BERGNEUSTADT
Kein neuer Schützenkönig in der Feste
Bergneustadt - Bei den Krönungsfeierlichkeiten im Bergneustädter Festzelt wurden die neuen Majestäten gefeiert - Überschattet wurde das Schützenfest jedoch vom Ausbleiben neuer Anwärter für die Königs- und die Prinzenwürde.
Von Michael Kleinjung
Das Vogelschießen beim Schützenfest in Bergneustadt brachte am Pfingstsonntag auf dem Schießstand an der Gimbornstraße zwar spannende Wettbewerbe und neue Majestäten hervor – der eigentliche Höhepunkt eines Schützenfestes blieb jedoch aus. Sowohl für das Königsschießen als auch für das Prinzenschießen fanden sich in diesem Jahr keine neuen Aspiranten. Somit bleibt das Königspaar Maik Veller mit Königin Bianca und das alte Prinzenpaar mit Marco Janz und Jana Achenbach weiterhin in ihren Ämtern.
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[Das Königspaar Bianca und Maik Veller (rechts) und das Prinzenpaar Marco Janz und Jana Achenbach bleiben noch ein weiteres Jahr in ihrem Amt.]
Gerade im Jubiläumsjahr der Stadt sorgte dies bei vielen Schützen und Gästen für Enttäuschung. Vorsitzender Jens Holger Pütz erklärte, dass es im Vorfeld durchaus Interessenten für die Königswürde gegeben habe. „Wir hatten im Vorfeld beim König drei Königsanwärter, die auch zugesagt hatten. Aber dann rückt der Tag näher und manche bekommen kalte Füße“, sagte Pütz. An finanziellen Gründen habe es nach seiner Einschätzung nicht gelegen. Auch beim Prinzen fand sich für dieses Jahr niemand. „Deswegen haben wir die beiden Alten gefragt, ob sie weitermachen.“ Für den Verein sei dies sehr schade gewesen: „Man freut sich ja, wenn man genug Kandidaten hat, die mitschießen.“
„Die Spannung war groß, die Erwartungen hoch, und niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass dieser Tag noch einige Überraschungen bereithalten würde“, sagte Bürgermeister Matthias Thul in seinem traditionellen und gewohnt humorvoll vorgetragenen Schießbericht während der Krönungsfeierlichkeiten am Pfingstmontag im Festzelt.
Der Pfingstsonntag hatte bei bestem Wetter begonnen. Nach der Messe mit Kreisdechant Christoph Bersch wurde zunächst das Bundesprinzenschießen des Oberbergischen Schützenbundes ausgetragen. Vier Aspiranten lieferten sich einen spannenden Wettkampf um den zuvor auf den Namen „Hulda die Holde“ getauften Vogel. Am Ende setzte sich Ville Rustemeier vom Schützenverein Windhagen durch und sicherte sich mit dem entscheidenden Treffer die Bundesprinzenwürde. Zu seiner Prinzessin erwählte er Lena Vormstein vom Schützenverein Hardt-Hanfgarten. Die Krönung des neuen Bundesschützenpaares nahm der Vorsitzende des Oberbergischen Schützenbundes Thomas Ufer am Pfingstmontag im Festzelt vor.
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[Der neue Bundesprinz Ville Rustemeier vom Schützenverein Windhagen wird vom OSB in sein Amt eingeführt.]
Auch die Neustädter Wettbewerbe sorgten anschließend für Spannung. Neuer Neustadtkönig wurde Maik Bonner, der den Vogel mit dem 38. Schuss aus dem Kasten holte. Im Wettbewerb um die Kinderkönigswürde setzte sich Hailey Oelschläger durch. Sie brachte den Vogel „Poldi“ nach 33 Minuten und mit dem 33. Schuss des Lichtpunktgewehrs zu Fall. Zum Abschluss richteten sich alle Blicke auf das Kaiserschießen, das nach dem Ausbleiben neuer Bewerber für die Königs- und Prinzenwürde besondere Aufmerksamkeit erhielt. In einem packenden Duell lieferten sich Jonas Braun und Mario Bösinghaus einen offenen Schlagabtausch. Schließlich gelang Mario Bösinghaus mit dem 37. Schuss der entscheidende Treffer auf den Kaiservogel „Adelgrund, die edle Kämpferin“. Unter großem Jubel wurde er zum neuen Kaiser ausgerufen.
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[Der Bürgermeister krönte „Super Mario“, wie er ihn nannte, Mario Bösinghaus zum neuen Kaiser (Bild oben) und ehrte das scheidende Kaiserpaar Tanja und Maik Kron für ihre Verdienste für die Stadt Bergneustadt mit der Graf-Eberhard-Medaille (Bild unten).]
In seinem ausführlichen Schießbericht würdigte Bürgermeister Matthias Thul nicht nur die spannenden Wettbewerbe, sondern auch die Arbeit der Verantwortlichen am Schießstand. Besonders hob er Vogelbauer Hans Andersen und Schießmeister Wolfgang Maiworm hervor, die seit Jahren für einen reibungslosen Ablauf sorgen.
Sicherheitsauflagen belasten Zukunft des Brauchtums
In seiner Rede bei den Krönungsfeierlichkeiten kritisierte Vorsitzender Jens Holger Pütz (Bild) die immer weiter steigenden Sicherheitsauflagen für Schützenfeste und Brauchtumsveranstaltungen. Sicherheitskonzepte verursachten inzwischen hohe Kosten, während die Unterstützung durch Behörden und Polizei zurückgehe. Viele Vereine stünden dadurch finanziell und organisatorisch unter Druck.
Pütz forderte mehr Unterstützung sowie „mehr Augenmaß und Verhältnismäßigkeit bei Sicherheitsauflagen“. Traditionen, Brauchtum, Vereinsleben und das gesellige Miteinander seien ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft und gingen unter diesen Umständen zunehmend verloren.
Bereits am Montagmorgen hatte das Programm der Krönungsfeierlichkeiten mit dem Empfang der alten und neuen Majestäten in der Altstadt am Hotel Feste Neustadt sowie einem Platzkonzert des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Bergneustadt begonnen. Gemeinsam mit den Gastvereinen zog der Schützenverein anschließend zum Festzelt, wo beim traditionellen Königsfrühschoppen Ehrungen und Beförderungen vorgenommen wurden.
Ehrungen:
25 Jahre
Lars Ari Koch, Heinz-Dieter Lübbert, Cornelia Maiworm, Stefan Retzerau, Lisa-Marie Wolter
40 Jahre
Volker Haselbach, Andreas Kormann, Brigitte Röttger, Utz Walter, Anja Werkshage
50 Jahre
Horst Dieter-Schneider
60 Jahre
Wolfgang Maiworm
65 Jahre
Günter Zimmermann

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