SOZIALES

"Einfach, in die Schuldenfalle zu geraten"

lw; 15.11.2019, 11:23 Uhr
WERBUNG
Foto: Lars Weber --- Die Vorstandsmitglieder der Sparkasse Gummersbach (von links) Dirk Steinbach und Thomas Roß, Gregor Rolland und Michael Rogalski (Caritas), Kristina Schüttler (Diakonie), Thomas Kröger (Awo), Diakoniepfarrer Thomas Ruffler und Gunter Derksen, Regionalvorstand Oberberg der Kreissparkasse Köln.
SOZIALES

"Einfach, in die Schuldenfalle zu geraten"

  • 0
lw; 15.11.2019, 11:23 Uhr
Oberberg – Sparkasse unterstützt Schuldnerberatungen der Wohlfahrtsverbände mit mehr als 45.000 € – Frühzeitige Beratung wichtig.

Von Lars Weber

 

Seit vielen Jahren unterstützen der Rheinische Sparkassen- und Giroverband und der Sparkassenverband Westfalen-Lippe die Arbeit der Schuldnerberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen. Das Volumen dieser Unterstützung beträgt jährlich mehrere Millionen Euro und wird durch das Umlageverfahren aufgebracht. Die Sparkasse Gummersbach fördert die Beratungsstellen der Awo, Caritas und Diakonie mit insgesamt 45.700 €. Am gestrigen Donnerstag wurden die symbolischen Schecks in der Hauptstelle der Sparkasse überreicht. Die Awo erhielt rund 13.900 €, die Caritas rund 14.500 € und die Diakonie rund 17.200 €.

 

Die Sparkassen-Vorstandsmitglieder Thomas Roß und Dirk Steinbach sowie Gunter Derksen, Regionalvorstand Oberberg der Kreissparkasse Köln, unterstrichen die Wichtigkeit der Unterstützung. „Es ist sehr einfach, in die Schuldenfalle zu geraten. Gerade im Internet bekommt man sehr schnell einen Kredit“, sagte Roß. Gregor Rolland, stellvertretender Vorsitzender des Caritasverbands Oberberg, bestätigte dies. „Die Verführung, Schulden zu machen, ist groß.“

 

WERBUNG

Es seien vor allem Empfänger von Hartz IV, die die Beratung der Verbände benötigten, aber auch Jugendliche, Flüchtlinge und immer mehr Senioren geraten in eine finanzielle Schieflage. Gründe für eine Überschuldung seien häufig Handyverträge, Kreditkartenrechnungen oder auch Versandhaus- oder Krankenkassenschulden. Zudem stünden Miet- und Nebenkosten bei vielen in keinem Verhältnis zum Einkommen. „Viele Menschen kommen erst zu uns, wenn es schon zu spät ist, da geht es dann erstmal um Schadensbegrenzung“, sagte Michael Rogalski, Leiter der Schuldnerberatungsstelle der Caritas. „Für viele Probleme gibt es Lösungen“, so Kristina Schüttler, Leiterin der Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie.

 

Jedes Jahr kommen rund 600 neue Fälle zu den drei Anlaufstellen hinzu. Damit seien sie an der Kapazitätsgrenze, sagte Thomas Kröger, Leiter der Schuldnerberatung der Awo Rhein-Oberberg. Offene Sprechstunden wie jene der Caritas helfen dabei, erste Fragen schnell zu klären. „In der Beratung geht es darum, den Menschen dabei zu helfen, dass sie mit dem auskommen können, was sie auch tatsächlich haben“, erklärte Kröger. Dazu gehört auch zu klären, ob der Hilfesuchende alle Unterstützung bekommt, die ihm zusteht. Wichtig sei die Ausgaben- und Einnahmenkontrolle, um die Abwärtsspirale zu stoppen. Bei der Schuldenregulierung helfe häufig nur noch ein Insolvenzverfahren.

 

Ein Grund dafür, dass viele Menschen in die Schuldenfalle tappen, sei fehlendes Wissen darüber, wie mit Geld umzugehen ist: „Es gibt da eine Bildungsarmut“, stellte Rogalski fest. Schon in der Schule sollte Finanzkompetenz auf dem Lehrplan stehen.

 

Nützliche Informationen zum Thema gibt es im Internet bei der Sparkasse. Eine Broschüre, die sich explizit an Senioren richtet, gibt es hier.

KOMMENTARE

0 von 800 Zeichen
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.
Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge, die gegen oben genannte Punkte verstoßen, nicht zu veröffentlichen.
WERBUNG