BLAULICHT

Richtig handeln bei Starkregen und Überflutung

Red; 22.10.2026, 16:55 Uhr
Foto: DLRG Nordrhein.
BLAULICHT

Richtig handeln bei Starkregen und Überflutung

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Red; 22.10.2026, 16:55 Uhr
Oberberg – Rund 200 Einsatzkräfte haben im Rhein-Sieg-Kreis an einer Katastrophenschutzübung teilgenommen – Auch die oberbergischen Wasserrettungseinheiten waren beteiligt.

Der DLRG Landesverband Nordrhein hat in Abstimmung mit den Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln eine mehrtägige Katastrophenschutzübung im Rhein-Sieg-Kreis durchgeführt. Rund 200 Einsatzkräfte trainierten dabei die Bewältigung einer großflächigen Hochwasserlage. Auch die DLRG-Einheiten aus dem Oberbergischen Kreis waren darin eingebunden. Das teilte der DLRG-Bezirk heute mit.

 

Dem Übungsszenario lag eine fiktive Hochwasserlage infolge massiven Stark- und Dauerregens zugrunde. Erhebliche Schäden an der Infrastruktur, unpassierbare Straßen und Wege sowie kurzfristig eintretende Notlagen erschwerten die Einsatzbedingungen. Durch angenommene Deichbrüche und dynamische Überflutungen entstanden immer wieder neue Gefahrenlagen, auf die die Einsatzkräfte in der Anfang Oktober durchgeführten Übung reagieren mussten.

 

Einsatzvorbereitung beginnt bereits Tage zuvor

 

Für die oberbergischen Kräfte begann die Vorbereitung bereits einige Tage vor dem eigentlichen Übungsbeginn. Nach einem Voralarm durch die Koordinierungsstelle des Landesverbandes wurden die Einsatzkräfte auf eine mögliche Alarmierung vorbereitet. Dazu gehörten das Packen der persönlichen Ausrüstung, die Überprüfung der Fahrzeuge und Boote sowie deren zusätzliche Beladung für einen Hochwassereinsatz.

 

 

Menschenrettung unter schwierigen Bedingungen

 

Im Verlauf der Übung mussten die Einsatzkräfte nach ihrer Vorpositionierung im angenommenen Schadensgebiet mit einer improvisierten Unterbringung in einer Turnhalle zurechtkommen. Anschließend galt es, verschiedene Einsatzaufträge unter den Bedingungen einer großflächigen Überflutung abzuarbeiten. Dazu gehörten die Rettung und Versorgung von Menschen, die vom Wasser eingeschlossen waren, Taucheinsätze zur Menschenrettung und technischen Hilfeleistung sowie die Bergung von Fahrzeugen aus dem Wasser. Darüber hinaus wurden großflächige Such- und Rettungseinsätze nach plötzlich eintretenden Überflutungen durchgeführt.

 

Übung als Grundlage für weitere Verbesserungen

 

Das Fazit fiel sowohl aufseiten der Übungsleitung als auch bei den teilnehmenden Einsatzkräften überwiegend positiv aus. Die mehrtägige Übung bot die Möglichkeit, bestehende Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen zu überprüfen und die Zusammenarbeit über Kreis- und Bezirksgrenzen hinweg weiter zu festigen. Gleichzeitig gehört es zum Ziel jeder Katastrophenschutzübung, Verbesserungspotenziale zu erkennen und daraus Erkenntnisse für die weitere Arbeit abzuleiten. Die regelmäßige Vorbereitung trägt dazu bei, die Einsatzformationen für anspruchsvolle und dynamische Schadenslagen weiterzuentwickeln und ihre Leistungsfähigkeit zu stärken.

 

 

Einsatzkräfte kreisweit verteilt

 

Rund 100 Mitglieder der DLRG im Oberbergischen Kreis engagieren sich im Katastrophenschutz. Die oberbergischen Einsatzkräfte setzen sich aus drei bestellten Zugführern, dem Führungstrupp aus Bergneustadt, der Tauchergruppe Oberberg am Standort Gummersbach, den Bootstrupps aus Hückeswagen, Wipperfürth und Gummersbach, dem Strömungsrettungstrupp aus Waldbröl sowie dem Logistiktrupp aus Wipperfürth zusammen.

 

Gemeinsam mit Einsatzkräften aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis, Köln, Leverkusen, Duisburg, Krefeld und weiteren Regionen werden die oberbergischen Kräfte in zwei von insgesamt 20 Wasserrettungszügen Nordrhein-Westfalen (WR-Z NRW) eingesetzt. Diese landesweit einheitlichen Einsatzformationen dienen der überörtlichen Hilfeleistung und werden bei Bedarf regionsübergreifend zusammengeführt. Zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft und zur Festigung der Zusammenarbeit finden zweimal jährlich entsprechende Übungen statt.

 

Wie wichtig diese Strukturen sind, zeigen auch die Erfahrungen aus vergangenen Einsatzlagen. So waren DLRG-Kräfte unter anderem 2012 in Magdeburg und 2021 in Erftstadt im Einsatz. Im Jahr 2024 kam es zudem zu einem mehrtägigen Einsatz in Bayern. Darüber hinaus wurden die Einheiten 2023 für mögliche Einsätze im Saarland und in Duisburg voralarmiert. Auch während der Fußball-Europameisterschaft 2024 erfolgten mehrfach Voralarme. Diese Beispiele verdeutlichen, dass die Wasserrettungszüge auf unterschiedliche Schadenslagen vorbereitet sein müssen und auch über die Grenzen des Oberbergischen Kreises hinaus zur Unterstützung herangezogen werden können.

 

Verstärkung gesucht

 

Die DLRG sucht dringend Verstärkung, so etwa Schwimmausbilder, Rettungsschwimmer, Bootsführer, Taucher, Strömungsretter und Führungskräfte. Interessierte können sich über das Angebot in den einzelnen Gliederungen informieren. Ansprechpartner erreichen Interessierte per E-Mail an personal@bez-oberberg.dlrg.de.

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