SPORTMIX

Zu viele Nackenschläge kassiert

lo; 01.05.2021, 09:00 Uhr
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Archivbilder: Michael Kleinjung --- Benedikt Duda hofft noch auf Olympia.
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Zu viele Nackenschläge kassiert

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lo; 01.05.2021, 09:00 Uhr
Bergneustadt - Für Tischtennis-Bundesligist TTC Schwalbe Bergneustadt lag das Erreichen der Meisterschafts-Playoffs in Reichweite, doch nach dem Jahreswechsel konnte die Mannschaft nicht mehr an die Leistungen der Hinrunde anknüpfen – OA sprach mit Teamchef Heinz Duda über die vergangene Saison.

Hellseherische Fähigkeiten werden Heinz Duda nicht nachgesagt, doch vor dem Saisonstart in der Tischtennis-Bundesliga hatte der Teamchef des TTC Schwalbe Bergneustadt darauf getippt, dass die Mannschaft in der Endabrechnung auf dem siebten Rang landet. Eine Punktlandung. Somit müsste im Lager der Oberberger eigentlich Zufriedenheit herrschen, schließlich hat man das Soll erfüllt. Allerdings war deutlich mehr drin als eine Position im Tabellenmittelfeld.

 

Nach einer formidablen Hinrunde konnten sich die Bergneustädter berechtigte Hoffnungen auf die Teilnahme an den Playoffs machen, zudem qualifizierten sich Benedikt Duda und Co. für das Pokal-Halbfinale und schrammten gegen den Favoriten TTF Liebherr Ochsenhausen denkbar knapp am Finale vorbei. „Es stand 2:2 und im Doppel haben wir das Ding leider nicht nach Hause gefahren“, erinnert sich Heinz Duda zurück.

 

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Enge Begegnungen und unglückliche Niederlagen sollten in der Rückrunde ständige Begleiter bleiben. Bergneustadt verlor die Duelle gegen die Mitkonkurrenten und die gute Ausgangsposition im Klassement. Zum Schluss fehlten zwei Zähler auf den TTC Grünwettersbach, der neben den „großen Drei“ – Düsseldorf, Saarbrücken und Ochsenhausen – im Final-Four-Turnier um die Meisterschaft an den Start ging.

 

„Das waren richtige Nackenschläge, die wir in der Rückrunde kassiert haben“, erklärt Duda. „Wir sind von einem Tief in das nächste gestolpert. Aufgrund der vielen Spiele in dieser Phase haben wir es nicht geschafft, uns neu zu sortieren und zusammenzuraufen.“ Entscheidende Knackpunkte: Die bitteren 2:3-Pleiten gegen Grünwettersbach, Königshofen und Mühlhausen, wo man zum Teil Matchbälle zum Gesamtsieg vergab.

 

[Alvaro Robles konnte sich in dieser Saison noch einmal steigern.]

 

In der Nachbetrachtung äußert sich Duda selbstkritisch. „Wir haben zu lange am Doppel Alvaro Robles/Stefan Fegerl festgehalten.“ Der Österreicher, immerhin Doppel-Europameister 2015, wusste lediglich zu Beginn zu überzeugen. Da die Schwalbe-Partien häufig erst im Doppel entschieden wurden, ließ man hier wichtige Punkte liegen. Später wurde Fegerl durch Alberto Mino ersetzt. „Diesen Wechsel hätten wir früher machen müssen.“ Gewiss trifft Fegerl nicht die alleinige Schuld an der Misere. Auch seine Teamkameraden zeigten nach dem Jahreswechsel nicht mehr die nötige Konstanz.  

 

Duda ist froh, dass der Spielbetrieb während der Pandemie fortgesetzt wurde, obwohl die Strapazen groß waren. „Wir schätzen uns sehr glücklich, dass wir trotz Corona spielen konnten. In diesem Zusammenhang möchte ich unseren Sponsoren und Helfern danken, die uns das ganze Jahr über unterstützt haben“, so der Teamchef. Zuschauer waren ab November nicht mehr erlaubt. Nach Ansicht von Duda ein Nachteil. „Unserer Mannschaft hätte es unheimlich geholfen, wenn Fans in der Halle gewesen wären. Ich glaube, dass so ein Spiel wie gegen Königshofen dann anders gelaufen wäre.“

 

Wann die Saison 2021/2022 beginnt, ist offen. Sollten die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden, geht’s wahrscheinlich im September los, andernfalls womöglich schon einen Monat vorher. Duda hofft, dass der Spielplan entzerrt wird. In der abgelaufenen Serie fanden mitunter drei Partien innerhalb von fünf Tagen statt. Diese Terminhatz war ebenfalls dafür verantwortlich, dass die Schwalben einen Einbruch erlebten.    

 

Im Hinblick auf die kommende Spielzeit übt sich der Teamchef in Zurückhaltung. „Da die Liga immer stärker und ausgeglichener wird, dürfte es schwierig werden, mehr zu erreichen als in diesem Jahr. Wir wollen mit 150 Prozent Leistung sicherstellen, uns von den Abstiegsplätzen fernzuhalten. Das Wichtigste ist aber, dass die Spieler gesund bleiben.“ Als Nachfolger für Fegerl, der in sein Heimatland zurückkehrt, wurde der Schwede Elias Ranefur verpflichtet.

 

Robles und Mino haben sich ein Olympia-Ticket erkämpft – ein toller Erfolg für die beiden. Benedikt Duda muss hingegen abwarten, ob Bundestrainer Jörg Roßkopf den letzten freien Platz im deutschen Team an ihn oder Dang Qiu vergibt.

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