WALDBRöL

MoGo als “Corona-Special-Drive-In”

us; 28.06.2020, 17:27 Uhr
Foto: Ute Sommer --- Anders als in "normalen" Gottesdiensten unterschieden sich Sitzordnung, Kleiderordnung und Kirchenschmuck des 22. Waldbröler MoGo.
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MoGo als “Corona-Special-Drive-In”

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us; 28.06.2020, 17:27 Uhr
Waldbröl- Der 22. Waldbröler Motorrad-Gottesdienst fand in diesem Jahr direkt in der Kirche und aufgrund Abstandsgeboten sogar fünf Mal hintreinander statt.

„Wir sind jetzt hier unter den Augen des lebendigen Gottes und des Ordnungsamtes versammelt", hieß Waldbröls Pfarrer Jochen Gran die Biker-Gemeinde in der evangelischen Kirche am Sonntagmorgen willkommen. Aufgrund der besonderen Corona-Verordnung hatte das rund 20-köpfige MoGo-Organisationsteam in Zusammenarbeit mit der Stadt ein pandemietaugliches Gottesdienstformat erarbeitet, bei dem der Infektionsschutz nicht zu kurz kam und die gute Nachricht trotzdem im Mittelpunkt stand.

 

Wurde der kultige MoGo bisher 21 Mal Open-Air auf dem Marktplatz veranstaltet, bot diesmal die Kirche das Andachts-Ambiente. Weil wegen der Abstandsregeln nur rund siebzig Sitzplätze im Gotteshaus zur Verfügung standen, fanden ab 10:30 Uhr fünf aufeinander folgende Gottesdienste statt, zwischen denen die Kirche jeweils desinfiziert und gelüftet wurde. Mit einem kurzweiligen Mix aus Video-Trailern, Live-Elementen und Musik waren die 45 Minuten speziell auf die "Erfahrungswelt" der Motorradfahrer zugeschnitten.

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Angelehnt an den Psalm 16 rief der "Bikerpsalm" zu Vertrauen, Gelassenheit und Achtsamkeit im Leben und auf der Straße auf. Für den musikalischen Rahmen zeichneten sich live Stefan Mortsiefer und aus der Clip-Konserve die Siegener Jordan Wells Band verantwortlich. Video-Gast war Pastor Lars Lemke, dessen jährliche Hamburger MoGo-Events mit 20.000 bis 30.000 Besuchern zu den größten in Europa zählen. In seiner Kurzpredigt bezog sich Gran auf die biblische Geschichte des barmherzigen Samariters und stellte die Frage nach der Rolle der Kirche in Corona-Zeiten. Die Haltung schwanke in einer Bandbreite zwischen unterlassener Hilfeleistung und praktizierter Nächstenliebe, doch habe die Pandemie in jedem Fall einen erneuten Anstoß zum gesellschaftlichen Engagement gegeben.

 

Als Bike-Enthusiasten seit 22 Jahren beim MoGo Waldbröl dabei waren auch Karin und Dirk Althoff aus Nümbrecht: „Als regelmäßige Kirchgänger sind wir interessiert an anderen Gottesdienstformen und empfinden den MoGo als Blick über den Tellerrand der eigenen Gemeinde". Um eventuelle Wartezeiten zwischen den Gottesdiensten zu überbrücken, luden motorisierte Tourguides auf zwei verschiedene Rundtouren zur Entdeckung Oberbergs ein.

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