SOZIALES

Mit Genossenschaft „Voll im Saft“

ls; 04.08.2020, 15:45 Uhr
Fotos: Phillip Liedke --- Die mobile Saftpresse soll auch künftig in der Region zum Einsatz kommen.
SOZIALES

Mit Genossenschaft „Voll im Saft“

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ls; 04.08.2020, 15:45 Uhr
Oberberg - Enthusiasten möchten mobile Saftpresse im Oberbergischen halten und sich mit weiteren Ideen für Nachhaltigkeit und Gemeinschaft einsetzten.

Von Leif Schmittgen

 

Bei Petra Sattler schrillten vor einigen Wochen die Alarmglocken: Als sie  erfuhr, dass Stefan Collatz aus Reichshof-Eichholz den Service seiner mobilen Saftpresse aus privaten Gründen einstellen möchte, setzte sie sich umgehend für den Weiterbetrieb des Gerätes im Oberbergischen und Umgebung ein. Dabei verfolgt Sattler auch kommerzielle Interessen, in der zu  gründenden Genossenschaft sollen zudem aber viele nachhaltige  Projekte unter dem Motto "Gemeinwohlökonomie" mit einfließen.

 

„Konkret steht noch nichts fest, es gibt aber viele Ideen“, sagt Sattler. Die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Menschen zusammenbringen“, sollen aber in jedem Fall Platz in der Genossenschaft finden. Sozialer Aspekt könnte zum Beispiel ein Bürgerbus oder die Einrichtung von Begegnungszentren für alle Generationen sein. Die Saftpresse soll nur der Anfang zur nachhaltigen Produktion sein. Die Gründerin engagiert sich im "Eckenhääner Lädchen“, wo Bioprodukte angeboten werden. Auch ein solches Modell könnte nach Ansicht der Ideengeberin unter dem Dach der Gemeinschaft funktionieren - und zwar kreisweit. „Es gilt außerdem Kräfte zu bündeln, um gemeinsam mehr zu erreichen“, so die Reichshoferin.

 

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Und beim Thema „Gemeinsamkeit“ hat Sattler mit Phillip Liedke und Reiner Lübbers bereits weitere Mitstreiter gefunden, die das Projekt federführend ins Rollen bringen möchten. „Es gibt inzwischen etliche Interessenten, die sich durch Anteile an der Genossenschaft beteiligen möchten“, berichtet die Gründerin. Mit dem Projekt- und möglichen Genossenschaftsnamen „Voll im Saft“, ist somit nicht nur die mobile Presse gemeint, steht aber im Mittelpunkt der Interessen.

 

Doch wo soll die Maschine künftig ihren Dienst verrichten? „Zum Aufbau müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein“, verrät Sattler. Dazu gehören unter anderem ein Starkstromanschluss mit 32 Kilowatt Leistung und  Zu- und Abläufe für Wasser. Der Grundstückseigner mit Apfelbaum auf der eigenen Wiese gehört damit nicht zur direkten Zielgruppe der Genossenschaftskunden, wenn es um dem Aufstellungsort geht. Vielmehr wünscht man sich Sammelpunkte bei Dorfgemeinschaften, Betreibern von Streuobstwiesen oder landwirtschaftlichen Betrieben, um nah bei den Abnehmern in der Region und somit auch beim Grundstückseigner zu sein.

 

 

Eine bereits vom bisherigen Betreiber initiierte Zusammenarbeit mit Schulen soll mit weiteren Kooperationspartnern vertieft werden. Damit sucht man nicht nur weitere Aufstellungsmöglichkeiten: „ Wir möchten Kindern den ökologischen Umgang mit Produkten näher bringen“, so Sattler und sieht in der Saftpressennutzung auch einen pädagogischen Ansatz. Der gewonnene Saft soll anschließend durch die Schüler verzehrt werden. Im geschlossenen Behältnis ist dieser etwa zwei Jahre trinkbar und sollte nach Öffnung innerhalb von zwei Monaten verbraucht werden.

 

Die lange Haltbarkeit macht das Erhitzen (Pasteurisieren) auf 78 Grad möglich, bei dieser niedrigen Temperatur bleiben viele Vitamine erhalten. Fünf Liter werden zum Preis von 5 € abgegeben, die Kosten reduzieren sich noch etwas, wenn der Abnehmer das leere Gefäß wieder mitbringt. Wer die mobile Saftpresse in Augenschein nehmen möchte, hat dazu am Freitag, 14. August, von 10 bis 18 Uhr, in Reichshof-Eichholz am derzeitigen Standort bei Stefan Collatz (Eicholz 30), die Möglichkeit. Die vorherige Anmeldung für Interessierte ist coronabedingt zwingend erforderlich. Der bisherige Betreiber wird der künftigen Genossenschaft als Berater treu bleiben.

 

Anmeldung zum Termin beim Saft-Mobilfunk unter Tel.: 0151 64 88 24 35.

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