FUSSBALL
A-Junioren ohne Normalstaffel – Twin-Games-Testballon startet
Oberberg – Der Kreisjugendausschuss präsentierte auf der Jugendleiterversammlung in Vilkerath einen Ausblick auf die kommende Saison - Anzahl der gemeldeten Mannschaften in den Nachwuchsligen bleibt weitgehend stabil, doch im U19-Bereich gibt es eine Zäsur – Sportgerichtsverfahren deutlich reduziert.
Am nächsten Wochenende starten die Nachwuchsfußballer aus dem Fußballkreis Berg in die neue Saison. Wie der Jugendausschussvorsitzende Thomas Engelberth am Montagabend auf der Jugendleiterversammlung in Vilkerath berichtete, ist die Anzahl der gemeldeten Mannschaften annähernd stabil geblieben, fiel jedoch unter die Marke von 500 (498, 2025/2026: 502). Laut Engelberth setzt sich der Trend fort, dass Spielgemeinschaften gegründet werden. Einen Rückgang gibt es sowohl bei den Mädchen als auch bei den A-Junioren zu beobachten. Dort kommt mangels Meldungen keine Normalstaffel zustande. „Das habe ich in all den Jahren so nicht erlebt“, erklärte Engelberth.
[Thomas Engelberth hatte ausführliche Informationen mitgebracht.]
Nachdem der Vorsitzende im vergangenen Sommer eindringlich appelliert hatte, bei der Ausfüllung und Abgabe der Meldebögen größere Sorgfalt walten zu lassen, scheinen sich die Vereine auf dem Weg der Besserung zu befinden. „Die Meldungen waren dieses Jahr okay, auch wenn ein paar negative Ausreißer dabei waren“, so Engelberth. Dem Ansinnen der Klubvertreter, die Staffeleinteilung und die Spielpläne früher als bisher zu veröffentlichen, sei der Ausschuss nachgekommen.
Eine Neuerung sind die „Twin Games“ im D-Jugendbereich. Dabei soll, im Idealfall, parallel auf zwei Feldern mit jeweils Sieben gegen Sieben gespielt werden. Zunächst wird das Ganze als Testballon laufen – wie in anderen Fußballkreisen und Verbänden auch. 14 Mannschaften sind in den beiden Pilot-Staffeln vertreten. Engelberth rechnet nicht damit, dass die „Twin Games“ schon in Kürze flächendeckend und verpflichtend eingeführt werden. Mindestens zwei Jahre, so seine Einschätzung, dürften bis dahin ins Land ziehen. Nun gelte es erst einmal, erste Erfahrungen zu sammeln und zu schauen, inwiefern Anpassungen notwendig sind.
In der Altersklasse U12 erfolgt künftig - nach einer regionalen Einteilung in der Hinserie - ab der Rückrunde eine leistungsbezogene Neuzusammenstellung der Staffeln. „Dann sind vielleicht weitere Wege zu fahren, aber es war der Wunsch der Vereine. Daher passen wir das an“, erläuterte Engelberth. Der Hallenkreispokal der Junioren soll nach bewährtem Muster ausgetragen werden, allerdings könnte hier ein Engpass an Hallenkapazitäten entstehen. So ist die häufig genutzte Kienbaumhalle in Gummersbach im Winter wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. „Ich hoffe, dass wir den Umfang des Hallenkreispokals aufrechterhalten können, dafür brauchen wir aber mehr Hallenzeiten – vor allem im Rheinisch-Bergischen-Kreis“, betonte der Ausschussvorsitzende.
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[Der Jugendausschuss steht im Hinblick auf die Saison 2026/2027 in den Startlöchern.]
Bei den Mädchen steht fest, dass der Hallenkreispokal gemeinsam mit den weiblichen Nachwuchsteams aus dem Fußballkreis Sieg durchgeführt wird. Über diese Variante hatte Engelberth bereits Anfang des Jahres laut nachgedacht, inzwischen sind die Gespräche mit dem Nachbarkreis zu einem positiven Abschluss gebracht worden. „Damit bekommen die Mädels mehr Spielzeiten in der Halle“, so Engelberth. Das Bambini-Jubiläumsspielfest anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Fußballkreises Berg wurde auf den 17. Oktober verschoben. Davon erhofft man sich eine höhere Teilnehmerzahl. Die SG Morsbach/Holpe-Wallerhausen fungiert als Ausrichter des Turniers.

[Florian Kalk kümmert sich ab sofort um den Bereich „Fußball in Schule und Kita“.]
Spannend wird zu beobachten sein, wie die Umsetzung der neuen Spielregeln zur Erhöhung der Spielgeschwindigkeit (unter anderem Countdown bei Auswechslungen sowie Einwürfen und Abstößen) im Jugendfußball gelingt, speziell bei den ganz jungen Kickern. Lagsan Selvanayagam vom Schiedsrichterausschuss stellte in Kürze die wichtigsten Änderungen vor. Zur Vertiefung sind vereinsinterne Regelschulungen durch die Experten an der Pfeife jederzeit möglich.
Deutlich weniger zu tun hatte in der abgelaufenen Spielzeit das Kreisjugendsportgericht. Die Zahl der Verfahren reduzierte sich nach Angaben des stellvertretenden Vorsitzenden Marc Valbert im Vergleich zur Vorsaison von 73 auf 32, wobei sich insbesondere die Trainer und Spieler offenbar besser im Griff hatten (von 55 auf 24 Verfahren). Ein leichtes Plus gab es dagegen bei Zuschauervergehen. Hier versucht das Gericht nicht die Ordnungsgeld-Keule zu schwingen, sondern Urteile mit einem pädagogischen Effekt zu fällen. Das beinhaltet zum Beispiel ein Freundschaftsspiel zwischen den beiden betroffenen Mannschaften nebst gemeinsamen Grillabend von Spielern, Trainern und Eltern im Anschluss – an der praktischen Umsetzung hapert es hier und da allerdings noch.
Im Gegensatz zu anderen Regionen schlagen im Kreis Berg glücklicherweise die wenigsten Protagonisten über die Stränge, doch gerade verbale Attacken ereignen sich weiterhin zu oft. Manfred Hartmann, im Schiriausschuss zuständig für die psychologische Betreuung der Referees, wurde in der vergangenen Saison in sechs Fällen von jugendlichen Unparteiischen konsultiert. „Wir müssen versuchen, von sechs auf null runterzukommen. Ich wünsche mir, dass alle respektvoll mit den Schiedsrichtern umgehen“, erklärte Hartmann.
Neuzugang im Jugendausschuss ist Florian Kalk, Lehrer an der Gesamtschule Reichshof. Er kümmert sich fortan um den bislang vakanten Bereich „Fußball in Schule und Kita“. In diesem Spektrum schlummert viel Potenzial, das von den meisten Vereinen (noch) nicht genutzt wird. Am Montag, 14. September, ab 19 Uhr findet im Sportlerheim des BSV Bielstein der Mädchenstaffeltag statt.
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[Die Versammlung fand wie gewohnt im Saal des Restaurants "Thai Elefant" in Vilkerath statt.]