SPORTMIX

Schwalben blicken trotz starkem Auftakt skeptisch in die neue Saison

mkj, pn; 19.08.2019, 15:47 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Alvaro Robles von TTC Schwalbe Bergneustadt (r.) gewann beim ersten Saisonheimspiel gegen den TTC RhönSprudel Gegner Quing Yu Meng mit 3:0 Punkten.
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Schwalben blicken trotz starkem Auftakt skeptisch in die neue Saison

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mkj, pn; 19.08.2019, 15:47 Uhr
Bergneustadt – Glatter 3:0-Sieg über Fulda Maberzell – Ligaerweiterung auf zwölf Teams stößt auf wenig Gegenliebe.

Von Michael Kleinjung und Peter Notbohm

 

Der TTC Schwalbe Bergneustadt ist mit einem glatten 3:0-Sieg souverän in die neue Saison der 1. Tischtennis Bundesliga gestartet. In eigener Halle besiegte das Team von Yang Lei vor knapp 400 Zuschauern den TTC RhönSprudel Fulda Maberzell überraschend mühelos. Die Gäste mussten zwar auf ihren Topspieler Tomislav Pucar verzichten, dennoch hatte Teamchef Heinz Duda auch ohne den bulgarischen Weltranglisten-38, der aufgrund einer Erkrankung am Freitag sein Achtelfinalmatch bei den Bulgaria Open absagen musste, Respekt vor den Gästen: „Fulda gehört zu den Gegnern, die wir hinter uns lassen müssen.“

 

Ersetzt wurde der Bulgare durch Spielertrainer Quing Yu Meng. Dieser hatte gegen Bergneustadts Alvaro Robles allerdings keine Chance. Der Spanier wurde mit 3:0 (11:6, 11:6 und 12:10) seiner Favoritenrolle gerecht. Ähnlich mühelos agierte auch Benedikt Duda, der den Defensivspezialisten Ruwen Filus überraschend deutlich ebenfalls mit 3:0 (11:4, 11:6 und 11:4) abfertigte. „Das war schon beeindruckend, wie er gegen einen der weltbesten Abwehrspieler agiert hat“, meinte Heinz Duda.

 

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Den glatten 3:0-Sieg perfekt machte Paul Drinkhall. Der 29-jährige Brite wurde seinem Ruf als „Marathon-Spieler“ dieses Mal nicht gerecht, sondern bezwang den 18-jährigen Trainersohn Fan Bo Meng recht souverän mit 3:1 (11:7, 11:7, 9:11 und 11:3). „Für uns war dieser glatte Erfolg ein wichtiges Ausrufezeichen“, war Heinz Duda mit dem Saisonauftakt zufrieden, „Teams wie Fulda, Jülich und Grenzau müssen wir hinter uns lassen, um den Anschluss an die obere Tabellenhälfte zu halten.“

 

Bereits einen Tag vor dem ersten Saisonspiel hatte der Verein zur offiziellen Mannschaftsvortellung in seiner Trainingshalle an der Bergneustädter Realschule eingeladen und dort einen skeptischen Ausblick auf die neue Saison gegeben. „Wir sind unglücklich darüber, dass wir noch in den Sommerferien spielen müssen“, eröffnete der TTC Schwalbe Vorsitzender Andreas Grothe die Runde. Auch der weitere Terminplan der Saison sorgt im Bergneustädter Lager nicht gerade für Freudensprünge. Unter anderem muss das Team auch an Ostern spielen.

 

[Die Mannschaft des TTC Schwalbe Bergneustadt: (v.l.) Alberto Mino Puga, Paul Drinkhall, Benedikt Duda, Alvaro Robles und Trainer Yang Lei.]

 

„Abgesehen davon, dass schon die Burstenhalle wegen anderer Veranstaltungen ein Problem darstellt, haben wir jetzt insgesamt zwölf statt bisher elf Mannschaften in der 1. Bundesliga“, so Grothe weiter. Das bedeutet neben einem Heim- auch ein Auswärtsspiel mehr. Hinzu kommt noch das Olympische Jahr, so dass auf internationaler Ebene noch mehrere Qualifikationsturniere sowohl im Einzel als auch in der Mannschaft dazukommen, was die Terminplanung noch weiter erschwert.

 

„So haben wir permanent englische Wochen, was für den Tischtennissport abträglich ist“, ergänzte der sportliche Leiter Heinz Duda. „Man kann eine Familie oder Tischtennisbegeisterte vielleicht einmal in der Woche in die Halle bekommen, aber kaum zweimal, wenn am Wochenende freitags und sonntags gespielt wird. So schießen wir uns quasi selbst ins Bein, weil wir darauf angewiesen sind, mehr Zuschauer zu begeistern, was uns in der letzten Saison auf Grund der Erfolge auch gut gelungen ist.“ Eine Wiederholung der starken Zuschauerergebnisse sei fraglich.

 

[Der gebürtige Ecuadorianer Alberto Mino Puga ersetzt Vladimir Sidoenko.]

 

Aus Sicht der Vereinsführung ist die Liga insgesamt stärker geworden. Selbst der zusätzliche Kontrahent sei nicht zu unterschätzen, „obwohl man immer sehen muss, wer am Ende am Tisch steht. Man kann viele Leute aufstellen, aber am Ende müssen die auch da sein, wenn gespielt wird“, sagt Grothe. Gemeint ist damit Neuling Neu-Ulm, der eine Wildcard bekommen hat. Damit sei eine Mannschaft dazugekommen, die es vorher nicht gab und die aus Topspielern zusammengekauft wurde und von null auf hundert durchstartet. „Wer auf dem Papier steht und wer spielt, sind oftmals zweierlei paar Schuhe. Es kann aber auch sein, dass sie gegen uns in Bestbesetzung auflaufen“, sieht Duda den anvisierten vierten Platz gefährdet: „Ich denke wir müssen uns zwischen Platz fünf und sieben einpendeln.“ Ein auch aus Sicht von Schwalben-Trainer Yang Lei realistisches Ziel.

 

Zu den Saisonzielen meinte der sportliche Leiter: „Die Play-Offs wären Top. Nur gehe ich davon aus, dass wir das nicht schaffen werden. Es gibt drei Teams, die für uns nicht erreichbar sind. Das sind Düsseldorf, Saarbrücken und Ochsenhausen. Jetzt ist dummerweise noch Neu-Ulm dazugekommen.“ Grothe pflichtete ihm bei dieser Beurteilung bei: „So muss man es realistisch sehen. Trotzdem glaube ich, dass wir eine gute Mannschaft haben, schließlich haben wir haben kaum Veränderungen im Kader.“ Nur der 28-jährige Alberto Mino Puga ist neu hinzugekommen. „Ich glaube, er wird besser zu uns passen und ist vielleicht auch etwas stärker als in der letzten Saison Vladimir Sidoenko“, sieht Grothe die Oberberger keineswegs schlechter aufgestellt: „Uns zeichnet aus, dass wir eine Mannschaft sind und keine Einzelkämpfer. Das könnte sich über die Dauer der Runde als Vorteil erweisen.“

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