POLITIK

Noch mehr als 100 Kinder auf der Warteliste

lw; 15.09.2021, 12:46 Uhr
Archivfoto: FSW.
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Noch mehr als 100 Kinder auf der Warteliste

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lw; 15.09.2021, 12:46 Uhr
Wiehl – Seit Mai besuchten mehr als 300 Sechs- bis Achtjährige die Schwimmkurse in der Wiehler Wasser Welt – FSW beantwortete im Rat Anfrage der Grünen – Weitere Informationen zur Mühlenstraße.

Von Lars Weber

 

Viele Monate lang waren während der Pandemie die Schwimmbäder in der Region dicht. Auch die Wiehler Wasser Welt bildete da keine Ausnahme. Dabei vermissten nicht nur die Gelegenheits-, -Hobby -und Vereinsschwimmer das kühle Nass, sondern vor allem auch viele Eltern. Wie wichtig es ist, schwimmen zu können, ist unbestritten. Nun gab es lange aber keine Möglichkeit, dass den Kindern diese Fähigkeit auch beigebracht wurde. Dementsprechend nachgefragt sind die im Mai wieder gestarteten Angebote im Wiehler Schwimmbad auch. Da sich viele besorgte Eltern an die Grünen gewandt hätten, hatte die Fraktion eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, die Andreas Zurek, Geschäftsführer der FSW, gestern im Rat in der Wiehltalhalle beantwortet hat.

 

Zurek blickte zunächst auf die Statistik der vergangenen Jahre zurück. Demnach habe es 2019 insgesamt 13 Kurse für 104 Kinder gegeben. 2020, als die Pandemie über die Gesellschaft hereinbrach, waren es aufgrund langer Lockdowns und der fehlenden Erlaubnis, Bäder überhaupt zu öffnen, lediglich fünf Kurse, die von 40 Kindern besucht wurden.

 

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In diesem Jahr änderte sich die Situation. Die Schwimmbäder durften ab Mai ihre Pforten für Kinder zwischen sechs und acht Jahren öffnen. Wie groß der Bedarf ist, zeigte sich, als die Kurse online gingen. Die Webseite ging nach 15 Minuten aufgrund der Zugriffszahlen in die Knie, erzählte Zurek. Seit Mai habe die FSW gemeinsam mit der Wiehler Schwimmgemeinschaft und der DLRG 29 Kurse durchgeführt. „Mehr als 300 Kinder haben daran teilgenommen. 80 Prozent der Kinder können nach den Crashkursen schwimmen“, so Zurek. „Das ist eine Erfolgsgeschichte.“ Bis Ende des Jahres seien die Kurse schon besetzt, aktuell stünden 111 Kinder auf der Warteliste.

 

Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Körber und seine Fraktionskollegin Elke Zakaria machten darauf aufmerksam, dass die Kinder nach den „Crashkursen“ vielleicht schwimmen könnten, aber noch längst keine sicheren Schwimmer seien und Folgeangebote notwendig seien. „Damit werden die Eltern gerade alleingelassen.“ Zurek versicherte, dass bereits jetzt diesbezüglich Gespräche mit den Vereinen geführt werden. „Allerdings ist auch noch kein normaler Betrieb im Schwimmbad erreicht.“

 

Aus dem Rat
 

Mühlenstraße

 

Birgt die Verzögerung des Baustarts in der Mühlenstraße die Gefahr, dass die Anlieger bei einem neuen Förderprogramm für Straßenbaubeiträge des Landes NRW leer ausgehen? Diese Frage trieb in der vergangenen Woche den Bauausschuss und die Anwohner um (OA berichtete). Laut aktuellen Informationen der Stadt liegt der Beitragssatz bei 17 Euro pro Quadratmeter, ursprünglich waren einmal 23 Euro pro Quadratmeter im Gespräch.

 

Um mehr Klarheit in die Frage der Förderung zu bringen, fragte die Verwaltung beim zuständigen Städte- und Gemeindebund nach. „Bisher seien kaum Förderanträge eingegangen“, berichtete Bürgermeister Ulrich Stücker. Zudem würden Mittel, die nicht abgerufen werden, in das nächste Haushaltsjahr übertragen. Der Topf ist jährlich immerhin mit 65 Millionen Euro gefüllt. Beim Städte- und Gemeindebund gehe man davon aus, dass die Anträge bedient werden können und die Verzögerung sich nicht negativ auswirkt. Trotzdem wies Stücker nochmals darauf hin, dass ein Rechtsanspruch auf die Fördermittel nicht besteht. Darüber hinaus solle geprüft werden, ob es möglich ist, die Bauzeit noch zu verringern.

 

Neubau des Gymnasiums

 

Bei der Sondersitzung des Rats zum Thema Schulzukunft im August hatte sich der Rat einstimmig für eine Neubaulösung am beziehungsweise im unmittelbaren Umfeld des heutigen DBG ausgesprochen (OA berichtete). Die Verwaltung soll die Machbarkeit prüfen, die unter anderem unter pädagogischen und ökologischen Kriterien nachhaltig und wegweisend sein soll. Genau den Punkt der Nachhaltigkeit griff nun ein Antrag der Grünen-Fraktion auf. In die Ausschreibung des Neubaus des Gymnasiums solle unter anderem die Nachhaltigkeit in Baustoffnutzung und Energieversorgung, die regionale Wertschöpfung und die Erweiterungs- beziehungsweise Rückbaufähigkeit aufgenommen werden, forderte die Fraktion. Ratsmitglied Marc Zimmermann nahm bei seinen Ausführungen den Baustoff Holz als Beispiel.

 

Für die anderen Fraktionen kam der Antrag zu diesem Zeitpunkt verfrüht, zumal das Thema Nachhaltigkeit bereits in der ursprünglichen Beschlussfassung ausdrückliche Erwähnung findet. CDU-Fraktionschefin Larissa Gebser beantragte ein Moratorium. Anträge wie jener der Grünen den Gymnasium-Neubau betreffend sollten erst besprochen werden, sobald die Machbarkeit geprüft worden ist. Der Vorschlag fand die breite Mehrheit, nur die Grünen stimmten dagegen.

 

Dorfladen

 

Können mit Dorfläden die Lücken in der Nah- und Grundversorgung gestopft werden? Damit beschäftigte sich ein Antrag der AfD, die eine Potenzialanalyse durchführen lassen möchte, wie groß das Interesse und wie hoch der Bedarf an einem Laden in den Wiehler Dörfern sind. Auch Fördermöglichkeiten sollten geprüft werden, führte Fraktionsvorsitzender Daniel Schwach aus. Den Vorschlag des Bürgermeisters, den Antrag zur weiteren Prüfung in den Stadtentwicklungsausschuss zu verweisen, kassierten die restlichen Ratsmitglieder aber. Die ursprüngliche Initiative für eine solche Unternehmung sollte aus den Dörfern selbst kommen, so zum Beispiel Dr. Sonja Wegner (Grüne). Dann könne die Verwaltung auch unterstützend wirken. „Die Bürger stimmen mit ihren Füßen ab“, ergänzte Hans-Peter Stinner, UWG-Fraktionsvorsitzender. Es gebe genug Beispiele, bei denen nach anfänglicher Begeisterung über solch ein Angebot die Menschen doch wieder zum Discounter gefahren seien. Der Antrag der AfD wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

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