BERGNEUSTADT
Mehr Verkehrssicherheit: FWGB fordert Zebrastreifen am Südring
Bergneustadt – Trotz einer bereits existierenden Verkehrsinsel sieht die FWGB Fußgänger am Übergang von der Bahnstraße in die Brückenstraße gefährdet – Bürgermeister Matthias Thul hat wenig Hoffnung auf einen zusätzlichen Zebrastreifen.
Von Peter Notbohm
Für Bergneustadts Bürgermeister Matthias Thul (CDU) ist der Vorgang inzwischen fast schon Routine. Aus Reihen der Politik gibt es einmal mehr den Wunsch nach einem Zebrastreifen an einer gefährlichen Stelle. Dieses Mal fordert die FWGB einen Fußgängerüberweg an der schon bestehenden Verkehrsinsel am Übergang von der Bahnstraße in die Brückenstraße am Südring. Thul kann den Wunsch sogar nachvollziehen, ihm sind aber mal wieder die Hände gebunden. Denn kommen wird vermutlich auch dieser Zebrastreifen nicht, zu hoch sind die strengen Vorgaben der Straßenverkehrsordnung und Bergneustadts Rathaus ist nicht die genehmigende Behörde.
„Wenn der Rat sich entschließen würde, einen Zebrastreifen zu fordern, müssten wir damit an den Kreis herantreten. Das kann die Verwaltung machen, aber wir beantragen damit nur Dinge, deren Antwort wir schon kennen“, ahnt das Stadtoberhaupt bereits, dass die untere Straßenverkehrsbehörde auch diesen Antrag aus Bergneustadt negativ bescheiden wird, zumal die Verkehrsinsel bereits 2021 Teil der Verkehrsschau des Kreises war. Er kennt die Auffassung der Behörde: Zebrastreifen bieten nur eine trügerische Sicherheit. Die sicherste Querung ist demnach eine Verkehrsinsel.
Das sieht die FWGB an dieser Stelle anders. Die Verkehrsinsel werde täglich vielfach von Fußgängern genutzt, darunter vielen älteren Menschen aus dem nahegelegenen Pflegeheim Evergreen. Das Problem seien Autofahrer, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung der erlaubten 50 km/h halten würden. Besonders der vom Zubringer kommende Verkehr sei häufig deutlich schneller unterwegs. Recep Özgül (FWGB) spricht von turbulenten Situationen, „weshalb wir überlegen müssen, wie wir die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Fußgänger, schützen können“. Er erhofft sich durch die Einrichtung eines zusätzlichen Zebrastreifens, dass Autofahrer zwangsweise dazu angehalten werden zu stoppen und auf dem Straßenabschnitt achtsamer zu fahren.
Kritik an dem Vorhaben äußerte Bettina Thauer (SPD), die anmerkte, dass ein Zebrastreifen an dieser Stelle für Autofahrer und Fußgänger „sinnfrei ist“ und man als Autofahrer in Bergneustadt ohnehin schon genug „Stop and Go“ habe. Auch Jens-Holger Pütz (UWG) stellte die Frage, ob an dem Übergang überhaupt schon einmal etwas passiert sei. Der Stadtrat stimmte anschließend mehrheitlich bei neun Gegenstimmen aus AfD und SPD sowie zwei Enthaltungen (Bürgermeister und SPD) für einen Zebrastreifen.
Thul gab sich allerdings wenig Illusionen auf Erfolg hin, hatte aber während der Debatte schon ein Hintertürchen geöffnet. An der Wiesenstraße könnte vielleicht ein weiterer hochfrequentierter Markt entstehen, sagte der Bürgermeister: „Dann müssten wir ohnehin den gesamten Südring verkehrlich einer Prüfung unterziehen.“
Zumindest ein Problem an dem Übergang soll aber zeitnah gelöst werden. Die FWGB hatte bemängelt, dass die Beleuchtung der Verkehrsinsel in den Morgen- und Abenddämmerungsstunden sowie in der Nacht ausgeschaltet sei und Autofahrer damit Fußgänger kaum noch erkennen können. Laut Fachbereichsleiter Kai Hoseus ein technischer Fehler durch eine falsche Schaltung, der kurzfristig behoben werden soll. Zwar werde der Übergang ab 22 Uhr durch die LED-Leuchten nur noch leistungsreduziert ausgeleuchtet, zu Dunkelfeldern dürfe es dabei aber nicht kommen, so Hoseus.
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