WIEHL
Die Hilfe für Nicaragua geht weiter
Wiehl – Monika und Michael Höhn berichten über Neuigkeiten aus dem Ometepe-Projekt, das sie vor 37 Jahren gründeten.
Immer wieder werden Monika und Michael Höhn auf das Ometepe-Projekt angesprochen. 1993, mit 48 Jahren, reisten sie zum ersten Mal auf die Vulkaninsel im großen Nicaragua-See. Aus ihrer Faszination für das Land, die Literatur und die Menschen wuchs ein Hilfsprojekt: 37 Jahre Entwicklungszusammenarbeit unter oft politisch schwierigen Bedingungen.
Vor allem Menschen aus dem Oberbergischen Kreis haben das Projekt über Jahrzehnte mitgetragen. „Unzählige OberbergerInnen haben uns in diesen Jahren begleitet und die aktive Arbeit mit vorangetrieben – dafür sind wir bis heute dankbar“, betonen die Eheleute. Dank der Übernahme durch die Bonner Nicaragua-Hilfe und Unterstützern wie der Wiehler Zahnärztin Dr. Elke Alberts, die weiterhin Zahngold sammelt, kann die Hilfe weitergehen. Spenden ermöglichen nach wie vor lebenswichtige Behandlungen für schwerstbehinderte und benachteiligte Kinder.
Zudem wird die Bildungsarbeit durch zwei engagierte Lehrerinnen fortgeführt – bereichert durch den Einsatz einer ehemaligen Erzieherin aus München, die gerade von ihrem mehrwöchigen Aufenthalt zurückgekehrt ist. Ebenso brachte der Berliner Filmemacher Volker Hoffmann Aufnahmen von Hausbesuchen des Projektarztes Dr. Barrios mit. Im Frühjahr wird eine kleine Gruppe von Freunden die Insel besuchen, ebenso in den Sommerferien, wie der Vorsitzende der Bonner Nicaraguahilfe, Jürgen Neubert, ehemaliger Lehrer im Berufskolleg Gummersbach, mitteilte.
Die Verbundenheit mit der Insel zeigte sich auch bei Heidi Repsch, der langjährigen Leiterin des Kindergartens „Samenkorn“ in Wiehl. Bis zu ihrem Tod vor wenigen Wochen blieb der Kontakt eng und Michael Höhn durfte sie auf ihrem letzten Weg begleiten. Zu ihrer Beerdigung bat sie anstelle von Blumen um Spenden für Ometepe. "Wir sind traurig und dankbar zugleich“, so die Höhns, die das Projekt weiterhin mit Lesungen aus ihren acht gemeinsam verfassten Büchern unterstützen wollen. "Uns war immer wichtig, dass Entwicklungszusammenarbeit keine Einbahnstraße bleibt, so haben wir viel von den Menschen in diesem Entwicklungsland lernen können“, sagen sie.