BLAULICHT

Runter vom Gas! Viertklässler setzen sich für Schulanfänger ein

lw; 04.09.2026, 11:11 Uhr
Fotos: Lars Weber --- Ina Beyenburg, Lenn und Lio (vorne) sprechen mit Lilia Gellert.
BLAULICHT

Runter vom Gas! Viertklässler setzen sich für Schulanfänger ein

lw; 04.09.2026, 11:11 Uhr
Waldbröl – Präventiv-Aktion der Polizei und der Verkehrswacht an der Grundschule Wiedenhof – Gerade Erstklässler haben noch wenig Erfahrung im Straßenverkehr.

Von Lars Weber

 

Erhöhte Vorsicht ist in diesen Tagen wieder bei allen Verkehrsteilnehmern angesagt. Am Mittwoch hat die Schule wieder begonnen und damit starten auch Hunderte neue Erstklässler an den Grundschulen im Kreis. Die Polizei des Oberbergischen Kreises weiß: Die „i-Dötzchen“ sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer, haben noch wenig Erfahrung, machen auch mal Fehler und sind obendrein noch schwer zu sehen. Deshalb hat es gute Tradition, dass die Polizei und die Verkehrswacht gemeinsam mit den Grundschulen die Autofahrerinnen und Autofahrer ohne erhobenen Zeigefinger für die Situation auf den Straßen sensibilisieren. Seit gestern laufen einige dieser Aktionen. Heute Morgen waren unter anderem die Polizistinnen Ina Beyenburg und Daniela Kindel (beide Prävention und Opferschutz) bei der „Ponyklasse“ 4b an der GGS Wiedenhof in Waldbröl zu Gast. Die 23 Schülerinnen und Schüler sprachen dabei an der Busbucht mit vielen verständnisvollen Autofahrern.

 

An das Auto von Lilia Gellert aus Morsbach traten die Zwillinge Lenn und Lio Gelhausen und beruhigten erstmal: „Sie haben nichts falsch gemacht!“. Die Neunjährigen machten nach einer kurzen Einführung von Beyenburg deutlich, worum es ihnen geht. „Wir haben jetzt 100 neue Erstklässler an unserer Schule“, sagten sie. „Die kennen sich noch nicht so gut aus. Bitte, fahren Sie hier langsam.“ Die Morsbacherin versprach, sich daran zu halten und bekam als kleine Erinnerung wie alle Autofahrer eine kleine Karte von der Polizei. „Eine gute Aktion!“, befand Gellert. Fanden auch Lenn und Lios Klassenkameradinnen Emilia und Mila. „Die Autofahrer haben sich gefreut. Das hat Spaß gemacht.“

 

[Die Kinder übergaben jedem Autofahrer eine Erinnerungskarte.]

 

Präventiv wirken, Aufmerksamkeit schaffen, Rücksichtnahme sowie eine angemessene und vorausschauende Fahrweise fördern, das alles möchte die Polizei mit der Aktion bewirken, erzählten Carsten Röser, Leiter der Direktion Verkehr, und Polizeisprecher Marc Leporin, die in Waldbröl vor Ort waren. Röser gab an, dass es im vergangenen Jahr einen Unfall auf dem Schulweg gegeben habe im Kreis, im laufenden Jahr ebenso. „Das sind zum Glück sehr kleine Zahlen.“ Aber jeder Unfall sei natürlich einer zu viel.

 

[Die Klasse 4b der GGS Waldbröl-Wiedenhof zusammen mit der Klassenlehrerin Wera Krämer (v.li.), Ingo Sauerbier (Verkehrswacht) sowie von der Polizei Carsten Röser, Ina Beyenburg und Daniela Kindel.]

 

Die Bezirksdienstbeamten Thomas Knuth und Carsten Ecky sowie Ingo Sauerbier, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht, wiesen in diesem Zusammenhang besonders auf das Thema Elterntaxis hin, das nicht nur in Waldbröl ein Thema sei, sondern kreisweit. „Diese Verkehre müssen weniger werden“, sagte Sauerbier. Die Verkehrserziehung der Kinder beginne bereits in der Kita. Darauf müsse aufgebaut werden. Wenn dann die Kinder in die Schule kommen, sollte der Schulweg noch in den Ferien abgegangen werden. „Auf knifflige Situationen können Eltern hinweisen und diese mit den Kindern üben.“ Und wenn die Schule losgeht, müsse man nicht bis vor die Klassenzimmertür fahren. Wer die Kinder zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit abliefert, könne einen Parkplatz in der Nähe der Schule anfahren – dann gehen die Kinder den Rest zu Fuß. Auch so werde der Verkehr rund um die Schule entspannt und sicherer.

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