FUSSBALL

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Hohkeppels Zweitvertretung hechelt der eigenen Zielsetzung hinterher

thg; 05.01.2026, 06:00 Uhr
Foto: Thomas Giesen --- Nicht selten war Trainer Giuseppe Brunetto am Rande der Verzweiflung. Die Hohkeppeler Zweitvertretung ist bislang hinter ihren Ansprüchen zurückgeblieben.
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Die Hoffnung stirbt zuletzt: Hohkeppels Zweitvertretung hechelt der eigenen Zielsetzung hinterher

thg; 05.01.2026, 06:00 Uhr
​​​​​​​Lindlar – Die Landesliga-Zweitvertretung von Eintracht Hohkeppel wollte den vierten Aufstieg in Serie, hechelt dem Ziel aber hinterher – Die Hoffnung hat Trainer Giuseppe Brunetto aber noch nicht aufgegeben und nimmt sich die Vorsaison als Vorbild.

Von Thomas Giesen

 

Nach elf Siegen in Folge war es tatsächlich geschafft. Mit dem 3:1-Erfolg gegen Pulheim zum Saisonausklang hatte sich die Zweitvertretung von Eintracht Hohkeppel endgültig Platz eins der Bezirksligatabelle gesichert und stand als Aufsteiger in die Landesliga fest. Es war bereits der dritte Meistertitel und selbstredend auch der dritte Aufstieg in Folge. Realisiert hatte das SVE-Trainer Giuseppe Brunetto, der erst im März das Traineramt bei den Hohkeppelern übernommen hatte. Und genau so sollte es weitergehen. Brunetto war anfangs noch zurückhaltend, was das Saisonziel anging, die Vereinsführung machte jedoch schnell klar, dass auch in der Landesliga nichts anderes zählt als der Aufstieg.

 

Doch dass die Luft mit der zunehmenden Qualität der Spielklassen immer dünner wird, mussten die Hohkeppeler schnell erfahren. Der erste Dämpfer kam gleich zum Auftakt, als man dem SV Schlebusch mit 0:2 unterlag, anschließend spielte man jeweils Unentschieden gegen den FSV Neunkirchen-Seelscheid und den Mitaufsteiger Blau-Weiß Köln und der Fehlstart war für die ambitionierte Eintracht perfekt. Es folgte ein Sieg gegen den schwach in die Spielzeit gestarteten FV Wiehl, der die Probleme nur kurzzeitig verdeckte, ehe mit der 0:1-Pleite beim FV Bonn-Endenich der Tiefpunkt erreicht war. Endenich spielte seit der sechsten Minute in Unterzahl, kassierte in Minute 85 den zweiten Platzverweis und trotz allem schafften es die Hohkeppeler nicht, ein Tor zu erzielen. Die Quittung folgte in der Nachspielzeit, als der Gastgeber die Brunetto-Elf mit einem blitzsauberen Konter endgültig ins Tal der Tränen schickte.

 

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„Wir sind nicht gut in die Saison gestartet, hatten dann aber eine gute Phase mit drei Siegen in Folge gegen Flittard, Rheinbach und Brauweiler. Da haben wir alle gedacht, dass es jetzt aufwärts geht und wir umsetzen können, was wir uns vorgestellt haben. Aber der Alltag hat uns alle wieder eingeholt“, erklärt Brunetto. Der Alltag der Hohkeppeler ist einfach zu beschreiben: Im Gegensatz zu den Teams aus Flittard, Rheinbach und Brauweiler hatten alle anderen Gegner gegen den Favoriten mächtig Beton angerührt und die Hohkeppeler fanden nur selten Lösungen diesen zu durchbrechen. Die 0:1-Niederlage gegen den damaligen Tabellenletzten Fortuna Bonn am achten Spieltag, trotz dreier Aluminiumtreffer, ließ die Stimmung wieder auf den Nullpunkt sinken.

 

Erholt haben sich die Hohkeppeler davon bis zur Winterpause nicht mehr so recht. Magere fünf Pünktchen erspielte man sich in den letzten sechs Begegnungen und schloss die Hinrunde auf Platz neun ab – mit 16 Zählern Rückstand auf den Primus aus Seelscheid. Fünf Platzverweise, zwei davon allein im letzten Hinrundenspiel gegen den TuS Marialinden, leistete sich der Aufsteiger auf dem Weg dahin. „Wir sind in keinem Spiel die schlechtere Mannschaft gewesen, aber wir haben einfach zu viel liegen lassen“, wiederholt Brunetto seine Analyse, die er schon häufiger während der Hinrunde kundtat. Mehrfach bat er um Verzeihung, dass er immer wieder dieselbe Schallplatte auflegen müsse, doch das Problem blieb nun mal das gleiche. „Wir haben viel Ballbesitz und sind immer sehr dominant, aber wir schaffen es nicht, uns im letzten Drittel durchzusetzen. Es ist eben einfacher, Tore zu erzielen, wenn man über den Umschaltmoment kommt. 80 Prozent der Gegentore haben wir so bekommen“, erklärt der Coach.

 

Ändern will er auch in der zweiten Saisonhälfte nichts an der Ausrichtung. „Wir sind eine Mannschaft, die dominant auftreten will. Auch vom Verein ist es gewollt, dass wir offensiv spielen und mit Angriffspressing agieren wollen. Das ist auch meine Sicht des Fußballs. Wenn man eine gute Restverteidigung hat, dann geht das. Wir haben ja auch nicht allzu viel zugelassen, aber es hat manchmal nicht gut funktioniert und wir sind bestraft worden. Die Spielweise bleibt ein Risiko und man kann das Umschaltspiel des Gegners nicht immer vermeiden. Und dann ist Fußball ein Ergebnissport“, so Brunetto. Für die zweite Saisonhälfte wird im Offensivbereich ein wenig nachgebessert. Dort, „wo der Schuh drückt“, soll künftig Louis Müller für mehr Durchschlag sorgen. Der Offensivspieler kommt vom Mittelrheinligisten FC Pesch. Mit weiteren Spielern sei man im Gespräch. Einen größeren Umbruch wie es ihn in Hohkeppel schon des Öfteren gegeben hat, soll aber nicht vollzogen werden.

 

Den vierten Aufstieg in Folge hat Brunetto nicht abgeschrieben. Auch wenn es nicht zum Meistertitel reicht, könnte Platz zwei schon die Qualifikation für die Mittelrheinliga bedeuten. „Ich bin jemand, der Ziele braucht. Ich kann es der Mannschaft auch nicht verkaufen, dass wir jetzt nur noch um die Goldene Ananas spielen sollen. Im Moment sind wir weit weg, aber man weiß ja nie. So ganz wollen wir unser Ziel nicht aus den Augen verlieren. Wir haben zum Rückrundenstart Schlebusch und dann den Tabellenführer. Ziel ist es, sich in einen Flow zu spielen, wie wir ihn am Ende der vergangenen Saison hatten, als wir nach elf Siegen in Folge noch Erster geworden sind.“

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