fassen, was hier von beiden Seiten für ein Chancenwucher betrieben wurde“, sprach er Klartext. Dennoch gab’s ein Spektakel mit zehn Toren zu bestaunen. Zur Pause hätte der BSV eigentlich deutlich hinten liegen müssen, tat dies aber nicht, da lediglich Merlin Rabes für die Blau-Weißen traf, Leonardo Del Giudice, Nikolas Mennicken und Fabian Klöckner aber für die Bierdörfler erfolgreich waren. Auch nach der Pause fand der Chancenwucher trotz sechs weiterer Treffer kein Ende. Marc Velten, René Velten und Rabes knipsten nach dem Wechsel für die Gäste, Del Giudice (2) und Thorge Hansohn für die Heimelf. „Ich habe noch nie so ein schlechtes Kreisliga A-Spiel gesehen. Das war gar nichts“, fand auch Gästecoach Maurice Velten deftige Worte. „Das war richtig, richtig schlecht von allen Beteiligten.“ Bielstein konnte durch den Erfolg das punktgleiche Trio der Kellerkinder auf acht Zählern Abstand halten.
Tore
1:0 Leandro Del Giudice (1.), 1:1 Merlin Rabes (11.), 2:1 Nikolas Mennicken (15.), 3:1 Fabian Klöckner (35.), 3:2 Marc Velten (50.), 4:2 Leandro Del Giudice (65.), 4:3 René Velten (77. Foulelfmeter), 5:3 Leandro Del Giudice (78.), 5:4 Merlin Rabes (87.), 6:4 Thorge Hansohn (90.+1).
SSV Süng – SSV Bergneustadt 3:2 (2:0).
Für das Tabellenschlusslicht aus Süng war es der erste Dreier seit dem 30. November des vergangenen Jahres. Entsprechend groß war die Freude beim sportlichen Leiter Florian Scharf, der seine Truppe über den grünen Klee lobte. „Das war heute aber auch so etwas von verdient“, freute er sich über die Einstellung der Mannschaft, die von der ersten Minute an Vollgas gab. David Strauß und Leonard Klug legten vor der Pause den Grundstein zum Erfolg. Nach dem Anschlusstreffer durch Marvin Zimmerling wackelte das Gerüst der Heimelf nur kurz, denn Klug stellte mit seinem zweiten Streich den alten Abstand wieder her. Max Weber konnte lediglich noch einmal für die Gäste verkürzen. „Das war nicht alles schlecht und komplett für die Tonne, aber die entscheidenden Prozente haben gefehlt“, ärgerte sich Bergneustadts Coach Marcel Walker. „Das gibt jetzt hoffentlich einen entscheidenden Push“, spekuliert Scharf dagegen auf eine Trendwende beim Träger der Roten Laterne.
Tore
1:0 David Strauß (22.), 2:0 Leonard Klug (44. Foulelfmeter), 2:1 Marvin Zimmerling (62.), 3:1 Leonard Klug (67. Foulelfmeter), 3:2 Max Weber (80. Foulelfmeter).
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[Für Lindlars Trainer Arlind Oseku war's ein Nachmittag zum Vergessen.]
SV Altenberg – TuS Homburg-Bröltal 3:0 (2:0).
Die Fußballer des SV Altenberg konnten nach dem Auswärtserfolg am vergangenen Sonntag heute auch auf heimischem Geläuf einen Sieg feiern. „Unsere Jungs waren wach und hatten nach dem Sieg der Vorwoche richtig Bock“, sagte Trainer Ingo Oedelshoff. Die frühe Führung erzielte Nils Woitynek, Friso Bratzel legte noch vor der Halbzeit nach. „Wir haben alles wegverteidigt“, lobte Oedelshoff die Abwehrleistung und Torhüter Tobias Wiegand, der einmal in höchster Not zur Stelle war. Oedelshoff: „Wir haben vieles richtig gemacht und freuen uns über einen verdienten Sieg.“ Auf der anderen Seite erklärte Trainer Nils Labitzke: „Wir waren die schlechtere Mannschaft. Altenberg wollte gewinnen. Bei uns hat der Siegeswille gefehlt.“ In der Schlussminute ging THB-Akteur Aron Jungjohann nach einem Zusammenprall bewusstlos zu Boden und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Beide Trainer wünschten ihm eine schnelle Genesung.
Tore
1:0 Nils Woitynek (6.), 2:0 Friso Bratzel (22.), 3:0 Jevgenij Lovkis (90.).
Junger Neuzugang für die zentralen Positionen
Der TuS Homburg-Bröltal verstärkt sich zur kommenden Saison mit einem Youngster. Max Hertrampf wird künftig das Trikot des A-Ligisten tragen. Er kommt aus der A-Jugend der SG Morsbach/Holpe-Wallerhausen, ist aber auf dem Grötzenberg kein Unbekannter: Er gehört zum Trainerteam der Bröltaler Frauenmannschaft um den künftigen Coach der 1. Herren-Mannschaft, Mats Bollmann, sowie dessen „Co“ Maximilian Müller. „Ich bin froh, dass Max bei uns zugesagt hat. Er ist technisch stark und hat ein gutes Auge“, sieht Bollmann Hertrampfs Hauptbetätigungsfeld auf einer zentralen Position im Mittelfeld. „Er passt gut in unsere Mannschaft rein und bringt viel Entwicklungspotenzial mit. Wenn er Gas gibt, wird er definitiv seine Einsatzzeiten bekommen“, so Bollmann weiter.
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[Mats Bollmann (li.) und Maximilian Müller (re.) mit Max Hertrampf.]
FC Bensberg – RS 19 Waldbröl 0:0.
Für die Hausherren war es das erste Unentschieden der laufenden Saison. „Wir waren die spielbestimmende Mannschaft, hatten mehr Ballbesitz, haben aber leider unsere Chancen nicht genutzt“, sagte Trainer Gabor Uhrmann. Die größte Gelegenheit vergab Anil Özkan vom Elfmeterpunkt nach rund einer Stunde. Am Ende musste sich Bensberg bei seinem Torhüter Lukas Marten bedanken, der in drei Situationen starke Paraden zeigte. „Es ist deshalb ein gerechtes Unentschieden“, so Uhrmann. Bei den Gästen war Trainer Oliver Rempel mit dem torlosen Remis zufrieden: „Es war ein gutes und für die Zuschauer interessantes Spiel. Wir haben in einem schweren Auswärtsspiel eine sehr gute Leistung gezeigt und fahren mit einem guten Gefühl nach Hause.“
Tore
Fehlanzeige.
Besonderes Vorkommnis
Bensbergs Anil Özkan verschießt einen Foulelfmeter (57.).
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[Giovanni Bernardo sah eine der stärksten Leistungen seiner Mannschaft in dieser Saison.]
SSV Homburg-Nümbrecht II – VfR Marienhagen 1:1 (0:0).
Fabian Reitmeister holte in seinem zweiten Spiel als Cheftrainer der Nümbrechter Reserve seinen ersten Punkt. „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Wir haben sehr gut verteidigt und hatten gute Umschaltmomente. Das Tor hätten wir früher machen müssen“, so Reitmeister. „Mit etwas Glück hätten wir drei Punkte holen können.“ Für die Gäste sagte Co-Trainer Markus Hayer: „Beide Mannschaften haben abwartend und zweikampfbetont gespielt. Nach der Halbzeitansprache unseres Trainers wurde es besser. Leider haben wir nach der Führung nicht nachgelegt.“ Ein Abstimmungsfehler ermöglichte in der Schlussphase den Ausgleich der Hausherren. Hayer: „Heute war definitiv mehr drin.“
Tore
0:1 Maximilian Kreuder (53.), 1:1 Marlon Runschke (81.).
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[Luca Jansen (li.) im Zweikampf mit Raul Yorganci.]
FV Wiehl II – TuS Immekeppel 4:1 (1:1).
Immekeppels Trainerin Helen Alfes war nach den 90 Minuten enttäuscht. „Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen“, bilanzierte sie nach dem Kellerduell. „Wir spielen die mit Abstand beste erste Halbzeit der Saison, machen aber die Tore nicht. Wir hatten das Spiel absolut im Griff und kontrollieren Ball und Gegner“, haderte sie lediglich mit den ausgelassenen Torchancen. Dank des Führungstreffers von Janne Schwirten durfte der Gästeanhang wenigstens einmal jubeln. Ansonsten standen das Aluminium, eigene fehlende Kaltschnäuzigkeit sowie Wiehls Torhüter Maximilian Vollmer, eine der Leihgaben aus der Wiehler Landesliga-Truppe, die heute spielfrei hatte, weiteren Treffern im Weg.
Die Hausherren nutzten dagegen direkt ihre erste und einzige Torchance in Durchgang eins durch Toni Skoro zum Ausgleich. Unmittelbar nach Wiederanpfiff traf Felix Bach mit einem sehenswerten Seitfallzieher zur Führung. In der Folge bissen sich die Gäste an der gut sortieren FV-Hintermannschaft die Zähne aus, während die Hausherren durch Mirac Ören und Yekcan Yildirim noch weitere Treffer nachlegten. „Immekeppel war sehr schwer zu bespielen. Aber wir haben auch physisch sehr gut dagegengehalten“, freute sich Coach Michael Börger über den ganz wichtigen Dreier im Tabellenkeller, der auch „enorm wichtig für das Selbstvertrauen“ sei.
Tore
0:1 Janne Schwirten (29.), 1:1 Toni Skoro (44.), 2:1 Felix Bach (47.), 3:1 Mirac Ören (62.), 4:1 Yekcan Yildirim (90.).
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[Mats Heinzemann erzielte den Führungstreffer für die Gäste.]
SV Union Rösrath – TV Klaswipper 4:0 (2:0), von Mittwoch.
In der vorverlegten Begegnung des 19. Spieltages dauerte es zwar über eine halbe Stunde, bis durch Julian-Maurice Jeroch der erste Treffer für die Gastgeber fiel, aber auch bis dahin hatten die Schützlinge von Sascha Brandenburg das Spielgeschehen im Griff. Sowohl der Rösrather Coach als auch TVK-Trainer Marvin Briem sprachen von 90 Prozent Ballbesitz für die Union. „Wir hatten überhaupt keine Chance“, so Briem, der erneut einige Ausfälle zu verkraften hatte. Torhüter Lou Briem musste im zweiten Durchgang sogar im Feld auflaufen, wurde allerdings nach wenigen Minuten verletzungsbedingt wieder ausgewechselt. „Bei uns herrscht einfach derzeit die Seuche“, sei die Begegnung nichts mehr als eine gute Laufeineit für seine Mannschaft gewesen. „Mehr war nicht drin.“ Auch Brandenburg musste auf gleich 15 Kicker verzichten, profitierte aber erneut vom großen Kader. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, freute er sich nach dem vierten Erfolg im vierten Match der Rückserie. Jan Simon Bildstein und der erst kurz zuvor eingewechselte Soufian El Bouzidi (2) erzielten die restlichen Treffer.
Tore
1:0 Julian-Maurice Jeroch (17.), 2:0 Jan-Simon Bildstein (36.), 3:0 Soufian El Bouzidi (80.), 4:0 Soufian El Bouzidi (86.).

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