BERGNEUSTADT
Neuer Teilnehmerrekord beim Bergneustädter Nachtlauf
Bergneustadt - 1.409 gemeldete Läuferinnen und Läufer machten die 44. Auflage des AggerEnergie- und Sparkassen-Nachtlaufs zum bisher teilnehmerstärksten Lauf - Michele Krüger und Regina Tasarek setzen sich auf verkürzter, aber anspruchsvoller Strecke die Krone auf.
Am Freitagabend war die Bergneustädter Innenstadt wieder Schauplatz des AggerEnergie- und Sparkassen-Nachtlaufs. Der Traditionswettbewerb wurde zum 44. Mal ausgetragen und bescherte den Veranstaltern mit 1.409 gemeldeten Teilnehmern einen neuen Rekord. Den Auftakt machten die jüngsten Teilnehmer. Mehr als 400 Bambini sowie elf Läufer mit Handicap gingen über 800 Meter an den Start. Wegen der großen Zahl an Anmeldungen wurde der Bambinilauf erneut in zwei Durchgänge aufgeteilt.
[In voller Ausrüstung mischen sich auch Feuerwehrkameraden der Neustädter Wehr unter den 800 Meterlauf der Bambini.]
Lina Kuxdorf sorgte im Hasenkostüm als Vorläuferin für zusätzliche Motivation, während das VfL-Gummersbach-Maskottchen Gummi gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Thul die Kinder anfeuerte. Auch Feuerwehrleute begleiteten die Bambinis in voller Montur. Thul war anschließend sichtlich beeindruckt von der Leistung der Kinder. „Die sind so begeistert und so motiviert, hier mitzumachen und freuen sich dann über die Medaille. Das ist schon der Wahnsinn“, sagte er. Für alle Finisher gab es im Ziel eine Teilnehmermedaille sowie Äpfel und Müsliriegel von der Firma Martinrea aus Bergneustadt.
Mit 388 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war auch der Schülerlauf über 1,8 Kilometer stark besetzt. Die Strecke führte durch die Altstadt zurück zum Rathausplatz. Bei den Mädchen siegten Lotta Josephine Heinze von der Sonnenschule (U10), Ana Hoffmann Arroyo vom VfL Gummersbach (U12) und Penelope Fernandez Echeverria vom Wiehltaler LC (U14). Bei den Jungen setzten sich Mert Kocatas von der Sonnenschule (U10), Mats Himmel vom Wüllenweber-Gymnasium (U12) und Kaleb Hornbruch vom Wüllenweber-Gymnasium (U14) durch.
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[Beim Schülerlauf gingen 388 Mädchen und Jungen über die 1,8 Kilometer lange Strecke durch die Bergneustädter Altstadt an den Start.]
Über 3,5 Kilometer führte anschließend der Jedermannlauf. Rund 120 Läuferinnen und Läufer gingen auf die Strecke. Bei den Männern hatte Louis Piertzik von der maxum Schutzsysteme GmbH die Nase vorn und bei den Frauen gewann Lena Pickhardt von der LG Gummersbach. Beim Lauf über fünf Kilometer, der gemeinsam mit dem Jedermannlauf gestartet wurde, waren 157 Teilnehmer am Start. Die Strecke musste dreimal absolviert werden. Den Sieg bei den Frauen holte Ira Achenbach von der SG Wenden, bei den Männern gewann Jonas Brücher von der LG Gummersbach.
Mit Emma Brand, Jessy und Lina Kuxdorf waren auch drei Handballspielerinnen der HDB Löwen Oberberg dabei. Die fünf Kilometer hatten es aus ihrer Sicht durchaus in sich. „Der Berg war sehr hart am Anfang“, sagte Emma Brand. Lina Kuxdorf fand vor allem den Anstieg in der Altstadt anstrengend: „Der Berg in der Altstadt war schon hart. Aber es hat auch Spaß gemacht.“ Am Ende konnte sich das Trio über gute Platzierungen freuen: Emma Brand wurde Zweite, Lina Kuxdorf und Jessy belegten die Plätze sieben und acht.
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[Die drei Erstplatzierten des Neustadtlaufs über rund 8,5 Kilometer: Michele Andre Krüger (416), Dennis Stricker (415) und Jukian Dannenberg (492) bei den Männern (oberes Foto) sowie Regina Tasarek (Mitte), Mona Schmidt (154) und Maria Tsukanova (195) bei den Frauen (unteres Foto).]
Beim längsten Lauf des Abends gingen 113 Teilnehmer auf die Strecke. Der Neustadtlauf führte sechsmal durch die Altstadt. Bei den Männern setzte sich Michele Krüger von der maxum Schutzsysteme GmbH durch. Im Vorjahr hatte der Seriensieger der Lauf-Wettbewerbe in der Region - vergangene Woche setzte er sich beim Sommerlauf in Wiehl zum dritten Mal in Folge durch - mit Platz zwei begnügen müssen. Bei den Frauen siegte Regina Tasarek vom TuS Drolshagen. Die Strecke war in diesem Jahr technisch bedingt mit rund 8,5 Kilometern etwas kürzer als die ausgeschriebenen zehn Kilometer. Die erzielten Zeiten sind daher nicht mit regulären Zehn-Kilometer-Ergebnissen vergleichbar.
Krüger nutzte den Lauf vor allem als Einstimmung auf eine noch größere athletische Herausforderung. „Es ist für mich ein Vorbereitungswettkampf, weil ich Mitte Oktober einen Marathon in Essen laufe“, erklärte der Sieger. Der Nachtlauf sei für ihn eine gute Trainingseinheit gewesen und habe „Bock gemacht“. Die Strecke empfand er allerdings als anspruchsvoll: „Läuft ja nur gefühlt 700 Meter berghoch und dann wieder 700 Meter bergrunter. Das ist schon eine anstrengende Strecke.“ Besonders eine kleine Rampe habe nach mehreren Runden wehgetan.
Beste Bergneustädterin im Neustadtlauf war die vereinslose Sonja Hedderich auf Rang vier. Auch sie hatte mit dem Anstieg zu kämpfen. „Der Anstieg ist richtig knackig in der sechsten Runde auf jeden Fall“, sagte Hedderich. Gleichzeitig zeigte sie sich von der neuen Streckenführung angetan: „Es wäre total super, wenn die Strecke beibehalten würde. Ich finde es echt gut.“
Eine besondere Geschichte schrieb Karin Scheer (li.) vom TV Kleinwiedenest. Die Bergneustädterin war am Freitag noch 76 Jahre alt und feiert heute ihren 77. Geburtstag. Sie gehört seit vielen Jahren zum Teilnehmerfeld und absolvierte auch diesmal den längsten Lauf des Abends. „Ich laufe schon fast alle 44 Läufe mit. Also die ersten drei, vier nicht. Aber ich bin immer dabei und freue mich jedes Jahr aufs Neue, dass ich teilnehmen kann“, erzählte Scheer vor dem Start. Mit Blick auf ihren Geburtstag wollte sie es diesmal etwas vorsichtiger angehen lassen. „Mit meinen morgen 77 Jahren laufe ich ein bisschen auf Sicherheit“, sagte sie und verwies unter anderem auf die Pflastersteine in der Altstadt. Statt der von ihr erwarteten rund 1:20 Stunden kam Scheer schließlich nach etwa 1:06 Stunden ins Ziel.
Auch eine der bekanntesten Läuferinnen aus Oberberg war diesmal in Bergneustadt dabei. Christl Dörschel von der SG Wenden verzichtete allerdings auf einen schnellen Lauf und begleitete ihre langjährige Freundin Petra Simeraro über die 3,5 Kilometer. Simeraro hatte an diesem Tag Geburtstag und sich gewünscht, gemeinsam mit ihrer Freundin ins Ziel zu laufen. „Das ist meine beste Freundin seit Schulzeiten“, erklärte Dörschel.
Für die erfolgreiche Läuferin, die in diesem Jahr unter anderem Deutsche Meisterin im Marathon wurde, war der Nachtlauf damit eine willkommene Abwechslung. „Heute laufe ich langsam“, sagte sie. In der kommenden Woche wollte sie beim Lauf in Gummersbach wieder auf Zeit laufen. Anschließend steht noch der Halbmarathon in Köln auf dem Programm, bevor die Cross-Saison beginnt.
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[Christl Dörschel (re.) begleitete ihre langjährige Freundin Petra Simeraro beim Nachtlauf über 3,5 Kilometer bis ins Ziel. Simeraro hatte an diesem Tag Geburtstag.]
Beim Walking-Wettbewerb über 3,5 Kilometer waren 17 Teilnehmer dabei. Hier siegten Pia Funck vomHherzwerk–Forum Wiedenest bei den Frauen und Thomas Klefisch vom Deutschen Kanu-Verband bei den Männern.
An der Strecke sorgten zahlreiche Familien, Freunde und Nachbarn für lautstarke Unterstützung. Die gute Stimmung zog sich bis in die späten Abendstunden und blieb auch trotz des Nieselregens erhalten. Rund 180 Helferinnen und Helfer waren im Einsatz, darunter Mitglieder der Bergneustädter Vereine, der Feuerwehr, des THW, des Roten Kreuzes, des Rathauspersonals und des Stadtsportverbandes. Rund 150 Streckenposten sicherten die Läufe ab.
Unterstützt wurde die Veranstaltung erneut von AggerEnergie und der Sparkasse Gummersbach. Die Veranstalter dankten den Helferinnen und Helfern sowie den teilnehmenden Vereinen, Athleten und Organisationen. Auch der Bevölkerung galt der Dank für ihr Verständnis angesichts der notwendigen Straßensperrungen.

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