BERGNEUSTADT
Mehr Raum für Geschichte und Begegnung
Bergneustadt - Bis zu 200.000 Euro stellt die NRW-Stiftung für die barrierefreie Erweiterung des Bergneustädter Heimatmuseums als „Anker im Bereich der Heimatgeschichte“ bereit.
Das Heimatmuseum Bergneustadt soll größer und vor allem barrierefrei werden. Dafür stellt die NRW-Stiftung dem Heimatverein Feste Neustadt bis zu 200.000 Euro zur Verfügung. Am Montag überreichte Karl Peter Brendel, Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung, die Förderurkunde im Heimatmuseum an den Verein.
[Heimatvereinsvorsitzender Utz Walter (li.) und Karl Peter Brendel von der NRW-Stiftung im Gespräch.]
Rund 6.000 bis 6.500 Menschen besuchen das Museum jährlich. Es macht die Wohn- und Arbeitswelt Bergneustadts um das Jahr 1900 lebendig und verbindet die historische Ausstellung mit praktischen Mitmachangeboten. Mit der Förderung soll nun die bauliche Erweiterung des denkmalgeschützten Heimatmuseums ermöglicht werden. Geplant sind ein multifunktionaler Veranstaltungsraum, ein neuer Eingangsbereich und barrierefreie Sanitäranlagen. Damit sollen zusätzliche Möglichkeiten für Ausstellungen, Vorträge, Vereinsarbeit, Veranstaltungen und museumspädagogische Angebote geschaffen werden. Gleichzeitig wird der Zugang zum Museum für Menschen mit Einschränkungen verbessert.
„Heimatmuseen sind wichtige Orte der Erinnerung, Begegnung und Vermittlung. Sie bewahren die Geschichte einer Region und bringen Menschen zusammen“, sagte Brendel bei der Übergabe. Die Förderung sei zugleich eine Anerkennung des großen ehrenamtlichen Engagements, das hinter dem Museum stehe. Dass die 200.000 Euro gut angelegt seien, davon zeigte sich Brendel überzeugt. „Ich halte auch gerade dieses Aufrechterhalten von Heimatgeschichte für eine wichtige Demokratieaufgabe“, sagte er. Das Heimatmuseum könne dabei ein „Anker im Bereich der Heimatgeschichte“ sein. Der ehrenamtliche Einsatz sei damit auch ein Beitrag zur Demokratieförderung und zur Stabilisierung der Gesellschaft.
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[Der Engelskirchener Architekt Ralf Rother erklärt die Bauvorhaben für den Museumsanbau.]
Bürgermeister Matthias Thul betonte die Bedeutung des Heimatmuseums für die Stadt. Der Heimatverein sei mit seinen Veranstaltungen, Ausstellungen und weiteren Angeboten zu einem wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens in der Altstadt geworden. Die vorhandenen Räume seien inzwischen jedoch zu klein für die vielfältige Kulturarbeit. Bereits seit 2017 beschäftige sich der Heimatverein deshalb mit einer Erweiterung.
Für die Stadt ist das Vorhaben zugleich Teil der Entwicklung der Bergneustädter Altstadt. Rund um das Heimatmuseum entstehen beziehungsweise entstanden weitere geförderte Projekte. Dazu gehören unter anderem ein Parkplatz sowie ein Verbindungsweg, der das Areal besser erschließen und auch zur Barrierefreiheit beitragen soll. „Das ist ein Kernelement, das, was wir hier in der Altstadt machen wollen“, sagte Thul.
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[Auf dem Gelände rechts neben dem Heimatmuseum soll der Erweiterungsbau entstehen. Das bestehende Garagengebäude bleibt erhalten, das angrenzende Haus wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.]
Für den Heimatvereinsvorsitzenden Utz Walter kam die Förderzusage der NRW-Stiftung zum richtigen Zeitpunkt. Der Verein arbeite bereits seit Jahren an dem Vorhaben und sei zwischenzeitlich fast müde geworden, weil sich das Projekt immer wieder verzögert habe. Die Förderzusage habe deshalb neuen Schwung gebracht. Nun hofft Walter, dass auch die weiteren erforderlichen Fördermittel bewilligt werden und das Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden kann. Auch innerhalb des Heimatvereins habe sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Der Vorstand sei verjüngt worden, jüngere Mitglieder hätten Verantwortung übernommen. „Das ist uns wichtig“, betonte Walter. Denn ein Museum dieser Größe könne nicht von einer einzelnen Person getragen werden.
Die NRW-Stiftung fördert seit ihrer Gründung im Jahr 1986 Natur- und Kulturprojekte in Nordrhein-Westfalen. Im Oberbergischen Kreis flossen nach Angaben Brendels seit Bestehen der Stiftung rund 3,8 Millionen Euro in entsprechende Maßnahmen.