POLITIK
Forschungsmobil soll helfen, sich auf Klimawandelfolgen einzustellen
Oberberg – Das Projekt wird das Einzugsgebiet der Dhünn untersuchen, deren Zuflüsse im Oberbergischen Kreis entspringen – TH Köln begleitet die Forschungen.
Von Lars Weber
Wie wirkt sich der Klimawandel und seine Folgen auf die Wasserverfügbarkeit aus? Wie können sich Regionen darauf einstellen, sowohl technisch, als auch durch Anpassungen auf Naturseite? Dies sind zentrale Fragestellungen bei dem Projekt „Reallabor Dhünn“, an dem sich der Oberbergische Kreis beteiligt. Darüber hat der Kreis bei der aktuellen Sitzung des Kreisentwicklungsausschusses berichtet. Das Reallabor hatte im Dezember 2025 den A-Status im Qualifizierungsprozess der Regionale 2025 für Umsetzungshorizont und Förderperspektive erhalten. Hinter der Idee steht der Verein Bergische WasserkompetenzRegion Aqualon, bei dem der Oberbergische Kreis zu den Gründungsmitgliedern gehört. Der primäre Betrachtungsraum des Projekts ist das Einzugsgebiet der namensgebenden Dhünn, deren Zuflüsse im Oberbergischen Kreis entspringen. Insgesamt kostet das Projekt 350.000 Euro.
Im Rahmen des Projektes soll ein flexibles Forschungsmobil eingerichtet werden. Dieses soll ermöglichen, Forschungs-, Entwicklungs- und Transferaktivitäten standortbezogen im gesamten Dhünn-Einzugsgebiet und perspektivisch darüber hinaus durchzuführen. Konkret soll laut Kreis ein Elektro-Sprinter mit Anhänger angeschafft und mit dem nötigen Forschungsequipment ausgestattet werden. Darüber hinaus sind für den Aufbau und die Umsetzung des Projektes entsprechende Personalkosten vorgesehen.
Die TH Köln, insbesondere das „Institute for Natural Resources Technology and Management“ an der Fakultät für Raumentwicklung und Infrastruktursysteme, übernimmt im Rahmen des Förderantrags die wissenschaftliche Begleitforschung. Bei der im Reallabor Dhünn geplanten Forschung und Entwicklung geht es insbesondere darum, Forschungsfragen zur Ressource Wasser und den Herausforderungen einer nachhaltigen Wasserwirtschaft zu bearbeiten.
Neben der Analyse der Auswirkungen des Klimawandels und der damit einhergehenden Veränderungen der Wasserverfügbarkeit soll zum Beispiel die (Weiter-) Entwicklung hydrologischer (Klima-) Modelle und technologischer Innovationen (Smart Water Systems) vorangetrieben werden. Auch die Entwicklung technischer und naturbasierter Anpassungsstrategien auf regionaler Ebene gehöre zu den Zielen, ebenso deren gemeinsame Erprobung vor Ort im Austausch mit verschiedenen Nutzergruppen (Wald-, Forst- und Landwirtschaft, Industrie, Verwaltung und Zivilgesellschaft). Ausgelegt sei das Projekt auf 2,5 Jahre.
Aqualon beabsichtigt, für das Reallabor einen EFRE-Förderantrag einzureichen. Bei Gesamtkosten von rund 350.000 Euro werde mit einer Förderquote von 80 Prozent gerechnet. Den verbleibenden Eigenanteil von rund 70.000 Euro tragen der Verein sowie in gleichem Maße (jeweils 17.000 Euro) der Rheinisch-Bergische Kreis, der Oberbergische Kreis und der Wupperverband. Die Haushaltsmittel stehen aus Mitteln der Regionale-Projektentwicklung im Haushalt 2026 zur Verfügung.
Kreisdezernent Frank Herhaus betonte auf Nachfrage aus der Politik, dass das mobile Labor zunächst im Dhünn-Einzugsgebiet unterwegs sein wird, der Oberbergische Kreis also auch etwas davon habe. Wolfgang Lenz (AfD) warf die Frage in den Raum, ob man neben der Arbeit beim Wupperverband und dem Aggerverband ein zusätzliches Labor brauche.
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