ENGELSKIRCHEN

„Alte Bücherfabrik“: Siegerentwürfe gekürt

fj; 29.05.2019, 14:05 Uhr
Foto: Fenja Jansen/Visualisierungen: Gatermann + Schossig Architekten --- (v. li.) Jan Rubenstrunk und Sven Gaeßler von Gatermann + Schossig sowie Michael Advena und Bürgermeister Dr. Gero Karthaus.
ENGELSKIRCHEN

„Alte Bücherfabrik“: Siegerentwürfe gekürt

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fj; 29.05.2019, 14:05 Uhr
Engelskirchen – Die „Alte Bücherfabrik Jäger“ in Ründeroth soll zu einem Bürgerzentrum sowie Zentrum für Gesundheit und Pflegeberatung umgewandelt werden – Aus den 15 Teilnehmern eines europaweiten Wettbewerbs wurden nun die Sieger gekürt.

Die Gatermann + Schossig Architekten GmbH ist als Sieger aus dem europaweiten Architektenwettbewerb zur Neugestaltung der „Alten Bücherfabrik Jäger“ in Ründeroth hervorgegangen. Mit seinen Plänen für das alte Fabrikgebäude an der Oststraße, das zu einem Bürgerzentrum mit Multifunktionssaal sowie einem Zentrum für Gesundheit und Pflegeberatung umgewandelt werden soll, hatte sich das Architekturbüro aus Köln gegen 14 Mitbewerber durchgesetzt. Die Siegerentwürfe stellten Engelskirchens Bürgermeister Dr. Gero Karthaus und Planungsamtsleiter Michael Advena heute mit den Architekten in der Malteser Kommende vor. „Das passt“, fand der Bürgermeister, „denn auch an diesem Ort wurde aus alten Gemäuern etwas Neues und Besonderes erschaffen. Dieses Ziel verfolgen wir auch bei der ‚Alten Bücherfabrik‘.“

 

[Innenperspektive: Gastronomiebereich in der "Alten Bücherfabrik" nach der Umgestaltung.]

 

Für die Planung der Umgestaltung dieses „alten Gemäuers“ haben sich die Architekten von Gatermann + Schossig vor allem von einer Idee leiten lassen: In die bestehende Bausubstanz sollen insgesamt sechs gläsern-hölzerne Kuben als neue Elemente eingeschoben werden. „Durch Abriss einiger Anbauten und kleiner Gebäudeteile entsteht eine zentrale Erschließungspassage zwischen den zwei seitlichen Gebäuderiegeln. Entlang dieser schieben sich unterschiedliche Kuben in und zwischen den Bestand und ergänzen die Flächen mit wesentlichen Funktionen. So entwickeln sich repräsentative Eingangsbereiche und Erschließungen, Gastronomieflächen und die Veranstaltungshalle“, erklärte Architekt und Gesellschafter Jan Rubenstrunk.

 

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In den Plänen des Siegerentwurfs befindet sich das Gesundheitszentrum mit Arztpraxen, Beratungsangeboten, Bank und Geschäften im östlichen Teil. Es schließt sich ein Durchgang zur Oststraße an, dessen nördlichen Auftakt eine Bäckerei mit Café als Eingang in die Passage bilden soll.

„Der östliche Gebäuderiegel startet mit dem Bürgerzentrum am nördlichen Eingang. Hier liegt die Vorratskammer mit dem nichtkommerziellen Café, die sich durch einen Eingangs-Kubus im Außenraum abzeichnen. Hier befinden sich auch die Außenstelle der Verwaltung, Vereine und Treffs.

Im südlich anschließenden Baustein sind die Gastronomie im Erdgeschoss und die Bücherei im Obergeschoss angeordnet. Dieser gesamte Baustein dient auch als flexible Foyerfläche bei Veranstaltungen mit großen Personenzahlen“, erklärte der Architekt weiter. Zwischen den Kuben und der Bestandstruktur sollen Außenräume für Außengastronomie und Kommunikation entstehen. Westlich und südlich der alten Fabrik sind 165 Stellplätze vorgesehen, die über die Hubertusstraße erschlossen werden sollen.

 

Beschlossene Sache ist der Siegerentwurf aber noch nicht, er muss sich in einem sich anschließenden Vergabeverfahren gegen die beiden zweitplatzierten Entwürfe der Architekturbüros PASD Feldmeier und Wrede aus Hagen sowie Wannemacher & Möller aus Bielefeld durchsetzen – die gestrige Juryentscheidung fließt hier jedoch mit ein. Der endgültige Siegerentwurf soll dann noch in diesem Jahr der Politik und Öffentlichkeit vorgestellt werden. Auf den A-Stempel im Förderprogramm Regionale und damit die Aussicht auf eine 60-prozentige Förderung des Projekts hofft Karthaus im Jahr 2020, läuft alles wie erhofft, könnten 2021 die ersten Bagger rollen. „Mit einem ungefähren Invest von 20 Millionen Euro und einer Nutzfläche von 7.500 Quadratmetern reden wir hier von keiner Kleinigkeit, sondern einem Projekt mit Strahlkraft über die Gemeinde hinaus. Ohne Förderungen wäre dies nur schwer zu stemmen“, so der Bürgermeister.

 

[Außenperspektive: Eine Passage soll beide Gebäudeteile verbinden.]

 

Sollte das Projekt „Umwandlung der Alten Bücherfabrik“ wider Erwarten keine Fördergelder aus der Regionale erhalten, würde es Karthaus aber trotzdem nicht zu den Akten legen. „Schließlich gibt es jetzt schon Mietinteressenten. Im Falle eines Falles wäre also sicher ein privater Investor zu finden“, beschreibt der Bürgermeister einen möglichen Plan B. Erst einmal geht er aber vom Gelingen des „Plans A“ und einer Regionale-Förderung aus. „Neben der Mobilität ist das Thema ‚Gesundheit und Pflege‘ schließlich maßgeblich für die Zukunft und Entwicklung der gesamten Region.“

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