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Ultraschall, Röntgen, CT und MRT – Was ist was?
Oberberg - Sogenannte „bildgebende Verfahren“ kommen zum Einsatz, wenn Ärzte einen Blick in unser Inneres werfen müssen. Sie sind damit ein wichtiges Mittel für die Diagnose bestimmter Krankheiten. Aber was ist der Unterschied zwischen Ultraschall, Röntgen, CT, und MRT?
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Ultraschall
Bei der Ultraschalluntersuchung, auch Sonografie genannt, bewegt der Arzt einen Schallkopf über die zu untersuchende Körperstelle. Dabei werden Schallwellen genutzt, die für das menschliche Ohr nicht hörbar sind. Organe reflektieren diese Wellen, und der Schallkopf fängt die zurückgeworfenen Signale auf. So entsteht ein Bild auf dem Monitor. Um störende Luft zwischen Schallkopf und Haut zu vermeiden, wird die Stelle zuvor mit einem speziellen Gel eingerieben. Der Ultraschall ist schmerzfrei, liefert schnelle Ergebnisse und kommt ohne Strahlenbelastung aus. Nach aktuellem Wissenstand gelten die Schallwellen als ungefährlich. Luftgefüllte Strukturen und Knochen jedoch können mit Ultraschall nicht dargestellt werden. Häufiger Einsatzbereich ist die Überprüfung der Entwicklung eines Babys während der Schwangerschaft.
Röntgen
Röntgenstrahlen, eine Form elektromagnetischer Wellen, durchdringen unseren Körper und werden dabei von Knochen, Organen und anderem Gewebe unter-schiedlich stark abgeschwächt. Ein Detektor auf der gegenüberliegenden Seite des Körpers fängt die Strahlen auf und wandelt sie in ein Bild um. Knochen er-scheinen darauf hell, während weiches Gewebe wie Muskeln oder Organe dunkel dargestellt werden. Die Untersuchung dauert oft nur wenige Sekunden. Da bei einer Röntgenaufnahme Strahlenbelastung entsteht, wird sie nur durchgeführt, wenn es unter Abwägung der Risiken medizinisch sinnvoll ist. Zum Schutz empfindlicher Organe tragen Patienten eine Bleischürze.
Die Höhe der Strahlenbelastung hängt von der untersuchten Körperregion ab – sie ist beispielsweise bei der Röntgenaufnahme eines Fußes geringer als bei einer Untersuchung des Oberkörpers. Häufig wird das Röntgen eingesetzt, um z. B. Gelenkverschleiß darzustellen oder um Knochenbrüche sichtbar zu machen. Eine spezielle Form ist die Mammografie, eine Methode zur Früherkennung von Brustkrebs.
CT – Computertomografie
Bei der Computertomografie (CT) kommen ebenfalls Röntgenstrahlen zum Einsatz. Der Unterschied - der Computertomograf erstellt zahlreiche Röntgenbilder aus verschiedenen Winkeln. Aus diesen Daten berechnet ein Computer detaillierte Schnittbilder des Körperinneren. Der Patient liegt dabei auf einer Liege, die langsam durch einen ringförmigen Scanner geschoben wird. Währenddessen rotiert ein Röntgenkopf im Inneren des Rings. Sowohl kleine Bereiche wie der Schädel als auch der gesamte Körper können untersucht werden.
Die Aufnahme dauert nur wenige Minuten und ist genauer als ein Röntgenbild. Bei vielen Erkrankungen ist die CT ein Standardverfahren für die Diagnose. Die Strahlenbelastung ist jedoch höher als bei einer klassischen Röntgenaufnahme. Eine CT wird häufig genutzt, um knöcherne Strukturen sichtbar zu machen, wie bei Untersuchungen des Brustkorbs, der Nasennebenhöhlen oder des Schädels. Aber auch bei Veränderungen an Organen wird sie eingesetzt. Dank der schnellen Ergebnisse spielt sie ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Diagnostik von Schlaganfällen oder dem Ausschluss von Gehirnblutungen.
MRT – Magnetresonanztomografie
Die Magnetresonanztomografie (MRT), auch Kernspintomografie genannt, nutzt starke Magnetfelder, die blitzschnell an- und abgeschaltet werden. Diese regen Wasserstoffatome im Körper zum Schwingen an, wodurch detaillierte Bilder des Körperinneren entstehen. Während der Untersuchung liegt der Patient auf einer Liege, die in den Magnettunnel, die sogenannte „Röhre“, gefahren wird. Dort ist es wichtig, möglichst stillzuhalten. Die MRT-Untersuchung verursacht keine Strahlenbelastung, und die Magnetfelder gelten nach aktuellem Stand der Wissenschaft als unbedenklich.
Das schnelle An- und Abschalten der Magnetfelder erzeugt laute Klopfgeräusche, weshalb Patienten Kopfhörer tragen. Eine MRT kann bis zu 20 Minuten dauern. Menschen mit Klaustrophobie empfinden die Enge der Röhre oft als belastend. Daher gibt es mittlerweile Geräte mit offenerer Bauweise. Außerdem ist eine MRT unter Umständen nicht möglich, wenn der Patient metallhaltige Implantate trägt. Sie ermöglicht besonders kontrastreiche Aufnahmen von Weichteilen und Organen. Sie wird vor allem zur Darstellung von Gefäßen, Entzündungen und Durchblutungsprozessen im Gehirn genutzt. Auch in der Tumordiagnostik sowie bei Verletzungen von Bändern, Knorpeln oder Menisken ist sie ein unverzichtbares Diagnoseinstrument.
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