FUSSBALL

Favoritensieg beim Supercup: Nümbrecht schlägt Wipperfürth

thg; 22.08.2026, 00:30 Uhr
Fotos: Thomas Giesen --- Der SSV Homburg-Nümbrecht sichert sich gegen den VfR Wipperfürth den Sieg im Supercup des Fußballkreises Berg.
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Favoritensieg beim Supercup: Nümbrecht schlägt Wipperfürth

thg; 22.08.2026, 00:30 Uhr
Oberberg – Der SSV Homburg-Nümbrecht holt sich gegen den VfR Wipperfürth die Trophäe des Supercups – Die vielleicht einmalige Auflage des Duells des Kreismeisters gegen den Pokalsieger fand im Rahmen der Feier zum 25-jährigen Bestehen des Fußballkreises Berg auf der Sportanlage des TuS Reichshof statt. (AKTUALISIERT)

Von Thomas Giesen

 

VfR Wipperfürth – SSV Homburg-Nümbrecht 0:2 (0:0).

 

Am Ende hat sich der Favorit durchgesetzt. Der Landesligist und Kreispokalsieger SSV Homburg-Nümbrecht besiegte den Kreismeister VfR Wipperfürth verdient und sicherte sich die Trophäe des Supercups. Dabei lieferten sich die beiden Kontrahenten ein intensives Duell in dem der Außenseiter lange Zeit auf Augenhöhe agierte. Schon im ersten Durchgang hatte Nümbrechts Trainer Marcus Voike des Öfteren seinen Unmut kundgetan und ärgerte sich lautstark über das ein oder andere unsaubere Anspiel. „Ich war zufrieden. Seinen Unmut zu äußern hat ja auch manchmal etwas Positives. Man will ja ans Maximum herankommen. Wir haben viele Wechsel in der Startformation vorgenommen und sind heute als Mannschaft aufgetreten“, wollte der SSV-Coach von Ärger allerdings gar nichts wissen.

 

[Nümbrechts Trainergespann Marcus Voike (l.) und Co-Trainer Malte Klein wirkten nicht immer zufrieden.]

 

Von der ersten Minute an war der Landesligist spielbestimmend, während die Wipperfürther kompakt verteidigten und auf schnelle Gegenstöße warteten. Die gefährlichste Szene des ersten Durchgangs verzeichnete der Außenseiter: Julian Dewald bereitete für Raul Yorganci vor, der aus rund elf Metern Entfernung an SSV-Torwart Matteo Tessarolo scheiterte (10.). Anschließend blieben klare Torchancen bis zum Pausenpfiff aus. Nümbrechts Felix Klein prüfte immerhin einmal Wipperfürths Schlussmann Phil Schmidt, ansonsten bissen sich die Nümbrechter an der VfR-Abwehr die Zähne aus. Nach dem Seitenwechsel wuchs der Druck des Kreispokalsiegers allerdings. Der Landesligist schnürte seinen Gegner in der eigenen Hälfte ein, Ballverluste wurden schnell wieder korrigiert. In Minute 52 gab es den ersten echten Aufreger: Ritsuki Oyama schlug einen butterweichen Pass aus dem Halbfeld zu Niklas Clemens, der per Kopf die Latte traf. Allerdings wurde die Szene wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung vom Schiedsrichter abgepfiffen (52.).

 

 

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Nach einer Stunde Spielzeit war es dann soweit: Nach einer Ecke von Joscha Trommler schlug Felix Klein eine Hereingabe, Clemens traf die Unterkante der Querlatte und Finley Friedrichs köpfte den Abpraller ins Netz (59.). Ein bisschen roch es in der Szene allerdings nach Abseits. Gleich nach dem Anstoß folgte dann aber die entscheidende Szene der Partie: Felix Schymatzek wollte den Ball schnell nach vorne treiben, verlor das Rund jedoch fahrlässig und Niklas Clemens bedankte sich mit dem Treffer zum 2:0 (61.). Der Doppelschlag hinterließ Spuren. Die Nümbrechter blieben am Drücker und kamen immer wieder über die rechte Seite gefährlich in Tornähe. Mehrfach fanden Hereingaben von Felix Sievers ihr Ziel nicht, Michael Ojesanmi zielte aus der Distanz zweimal am Tor vorbei und Felix Adamietz scheiterte nach einem Konter im Eins-gegen-Eins-Duell mit VfR-Keeper Schmidt (88.), ehe der Kreismeister seine einzige klare Torchance des zweiten Durchgangs vergab. Niklas Jung schlug eine scharfe Hereingabe und Jani Nika schoss Nümbrechts Schlussmann Tessarolo an (90.).

 

[Wipperfürths Coach Norbert Scheider war mit der Leistung seiner Mannschaft insgesamt zufrieden.]

 

„Wir haben jetzt in zwei Monaten zwei Titel für den Verein geholt. Ob es den Supercup noch einmal geben wird, weiß ich nicht. Aber jetzt sind wir Supercupsieger. Das bin ich in meinem Leben noch nie geworden“, so Nümbrechts Trainer Marcus Voike mit einem Augenzwinkern. „Deshalb kann man sich freuen und den Tag genießen. Es war heute ein Schritt nach vorne, wir haben zu Null gespielt, nicht viel zugelassen und waren souverän. Wir haben in den nächsten zwei Wochen alle paar Tage ein Spiel, wie jetzt am Sonntag im FVM-Pokal. Da werden vielleicht elf andere spielen, aber da wollen wir natürlich auch weiterkommen“, hatte Voike schon das anstehende Pokalduell beim SC Kellersberg im Kopf.

 

[Niklas Clemens, hier mit einer Grätsche, gelang der entscheidende Treffer zum 2:o für den SSV Nümbrecht.]

 

Wipperfürths Trainer Norbert Scheider nahm die Niederlage entspannt zur Kenntnis. „Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Spiel. Wir haben in der ersten Halbzeit versäumt, die Konter klar auszufahren. Das ist eigentlich unsere Stärke. Mit zunehmender Spieldauer muss ich aber sagen, haben die viel Druck gemacht. Da waren wir schon bemüht, unsere Ordnung zu halten. Das hat nicht immer hingehauen. Aber insgesamt haben die Jungs das gut gemacht. Ein Tor nach einer Standardsituation kann passieren, aber das zweite darf nicht passieren. Das war dann der Todesstoß. Zum Ende hin hatte ich aber das Gefühl, waren die Nümbrechter ziemlich platt. Da haben wir nochmal versucht, was zu machen und hätten auch den Ehrentreffer machen können. Den hatten wir uns auch verdient. Insgesamt war Nümbrecht aber die bessere Mannschaft. Ich habe aber gesehen, dass wir taktisch und spielerisch mithalten können. Wir haben immer versucht, hinten rauszuspielen, obwohl die uns hoch angelaufen haben“, hatte Scheider nur positive Worte für den Auftritt seiner Equipe und lobte das Format des Supercups.

 

[Finley Friedrichs (r.) gelang der Führungstreffer für die Nümbrechter.]

 

„Für mich war das heute ein richtig gutes Spiel. Ich fände es auch gut, wenn der Kreis am Supercup festhält und es nicht eine einmalige Geschichte bleibt. Ich könnte mir vorstellen, dass sich das etabliert“. Der Kreisvorsitzende, Jürgen Liehn, zeigte sich zurückhaltend, ob der Supercup eine dauerhafte Einrichtung werden könnte oder erst in 25 Jahren wieder ein Thema werden könnte, bewertete das Duell aber positiv: „Das Spiel war auf jeden Fall sehr ansehnlich. Ich hätte mir nur mehr Zuschauer gewünscht“, meinte Liehn. Keine 100 Besucher hatten den Weg nach Eckenhagen gefunden. „Es gab im Vorfeld ein wenig Kritik, warum wir in Reichshof spielen, am Ende des Kreises. Aber der Verein hat sich schon häufiger beworben und warum soll er nicht auch mal solch ein Spiel bekommen, was auch ein Highlight ist. Wir müssen dem Ausrichter auch danken, dass alles reibungslos gelaufen ist“, verteidigte Liehn die Entscheidung.

 

Tore

0:1 Finley Friedrichs (59.), 0:2 Niklas Clemens (61.).

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