BERGNEUSTADT
Friedhelm Julius Beucher: Nimmermüde für die soziale Gerechtigkeit
Bergneustadt - Mit einem festlichen Empfang zu Ehren des 80. Geburtstages von Friedhelm Julius Beucher würdigte die SPD im Oberbergischen Kreis die vielschichtige Lebensleistung ihres Ehrenvorsitzenden.
Von Ute Sommer
Der Einladung der Oberbergischen SPD zur Feier des 80. Geburtstag von Urgestein Friedhelm Julius Beucher waren gestern 220 Kreisverbandsmitglieder, Freunde, sowie langjährige politische und gesellschaftliche Wegbegleiter in den Bergneustädter Krawinkelsaal gefolgt, darunter auch Landrat Klaus Grootens. Den umfassenden Wirkungskreis und die Umtriebigkeit des Geburtstagskindes verdeutlichte die heterogene Gästeschar in der sich Repräsentanten und Mitstreiter aus Zeiten seines regionalen und überregionalen Engagements auf politischer, pädagogischer, sozialer und sportlicher Ebene befanden. „Heute soll der Sozialdemokrat Beucher im Mittelpunkt stehen“, eröffnete Thorsten Konzelmann, in seiner Funktion als Vorsitzender der SPD Oberberg, den Festabend und rekapitulierte im Anschluss die politische Vita des Jubilars.
[Zu den Gratulanten zählten enge politische Weggefährten wie Jochen Ott (li.) und Torsten Burmester.]
Dessen Eintritt in die Partei im Jahr 1967 war begründet durch gesellschaftlich und politisch bewegte Zeiten in Deutschland und weltweit. Nach Heirat mit seiner Frau Hanne 1968 und dem Pädagogikstudium war er ab 1972 als Lehrer an der Grundschule Bergneustadt tätig. Sein erstes kommunalpolitisches Mandat übernahm er 1975 als Mitglied im Stadtrat, 1981 folgte die Mitgliedschaft im NRW-Landesvorstand. Betroffen von der Jugendarbeitslosigkeit in seiner Heimatstadt Bergneustadt, gehörte der Multifunktionalist 1983 als Mitbegründer zum Verein für soziale Dienste, der bis heute 6.500 Beschäftigungsverhältnisse vermittelt hat und acht Kindergärten unterhält.
Im Zuge der zweiten Kandidatur gelang 1990 sein Sprung in den gesamtdeutschen Bundestag, dem er bis 2002 angehörte. Hier fungierte er unter anderem als Obmann im Untersuchungsausschuss Kommerzielle Koordinierung, übernahm 1998 den Vorsitz des Sportausschusses. Ab 2004 bis 2025 gehörte er als SPD-Fraktionsmitglied dem Oberbergischen Kreistag an, hat bis heute den Vorsitz des Ortsvereins inne.
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[Eine ausführliche Würdigung des politischen Werdegangs von Friedhelm Julius Beucher stellte Thorsten Konzelmann an den Beginn des Festempfangs (Foto oben); das Geburtstagskind im Kreise seiner Familie (Foto unten).]
War er vorher bereits Kuratoriumsmitglied des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), wurde er im Juni 2009 zu dessen neuem Präsidenten gewählt. Weil unter seiner Ägide die mediale Aufmerksamkeit verbessert, professionalisierte Verbandsstrukturen eingeführt, die Prämien für Para-Sportler angehoben und die stärkere politische Verankerung des Behindertensportes etabliert wurden, ehrte ihn der Verband nach 16-jähriger Amtszeit mit der Ehrenpräsidentschaft. „Wer ihn zum Freund hat, ist nie verloren“, würdigte Jochen Ott, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, seinen langjährigen politischen Mentor. Mit launigen Anekdoten von Parteitagen und seinem eigenen Polterabend, zu dem „FJB“ seinerzeit eine „Lkw-Ladung lärmiger oberbergischer Sozialdemokraten“ organisiert hatte, gestattete Ott kleine Einblick in die private Seite des nimmermüden politischen Aktivisten.
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[Eine wirklich heterogene Gästeschar aus Politik, Sport und Beruf feierte den 80. Geburtstag von Friedhelm Julius Beucher.]
Als „einnehmend, begeisternd, menschlich und hartnäckig“ charakterisierte Torsten Burmester, der Oberbürgermeister von Köln, seinen „Freund und Weggefährten“. Die freundschaftliche Verbindung stammt aus Zeiten des Bonner Bundestages und aus dem gemeinsamen Wirken auf Ebene des DBS. Antriebsfeder jeglichen Engagements sei für Beucher stets der Kampf um soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit gewesen. Dafür habe er erstmals die Notwendigkeit der politischen Sportförderung formuliert und als Präsident des DBS auch durchgesetzt. Diesem Verdienst gebühre Anerkennung.
Im weiteren Verlauf des Festaktes überbrachte Detlef Kämmerer, in Vertretung des erkrankten Bergneustädter Bürgermeisters Matthias Thul, Glückwünsche von der Stadt, für den Sozialverband Deutschlands sprach deren Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier und vonseiten der SPD Bergneustadt gratulierte Daniel Grütz. Den musikalischen Rahmen des Abends gestalteten das Duo „2 for you“ und die Voice Boys, bevor dem Jubilar selbst die Schlussworte zukamen.

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