ENGELSKIRCHEN
Vollzeit-KKL-Leppeabend mit bester Unterhaltung
Engelskirchen – Das Karnevals-Komitee Leppestraße (KKL) hatte zum Leppeabend in das Vereinshaus Dö-Stie-Bu in Buschhausen eingeladen - Über 200 Gäste feierten eine fröhliche und abwechslungsreiche Karnevalssitzung – Die Saaldecke wurde gleich mehrfach strapaziert.
Von Michel Gauger
Bunt, Bunter, KKL – nicht ein Gast ohne Kostüm, der den KKL-Leppeabend am Samstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Buschhausen besuchte. Mit viel Fantasie hatten sich das Publikum auf einen karnevalistischen Abend eingestellt. Dafür sorgte ein Programm, das abwechslungsreicher kaum sein konnte. Eine tolle Mischung, im Saal herrschte Superstimmung und man hatte kaum Zeit, um sich mal hinzusetzen. Im Gegenteil, so mancher Karnevalist verfolgte das Geschehen des Abends durchgehend stehend auf den Stühlen.
[„Biste jood drupp ?“: Der Sitzungspräsident prüfte vor Beginn der Veranstaltung den ordnungsgemäßen Zustand des jecken Publikums.]
„Unsere Mannschaft hat leider die Grippewelle überrollt“, berichtete Andre Krieger noch vor Beginn der Veranstaltung. Gleich mehrere Bedienungen und Helfer seien ausgefallen, was angesichts der bestehenden und flott flitzenden Mannschaft an diesem Abend aber kaum auffiel. Das Karnevalskomitee Leppestraße hatte für seine Gäste wieder einiges auf die Beine gestellt. Nachdem Sitzungspräsident Sven Scherer und sein aus Damen bestehender Elferrat Einzug gehalten hatte, forderte er zum Saal-TÜV auf. „Bitte kontrolliert das Kostüm des Nebenmannes und sind die Gläser auch voll? Ist die Stimmung beim Nebenmann gut? Dann können wir Vollzeit-Karnevalisten ja loslegen!“ Nach der Begrüßung, einem kleinen Seitenhieb auf die Politik, sowie dem Hinweis auf keinerlei Terminprobleme mit Sportveranstaltungen, dem Dank an die Crew und die reaktivierte Zeremonienmeisterin a.D. Heike Lipski, ging es ohne weitere Umschweife los.
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Das Kinderdreigestirn der KG Närrische Oberberger, bestehend aus Prinz Jakob I., Bauer Louis und Prinzessin Mayla, machte mit seinem Schmölzchen den Anfang und erhielt für einen fulminanten Auftritt die erste Saal-Rakete des Abends, gefolgt von einem lauten "Dreimal KKL!". Der darauffolgende Programmpunkt hatte aufgrund der Baustellensituation leichte Anfahrtsprobleme, auch wenn es sich dabei um die direkten Nachbarn, den Ründerother Karnevalsverein, handelte. Ein paar Minuten Musik aus der Konserve und schon zog der RKV in großer Mannschaftsstärke ein, nachdem ein Teil der Strecke zu Fuß bewältigt worden war.

[Der Sticker des KKL ließ es erahnen: Heute sollte man noch tanzende Pizzabäcker „in Aktion“ erleben.]
Prinz Norman I. und seine Prinzessin Melanie hatten mehre Liedchen im Gepäck und hielten den Saal wortwörtlich auf Trab. Irgendwie passend zum gemeinsamen Motto: „De Zügel parat und Musik im Blood, mir fiere zusamme in Ründeroth“, denn seine Tollität frönte mit Reibeisenstimme dem musikalischen Hobby, während die Prinzessin in der Freizeit lieber hoch zu Ross sitzt.
„Mer kumme mit alle Mann vorbei“ sagte sich kurz darauf auch das Tanzkorps Rot-Weiß, das erneut die Decke im Saal strapazierte. Zur Freude des Publikums zeigten die Truppe mehrere Tänze mit "reduzierten" akrobatischen Einlagen. Kommandant Peter Trupke erklärte den Schlachtruf, kurz danach schallte ein lautes „Rut-Wiess - olé“ durch den Saal, bevor die Paarmädels beim Ausmarsch die etwas verschobenen Deckenplatten wieder in die richtige Position brachten.
Musikalisch sorgte die Band „Loss Jonn“ darauf für Mitsing- und Schunkelstimmung, weshalb das Publikum weiterhin keine Stühle nutzen mußte. „Bützje hier, Bützje do","Ming Hätz danzt Polka“ oder die Hymne an Köln, „CCAA“, erfreute neben weiteren kölschen Hits die Jecken im Saal. Sitzungspräsident Scherer schmunzelte mit den Jungs: „Da ihr im letzten Jahr überzogen habt, haben wir diesmal direkt mehr Zeit für euch eingeplant!“ Nachdem für das letzte Lied auch der Kontrabass den Weg ins Gebäude gefunden hatte, stand einem Abschluss der Truppe mit den bestaussehendsten Roadies (so sagt die Band) nichts mehr im Weg.
Dann wurde es wieder etwas enger im Saal. Die KG Rot-Weiß Denklingen mit Prinzenpaar Robin I. und Prinzessin Lisa nebst Hofstaat sowie der Burggarde marschierte ein. Sowohl das Prinzenpaar als auch die Tanzgarde bescherten beste Unterhaltung. Letztere prüfte bei Hebefiguren und Würfen ebenfalls die zuvor schon beanspruchten Deckenplatten. Die Paarmädels setzten diese aber beim Auszug, genau wie ihre Kolleginnen aus Engelskirchen, auch in die korrekte Position zurück.
Einen Angriff auf die Lachmuskeln starteten in diesem Jahr ein weiteres Mal die Omas vom KKL, die mit verschiedenen Liedchen und Tänzen genau den Geschmack der Gäste trafen. Ob die Karnevalsmaus zum Mitmachen oder das Klagelied gegen die alterbedingte Abgabe des Führerscheins, ohne Zugabe und Saal-Rakete ging es für die „freundlichen und betagten Damen“ nicht hinaus. Kreischende Mädels, Cancan-Klänge und schnelle Tanzsschritte nebst Spagatsprüngen, die dem Laien beim Zuschauen schon Schmerzen bereiten – das ist das VfL-Ballett. Fast ohne Pause ließen die jungen Damen die Beine und Röcke fliegen. Da wurde es Zeit, kurz darauf mit den Sternrockern die eigenen Stimmbänder in Schwingungen zu versetzen und dem einen oder anderen kölschen Schunkellied der Band zu frönen.
Mit Prinz Marin I. und Prinzessin Jolina betraten auch die Tollitäten der Närrischen Oberberger am späten Abend noch das Parkett. Die Truppe war mit Bürgermeister Lukas Miebach als Gast auf großer Tournee in der Domstadt gewesen und hatte nun den Elferrat der Gesellschaft dabei. Das feierfreudige Publikum machte bei den Liedern des Schmölzchen natürlich kräftig mit. Nun sollte aber noch der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung folgen. Die Männertanzgruppe des KKL pflegt, den krönenden Abschluss dieser bunten Veranstaltung zu bilden. In diesem Jahr, man konnte es am Sessionssticker erahnen, deutete alles auf die Verbindung "Pizza und Pizzabäcker" hin, was die Truppe musikalisch und tänzerisch umgesetzt hatte. Logisch, dass diese Darbietung erneut wahre Begeisterungsstürme auslöste und Appetit auf die nächste KKL-Sitzung machte.

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