BLAULICHT
Starkes Jahr für die Feuerwehr Nümbrecht
Nümbrecht – Mehr als 35.000 Stunden Ehrenamt und neue Herausforderungen im Bevölkerungsschutz: Bei der Jahresdienstbesprechung zog die Feuerwehr Nümbrecht Bilanz und ehrte langjährige Mitglieder.
Gestern Abend war die Freiwillige Feuerwehr Nümbrecht zur Jahresdienstbesprechung im Nümbrechter Parkhotel zusammengekommen. Neben einem Rückblick auf das Jahr 2025 standen Beförderungen, Ernennungen und Ehrungen im Mittelpunkt der Veranstaltung.
[Nümbrechts Wehrführer Michael Schlößer.]
Bereits im Vorfeld wurde deutlich: Die Feuerwehr konnte auf ein arbeitsreiches und zugleich erfolgreiches Jahr zurückblicken. „170 Einsätze, über 35.000 Stunden geleistetes Ehrenamt. - wir sind eine Feuerwehr, die wächst, in die investiert wird und die sich weiterentwickelt“, fasste Feuerwehrleiter Michael Schlößer die Entwicklung zusammen. Die Einsatzkräfte bewältigten im Jahr 2025 genau 170 Einsätze, darunter 38 Brandeinsätze sowie 92 technische Hilfeleistungen. Besonders in Erinnerung blieben unter anderem ein aufsehenerregender Einsatz rund um einen Quecksilberfund am Parkplatz des Parkhotels sowie ein schwerer Unfall, bei dem ein Transporter in ein Wohnhaus gefahren war. „Zwei Einsätze, die auch überregional für Aufmerksamkeit gesorgt haben“, so Schlößer.
Insgesamt konnten 24 Menschen aus Notlagen gerettet werden. „Das ist der Kern unserer Arbeit – und dafür sind wir da“, betonte der Feuerwehrleiter. Über alle Bereiche hinweg leisteten die Mitglieder der Feuerwehr 35.023 Stunden ehrenamtlichen Dienst.
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Auch personell entwickelte sich die Feuerwehr Nümbrecht positiv. Zum Jahresbeginn 2026 zählte die Wehr insgesamt 336 Mitglieder. Die Einsatzabteilung umfasste 187 Kräfte, darunter 33 Frauen. Besonders erfreulich war die Entwicklung im Nachwuchsbereich: „Das stetige Wachstum hält erfreulicherweise weiter an“, sagte Schlößer mit Blick auf die Jugendfeuerwehr, die inzwischen rund 80 Mitglieder zählt.
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[Stellvertretender Leiter der Feuerwehr, Wilhelm Weber (v.li.), Sebastian Kranz (als Gemeindejugendfeuerwehrwart entlassen), Patrick Bäcker (neuer Gemeindejugendfeuerwehrwart) sowie seine Stellvertreterinnen Anna Lena Best und Annemarie Holländer, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, Sascha Polke, Jona Hahn (zum stellvertretenden Löschgruppenführer der LG Bierenbachtal ernannt) und Wehrführer Michael Schlößer.]
Ein zentrales Thema sprach Schlößer mit Blick auf die Einsatzbereitschaft an: die sogenannte Tagesalarmstärke. Gerade werktags zwischen 8 und 18 Uhr sei es eine große Herausforderung, ausreichend Einsatzkräfte innerhalb der Hilfsfristen verfügbar zu haben. Umso wichtiger seien zusätzliche Kräfte, die tagsüber einsatzbereit sind. Für die Bereiche Bierenbachtal und Winterborn konnten fünf Kräfte aus Nachbarfeuerwehren – allesamt Mitarbeiter der Firma Sarstedt – gewonnen werden. Auch in Nümbrecht selbst verstärken zwei Mitarbeiter der Gemeindewerke die Tagesverfügbarkeit. „Erste Einsätze zeigen bereits eine deutliche Verbesserung der Einsatzstärken vor Ort“, so Schlößer, der den beteiligten Unternehmen ausdrücklich für ihre Unterstützung dankte.
Neben Einsätzen und Ausbildung prägten zahlreiche Aktivitäten das Feuerwehrjahr. Dazu gehörten unter anderem der Umzug in das neue Gerätehaus in Nümbrecht sowie das 150. Jubiläum der Löschgruppe. Auch in die Ausstattung wurde und wird weiter investiert: Mehrere neue Einsatzfahrzeuge im Gesamtwert von rund zwei Millionen Euro sollen im Laufe des Jahres 2026 in Dienst gestellt werden. „Das ist ein klares Signal: Diese Gemeinde steht zu ihrer Feuerwehr. Und wir stehen zu unserer Aufgabe“, so Schlößer.
Bürgermeister Thomas Hellbusch (links) würdigte in seiner Ansprache insbesondere den außergewöhnlichen Einsatz und die Verlässlichkeit der Feuerwehr – auch aus eigener Erfahrung. Als ehemaliger Polizeibeamter habe er in zahlreichen gemeinsamen Einsätzen immer wieder erlebt, „dass die Feuerwehr da war“ – oft sogar noch vor der Polizei. „Da wussten wir: Die Menschen sind in guten Händen“, so Hellbusch. Besonders hob er die Mischung aus Professionalität und menschlichem Mitgefühl hervor sowie die enorme Belastung des Ehrenamts, das häufig einem „zweiten Job“ gleiche. Zugleich sicherte er der Feuerwehr die volle Unterstützung der Gemeinde zu: „An Sicherheit wird nicht gespart.“ Abschließend betonte Hellbusch: „Nümbrecht ist stolz auf euch. Ich bin stolz auf euch.“
Der stellvertretende Kreisbrandmeister Mathias Schneider richtete den Blick in die Zukunft der Gefahrenabwehr. Die Anforderungen an die Feuerwehren hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert – etwa durch Extremwetterlagen, Vegetationsbrände oder Störungen kritischer Infrastrukturen. „Krisen sind komplexer geworden, sie überlagern sich und stellen die Einsatzkräfte vor neue Herausforderungen“, betonte Schneider. Umso wichtiger sei die Anpassungsfähigkeit der Feuerwehren, die sich seit jeher stetig weiterentwickelten. Zudem hob er mit Blick auf die kommenden Jahre insbesondere das Thema gesellschaftliche Resilienz hervor: Feuerwehren seien längst mehr als reine Einsatzorganisationen, sondern „Stabilitätsanker in den Kommunen“.
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[Für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr Nümbrecht wurde Wolfgang Klos (3. v. re.) und für 70 Jahre Manfred Geilenberg (3. v. li.) geehrt.]
Ein besonderer Moment der Jahresdienstbesprechung war die Ehrung langjähriger Mitglieder. Für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurde Wolfgang Klos von der Löschgruppe Bierenbachtal ausgezeichnet. Eine außergewöhnliche Ehrung erhielt Manfred Geilenberg von der Löschgruppe Marienberghausen für beeindruckende 70 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit.

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