Wiehl - Am Samstagabend gaben der Musikverein Heddinghausen und „The Voice Boys“ aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Fördervereins der Hospizarbeit in Wiehl ein Benefizkonzert vor Hunderten von Besuchern.
Eine musikalische Darbietung der Extraklasse boten das Ensemble des Heddinghauser Musikvereins und „The Voice Boys“ dem Publikum in der ausverkauften Wiehltalhalle. Das Konzertorchester Musikverein Heddinghausen, das 1908 gegründet wurde und von Ewald Metzger dirigiert wird, zählt 85 Musiker und Musikerinnen und besteht aus zehn Registern. Steffen Goße vom MV Heddinghausen, führte durch die musikalische Reise des Abends: Begrüßt wurden die etwa 660 Gäste mit dem Masch der 1. Batallion Garde, einem klassischen preußischen Parade- und Präsentiermarsch. Das nächste Stück entführte die Zuschauer mitten hinein in die farbenfrohe und fröhliche Atmosphäre des Saint Patricks Day, jenes Nationalfeiertags, an dem ganz Irland und die halbe Welt in Grün getaucht ist.
Weiter ging es mit einem Werk von Thiemo Kraas, der das Stück anlässlich des 20-jährigen Jubiläums eines ehemaligen Werksorchester des ortsansässigen Bergwerks komponierte. „Night Birds“ erzählte hör- und spürbar die Geschichte über Angst und Enge, Kraft, Lärm, Kumpel, Leidenschaft und die Nacht, das Dunkel des Bergbaus, das die Arbeit unter Tage mit sich brachte. In „Out Of Africa“ reisten anwesende Zuhörer ins frühe 20. Jahrhundert. „Die Filmmusik von John Barry zu „Jenseits von Afrika“ aus dem Jahre 1985 ist eine der schönsten Filmmusiken, die je geschrieben wurde“, verkündete Goße und forderte das begeisterte Publikum auf, in „Out Of Africa“, in einem Arrangement von Johan de Mej, die Landschaft Afrikas, die Weite des Landes und das Flimmern der Savanne zu genießen.
Es folgte die musikalische Reise mit dem „Florentiner Marsch“ von Julius Fucik. Eindrucksvoll vertont stellte der MV Heddinghausen das Stück über den Aufbruch des 20. Jahrhunderts vor, industriell-technische Erneuerungen, großartige Erfindungen wie Zeppeline, Motorflugzeuge oder dem Rundfunk, und die Energie war in der Wiehltalhalle deutlich zu spüren.
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Mit „The Voice Boys“ eroberten kraftvolle Männerstimmen mit Charme und Witz die Bühne der Wiehltalhalle. Seit 1993 begeistern zehn stimmgewaltige Herren ihr Publikum; so auch am Samstagabend in Wiehl, wo „The Voice Boys“ Cover-Versionen von Popklassikern und kölschen Liedern sowie eigene Songs leidenschaftlich und professionell präsentierte. Gekonnte Comedy-Einlagen mit Präzision und einer ordentlichen Portion Humor brachte die Gäste zum Lachen und zum Mitsingen. Ralf Zimmermann, Leitung des Männerensembles, integrierte das Publikum mehrfach mit ein, indem er sich unter die Menschen mischte oder sie aufforderte, mitzusingen.
Der MV Heddinghausen führte den Abend fort mit „Soundtrack Highlights“ aus „The Lion King“, dem „So schön in Blasmusik“, einer musikalischen Liebeserklärung an die Leidenschaft, gemeinsam zu Musizieren, folgte. „Dieses Benefizkonzert steht im Zeichen der Hospizstiftung, die sich mit großem Engagement dafür einsetzt, dass Menschen am Ende ihres Lebens in Würde, Geborgenheit und mit liebesvoller Begleitung gehen dürfen“, betonte Goße, der weiter ausführte: „Wenn man überlegt, was das Leben ausmacht - Gemeinschaft, Nähe, geteilte Freude -, dann merkt man schnell: Musik und die Hospizarbeit haben etwas sehr Ähnliches. Beide schenken Momente, die bleiben.“
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Blasmusik trifft Rockmusik - mit einem gemeinsamen Medley diverser Songs von „Queen“, verabschiedete sich der Musikverein und erntete zusammen mit „The Voice Boys“, nach dem Kurzkonzert in einem Arrangement von Peter Kleine Schaars, stehende Ovationen des Publikums.
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[Inge und Uwe Kotz (v.li.), Jörn Richling, Wolfgang Birkholz, Barbara Schäfer, Jorg Nürmberger, Werner und Bettina Becker-Blonigen, Dr. Mechthild Bürger, Conny Kehrbaum, Michael Adomaitis.]
Uwe Kotz, Mitgründer und seit 25 Jahren Vorsitzender des Vereins „Freunde und Förderer der Hospizarbeit in Wiehl“, hatte den Abend eröffnet und die vielen Menschen herzlich begrüßt. „Der Malteser Hilfsdienst und die Johanniter Unfallhilfe sehen mit ihrem christlichen Hintergrund ihren Auftrag in der Nächstenliebe“, sagte Kotz. „Der Mensch hat ein Recht auf ein würdevolles Leben und ein würdevolles Sterben“, betonte der erste Vorsitzende.
Dr. Jorg Nürmberger begrüßte seinerseits besonders die Gründungsmitglieder, die anwesend waren, den Bürgermeister der Stadt Wiehl, Ulrich Stücker, sowie Landrat Klaus Grootens. Er wies auf die Signifikanz der Unterstützungen hin, würden doch etwa 200.000 Euro jährlich für die Hospizarbeit benötigt, die durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert werden.

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