FUSSBALL
„Ein Stück Sportgeschichte“: Fußballkreis feiert Geburtstag
Oberberg – Vor 25 Jahren wurde der Fußballkreis Berg aus der Taufe gehoben - Jubiläumsveranstaltung fand im Lindlarer Kulturzentrum statt – Festredner würdigten die Arbeit des Vorstands und das Engagement der Vereine.
25 Jahre Fußballkreis Berg – dieses Jubiläum wurde gestern im Lindlarer Kulturzentrum mit vielen Ehrengästen gefeiert. Der Kreisvorsitzende Jürgen Liehn begrüßte unter anderem den Landrat des Oberbergischen Kreises, Klaus Grootens, Klaus-Dieter Becker (stellvertretender Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises), den stellvertretenden Lindlarer Bürgermeister Armin Brückmann, Markus Müller, Vizepräsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM), Tim Bubenzer (Vorstand Finanzen und Personal des Kreissportbundes Oberberg) und den früheren Präsidenten des Landessportbundes, Walter Schneeloch.
[Landrat Klaus Grootens gehörte zu den Festrednern.]
Viele ehemalige und aktuelle Weggefährten aus dem Kreisvorstand sowie dem Jugend- und Schiedsrichterausschuss waren der Einladung ebenfalls gefolgt, während die Resonanz der Vereine zu wünschen übrig ließ. Jürgen Liehn und Co. hatten im Vorfeld für einen Besuch der Veranstaltung fleißig die Werbetrommel gerührt, die meisten Klubs „glänzten“ jedoch mit Abwesenheit.
Nach einem lockeren Zusammentreffen bei Getränken und Currywurst im Foyer des Kulturzentrums startete der offizielle Teil, moderiert von Dirk Hartmann, mit den Grußworten. Dabei hoben alle Redner die herausragende Bedeutung des ehrenamtlichen Einsatzes in den Vereinen hervor und lobten die Arbeit des Fußballkreises im vergangenen Vierteljahrhundert. „Wir feiern heute ein schönes Jubiläum und ein Stück Sportgeschichte“, erklärte Armin Brückmann und ergänzte mit Blick auf die Fusion: „Was damals eine Strukturreform war, ist heute zu einer gewachsenen Fußballfamilie geworden.“
2001 wurde der neue Fußballkreis Berg durch eine Verschmelzung der Altkreise Oberberg und Rheinberg geboren. Der Zusammenschluss erfolgte auf Geheiß des FVM, der die Fusion der kleineren Fußballkreise, die es bis dahin noch gab, vor allem aus finanziellen Gründen forcierte. Drei Jahre lang dauerten die vorbereitenden Maßnahmen, bevor die „Hochzeit“ vollzogen und aus zwei Fußballkreisen einer wurde.
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[Der Kreisvorsitzende Jürgen Liehn begrüßte die Gäste.]
Landrat Klaus Grootens dankte den ehrenamtlich Tätigen für ihr Engagement und sprach seinen Respekt und seine Anerkennung dafür aus, was in den Vereinen geleistet wird. „Es tut unserer Gesellschaft mehr als gut“, so Grootens. Klaus-Dieter Becker und Markus Müller stellten in ihren Reden das Wirken eines Mannes in den Vordergrund, der sowohl bei dem Zusammenschluss der Kreise als auch in der Folgezeit eine zentrale Rolle spielte: Rolf Müller. Von den Anfangstagen bis zum Jahr 2022 leitete er die Geschicke des Fußballkreises als Vorsitzender, ehe er den Staffelstab an Jürgen Liehn weiterreichte.
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[Dirk Hartmann unterhielt sich mit den Urgesteinen Frank Gillen (Mitte) und Theo Boxberg.]
„Es waren nicht immer einfache Zeiten, aber du hast den Fußballkreis Berg stets mit viel Ruhe, Sachlichkeit und Herzblut geführt“, erklärte Becker unter dem Applaus für Müller, der den aktuellen Vorstand weiterhin unterstützt und auch in die Planungen für die Jubiläumsveranstaltung involviert war. Vor allem in den ersten Jahren brauchten sich die Verantwortlichen nicht über zu wenig Arbeit beschweren. „Die Strukturreform war damals mehr als eine taktische Umstellung, sondern – um in der Fußballersprache zu bleiben – ein ziemlich großer Systemwechsel, aus dem der Fußballkreis aber sehr viel gemacht hat“, erläuterte Markus Müller.
Die Brücke zum Jahr 2001 wurde anschließend geschlagen: Dirk Hartmann führte zunächst ein Interview mit den bergischen Trainerlegenden Theo Boxberg und Frank Gillen, die einen launigen und mit vielen Anekdoten gespickten Blick auf die Vergangenheit lieferten.
Danach bat Hartmann die Ehrenvorsitzenden Rolf Müller und Folkmar Becher auf die Bühne. Sie waren als damalige Chefs der Altkreise Rheinberg bzw. Oberberg hautnah dabei, als das neue „Baby“ aus der Taufe gehoben wurde. Lebhaft erinnerten sich die beiden noch an den Tag der Gründungsversammlung. In der Region tobte ein schweres Unwetter, das im Agger- und Wiehltal sogar für Hochwasser sorgte. Zwischenzeitlich wurde sogar eine Absage der Sitzung befürchtet.
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[Männer der ersten Stunde: Rolf Müller (Mitte) und Folkmar Becher gestalteten den Fusionsprozess vor 25 Jahren aktiv mit.]
„Am Ende waren aber 257 Stimmberechtigte aus beiden Kreisen da“, sagte Rolf Müller. Die anfänglichen Bedenken einiger Vereine hinsichtlich der längeren Auswärtsfahrten, insbesondere für die Jugendmannschaften, wurden von den Vorständen schnell zerstreut. Der Zusammenschluss sei ein logischer Schritt gewesen und „im besten Einvernehmen“ erfolgt, betonte Becher. „Sportlich haben wird dadurch einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Die eingleisige Kreisliga A hatte in etwa den Stand von einer Bezirksliga und aus der Kreisliga B ist die ‚alte‘ Kreisliga A geworden“, meinte Becher.
An zwei Kreisligen A und vier Kreisligen B können sich nur noch die Älteren erinnern, der damals eingeführte Zuschnitt der Spielklassen ist mittlerweile Normalität. Als größte Herausforderungen für die Zukunft bezeichnete Jürgen Liehn in seinen Schlussworten die Gewinnung von Ehrenamtlichen und Nachwuchsfußballern. Hier sind viele Vereine bereits in den letzten Jahren dazu übergangen, neue Wege zu gehen - beispielsweise durch die Gründung von Spielgemeinschaften. Ein Trend, der sich noch verstärken wird, aus Sicht von Liehn aber unabdingbar ist: „Jedes Kind, was Fußball spielen möchte, muss auch die Gelegenheit dazu bekommen.“
Nachdem der offizielle Part abgeschlossen war, feierten die Anwesenden bei Livemusik der Band „Jehörsturz“ weiter - oder konnten an einem Fotoautomaten ein Selfie schießen, das direkt ausgedruckt wurde. Am heutigen Sonntag steht, als letzter Teil der Jubiläumsveranstaltungen, das Supercup-Spiel der Frauen zwischen dem SC 27 Bergisch Gladbach und dem TuS Homburg-Bröltal (12 Uhr in Untereschbach) auf dem Programm. Bei den Herren hatte sich der SSV Homburg-Nümbrecht den Titel mit einem 2:0-Erfolg gegen den VfR Wipperfürth gesichert (siehe Bericht).
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[Der stellvertretende Kreisvorsitzende Christian Will (3.v.li.) und Jürgen Liehn zeichneten den langjährigen Vorsitzenden des Ausschusses für Breitensport und Gesundheit, Alfons Arnoldy, mit der Silbernen Ehrennadel des FVM aus.]

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