SPORTMIX

Nach der Therapie ist vor der Rückkehr zur Normalität

jaw; 20.08.2021, 16:40 Uhr
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Fotos: Jan Weber --- Dr. Anja Weishap (2. v. re.) freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund Oberberg: Astrid Staiger (v. li.), Anja Lepperhoff und Hagen Jobi.
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Nach der Therapie ist vor der Rückkehr zur Normalität

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jaw; 20.08.2021, 16:40 Uhr
Gummersbach - Das Brustzentrum Oberberg und der Kreissportbund Oberberg rufen gemeinsam ein Programm für Brustkrebspatientinnen ins Leben - Ab Anfang September gibt es Rehasportkurse für die Krebsnachsorge.

Von Jan Weber

 

Jedes Jahr zählt das Klinikum Oberberg im Schnitt mehr als 160 neue Brustkrebserkrankungen bei Patientinnen jeden Alters. Deutschlandweit sind es mehr als 70.000, wobei generell etwa jede siebte Frau betroffen ist. Heutzutage gilt diese Art von Krebs als gut behandelbar, jedoch sind noch lange nicht alle Geheilten für immer auf der sicheren Seite.

 

Die Nachsorge spielt eine immens wichtige Rolle und wird häufig unterschätzt. Die Behandlungen sind meist wirksam und verschaffen den Erkrankten eine mehr oder weniger solide Basis, um den eigenen Körper wieder in Takt zu bekommen, doch dann beginnt erst die richtige Arbeit.

 

[Die Flyer liegen absofort beim Kreissportbund, bei Gynäkologen sowie im Klinikum Oberberg aus.]

 

Das Brustzentrum Oberberg und der Kreissportbund (KSB) Oberberg haben ein Angebot ins Leben gerufen, um die Rolle der sportlichen Betätigung für genesene Patienten zu betonen und zu fördern. Das Programm nimmt in seiner Form ein Vorreiterrolle im Oberbergischen ein.

 

"Sport senkt Stress, aktiviert natürliche Abwehrkräfte und verringert somit einen Rückfall der Erkrankung. Die Angst vor Krebs behält man sein Leben lang, der Schritt zurück in die Normalität ist deshalb enorm wichtig", berichtet Dr. Anja Weishap, die Leiterin des Brustzentrums Oberberg. Laut der Expertin seien die Angebote im psychischen Bereich wie Selbsthilfegruppen gut besetzt, die Begleitung der physischen Ertüchtigung hätte aber bislang gefehlt.

 

Gynäkologen und andere Ärzte betreuen ihre Patientinnen im Rahmen des Möglichen, eine dauerhafte Begleitung und ein permanenter Austausch, wie ihn das Programm etablieren möchte, war seither kaum realisierbar. "Durch Bewegung können wir unserem Körper innere Ruhe geben und Vertrauen erzeugen sowie ihn gar neu kennenlernen", so der KSB-Vorsitzende Hagen Jobi.

 

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Ab der ersten September-Woche soll das Angebot in Gummersbach-Strombach starten. Ein Arzt verschreibt den Patientinnen 50 Sitzungen à 45 Minuten, die über einen Zeitraum von 18 Monaten absolviert werden können. Dabei wird ja nach Pandemielage mit bis zu 15 Teilnehmerinnen pro Kurs gearbeitet. Astrid Staiger vom KSB hat das Projekt ins Leben gerufen und wird mit allen Teilnehmerinnen vor Kursbeginn sprechen, um ihnen das individuell bestmögliche Trainingskonzept anbieten zu können: "Niemand soll nach seiner medizinischen Behandlung alleine gelassen werden. Wir versuchen allen bestmöglich unter die Arme zu greifen."

 

"Wir wollen alle sportlichen Vereine im Kreisgebiet mobilisieren, um so viele Menschen zu erreichen wie es nur geht", appellierte KSB-Geschäftsführerin Anja Lepperhoff. Zunächst gibt es einen Kurs pro Woche, bei steigender Nachfrage werde das Angebot erweitert. Zukünftig sollen auch Männer und weitere Krebspatientinnen beteiligt werden.       

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