ENGELSKIRCHEN
Prunksitzung mit Groß und Klein
Engelskirchen – Volles Haus bei der großen Prunksitzung der Närrischen Oberberger - Elferrat und Schmölzchen lösen Paragraphen ein - Abwechslungsreiches Programm für alle Generationen.
Von Michael Gauger
Die traditionelle Prunksitzung der KG Närrische Oberberger ist stets ein Karnevalsevent für alle Generationen, bei dem man gerne zu Beginn neben beiden Schmölzchen auch den den tänzerischen Nachwuchs präsentiert. Diesmal sollte eine junge Truppe aufmarschieren, die noch eine kleine Überraschung im Gepäck hatte.
[In Engelskirchen schaut selbst die Queen vorbei.]
Literat Philipp Söhngen begrüßte die buntkostümierten Jecken im ausverkauften Festzelt und erinnerte an die Wichtigkeit des Ehrenamtes und des gemeinsamen Feierns, bevor er den Startschuss zum Einmarsch gab. Neben dem Kinderelferrat, dem Kinderdreigestirn mit Prinz Jakob I., Prinzessin Marya und Bauer Louis mit Gefolge waren die Pänz Rut-Wiess und die Jugendtanzgruppe heute in der Startaufstellung, begleitet vom Elferrat mit Sitzungspräsident Daniel Technow und dem Prinzenpaar Marin I. und Prinzessin Jolina mit ihren Mariechen und Adjutanten, die Strüßjer werfend und bützend einzogen, so dass die Bühne in Windeseile voll wurde.
Schnell war auch erklärt, warum der Elferrat Sonnenbrillen in Herzform trug, denn dies war ein Paragraph der Kindertollitäten, der ein Herz-Accessoire vorgeschrieben hatte. Genauso wie bei beim großen Schmölzchen, das ein Mottolied mit „Pappnase“ darbrachte, bevor die Jugend jeweils einen vielumjubelten Tanz zum Besten gab. Auch die Kindertollitäten präsentierten ihre Mottoliedchen. Nachdem den Betreuern und Trainern beider Tanzgruppen gedankt worden war, wurde Pänz-Trainerin Janika Frings von ihren Schützlingen herbeizitiert. Da sie nach nunmehr 15-jähriger Tätigkeit ihren Posten abgibt, dankte ihr die 24-köpfige Truppe mit einem Präsent. Vorab hatte man schon stolz verkündet, dass man ihr auch die heutige Premiere im Festzelt verdanken würde.
[Liebesgott Amor feierte heute neben Valentinstag auch seinen Geburtstag – 1.400 Jecke sangen später noch „Happy Birthday“.]
Nach dem Ausmarsch sorgte Sitzungspräsident Technow für etwas Ruhe und Respekt für die Redner, so sollte auch Martin Schopps als nächster Programmpunkt Gehör finden. Schopps nahm unter anderem Vegetarier auf die Schippe und erklärte, dass selbst Witze über Tofu geschmacklos seien oder bei „Russisch Boulette“ fünf von sechs Frikadellen vegan wären.
Natürlich waren auch Erfahrungen als Lehrer ein Thema, bevor die Zugabe mit Gitarre und Reimliedchen gegeben wurde. Bei "Cat Ballou" gab es kein Halten mehr, der Bühnenrand wurde belagert. Ob bei „Hück steiht de Welt still“, „Et jitt kei Wood“ oder dem aktuellen Titel „Eau de Cologne“, die großen und kleinen Fans zeigten sich textsicher. Erstes Eigengewächs war die Schlossgarde, die neben ihrem „Raumschiff“ Maurice, wie Bühnenkommandant Paul Remmel ihn nach dem Titel von Peter Schilling betitelte, auch ihre „Marie“ Yasmine quer über die Bühne fliegen ließen.
Die Truppe genoss den Auftritt im heimischen Wohnzimmer und zog später mit Leuchtstäben winkend aus. Mit Comedian Peter Löhmann tauchte ein frisches Gesicht in Engelskirchen auf. Der Deutsch-Schweizer war nicht nur mit der Stimme flott unterwegs, bereits vor dem Auftritt hatte er kleine und große Gäste mit Ballonfiguren versorgt. Mit Musikschnipseln verschiedener Jahre und Genres brachte er das Zelt ans Singen oder Schunkeln. Fast so rasant, das mancher kaum mitkam. Kein Wunder, nennt er sich doch selber Kapitän Papperlapapp, Kapitän der guten Laune!
![]()
[„Mit der Pappnas' im Gesicht erfüllte das Schmölzchen seine Pflicht.]
Neben Bürgermeister Lukas Miebach und Gattin waren auch sein Vorgänger Dr. Gero Karthaus sowie Landrat Klaus Grootens unter den Gästen an diesem Tag. Tapetenwechsel, die nächste Band klopfte an. Mit den "Klüngelköpp" macht man nie was falsch, sie starteten direkt mit „Niemols ohne Alaaf“. Auch hier war sofort die Bühne belagert und die Stimmung gipfelte bei „Bella Ciao“ und beim neuen Hit „Cést la vie“ gab's eine Ladung Konfetti, teilweise auch ins Kölschglas. Mitmach-Workout war angesagt bei der Rhythmussportgruppe, einer Vollgas-Brass-Poptruppe aus Köln und Düsseldorf. Songs wie „Rheinfeiern“, „Meine Freunde“, „Bisschen Euphorisch“ oder „Kein Kölsch“ hatte man bestimmt schon im Ohr. Wohnzimmer-Feeling brachte auch das VfL-Ballett mit, das gewohnt kreischend und rockschwingend die Bühne eroberte, wo im Cancan-Stil zu Stimmungshits die Beine in die Höhe geworfen wurde. So langsam ging es für die Familien-Karnevalssause in den Endspurt.
"Die Boore" und die "Swinging Funfares" holten beim Schunkeln und Mitsingen nochmals die letzten Reserven aus dem jecken Volk, ehe das Tanzkorps Rut-Wiess mit einem umjubelten Auftritt einen glamourösen Schlusspunkt setzten. Die bewährte Hausband „Quartier 06“ sorgte auch bei dieser Veranstaltung für die passenden musikalischen Akzente.

BILDERGALERIE