WIEHL

Tragische Klänge bei Bachs Johannespassion

ad; 30.03.2026, 10:00 Uhr
Fotos: Astrid Deckers --- Tiefgründig und melancholisch, Chöre und Musiker nahmen die Zuhörer mit auf eine bewegende Reise in die Zeit von Johann Sebastian Bach.
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Tragische Klänge bei Bachs Johannespassion

ad; 30.03.2026, 10:00 Uhr
Wiehl - Dr. Dirk van Betteray feiert in diesem Jahr gleich mehrere musikalische Jubiläen – Anlass genug, um die Johannespassion von Bach gleich zweimal aufzuführen.

Von Astrid Deckers

 

Mit Johann Sebastian Bachs Johannespassion, einem dramatischen Meilenstein der Oratorienmusik, stimmten am Sonntag zahlreiche Protagonisten unter der Leitung von Dr. Dirk van Betteray in der Bielsteiner St. Bonifatius Kirche die Besucher auf die anstehenden Ostertage ein. Sein 30. Jubiläum als Leiter vom „Chor ´72“ und des „A Cappella“-Chores, die 20-jährige Leitung der „Musikschule der homburgischen Gemeinden“ und das 30. Jahr seiner Tätigkeit für die Kirchengemeinde Holpe, nahm van Betteray zum Anlass, die Johannespassion in Bielstein und Holpe aufzuführen.

 

Insbesondere in Holpe habe die „Karfreitagsmusik eine lange Tradition“, so van Betteray. Nach einem halben Jahr zahlreicher Proben bildete Bielstein den Auftakt der Doppelveranstaltung und an die 150 Zuhörer versammelten sich in der Kirche, um die Geschichte rund um Jesus Kreuzigung zu verfolgen. Dargebracht wurde „eine Mischung aus der unvollendeten Neufassung vom Ende der 1930er-Jahre und der Fassung von 1749, allerdings ohne die späteren Textänderungen in den Arien“, so van Betteray.

 

[Freudestrahlend nahmen van Betteray und die Solisten nicht nur eine Rose, sondern auch den wohlverdienten Applaus für Ihre Leistung entgegen.]

 

Knisternde Erwartungshaltung im Publikum, das aus Siegburg, Bonn, Köln, Bergisch Gladbach und Leverkusen anreiste, war von Beginn an spürbar. Mit dem Erklingen der ersten Töne, wurde es „mucksmäuschenstill“ und alle lauschten gebannt den Beiträgen vom Vokalensemble „A Cappella“ aus Köln, dem „Chor 72“ aus Dieringhausen, dem Kirchenchor Holpe, den „Bergischen Scholaren“ und den Vokalisten des Projektchors „Chorzeit“ der Musikschule der Homburgischen Gemeinden. Mit dem „Collegium Montense“ ergänzten beeindruckende Musiker aus Oberberg die musikalische Bandbreite des Events.

 

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Rezitative Sprachgesänge und Arien von Philipp Hoferichter (Tenor), Arndt Schumacher (Bass), Antje Bischof (Sopran) und Katrin Sander (Alt) rundeten ein Erlebnis für alle Freunde traditioneller Kirchenmusik perfekt ab. Man muss nicht zwingend christlichen Glaubens sein, um die Dramatik des Dargebotenen verstehen zu können, es reicht aus, sich auf ungewohnte Wörter und Melodien einzulassen, um ein beeindruckendes Ganzes zu erleben. Oder, wie es ein Besucher am Ende zu Chormitgliedern sagte: „Das war nicht unbedingt meine Musik, aber eine sehr interessante Erfahrung.“

 

Wer diese Erfahrung ebenfalls machen möchte, kann sich am Karfreitag, 3. April, um 19 Uhr in der „Kirche der Künste“ St. Mariä Heimsuchung in Morsbach-Holpe einen eigenen Eindruck verschaffen. Und wer selbst Teil solch tiefgründiger Musikalität werden möchte, kann sich am Mittwoch, 15. April, um 18 Uhr im Schulzentrum Wiehl-Bielstein einfinden und mitsingen. Dirk van Betteray würde sich über viele Interessenten freuen.

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