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Engelskirchener Rat macht Weg für Höhlenerlebniszentrum frei

pn; 26.11.2020, 17:00 Uhr
Fotos: Peter Notbohm.
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Engelskirchener Rat macht Weg für Höhlenerlebniszentrum frei

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pn; 26.11.2020, 17:00 Uhr
Engelskirchen - Das Projekt soll viele Besucher in die Gemeinde locken - Haushaltsentwurf für 2021 sieht grüne Null vor - Keine Steuererhöhungen geplant.

Von Peter Notbohm

 

Überzeugt werden, mussten die Engelskirchener Ratsmitglieder zwar längst nicht mehr, Bürgermeister Dr. Gero Karthaus rührte bei der gestrigen Ratssitzung im Aggertalgymnasium dennoch noch einmal gewaltig die Werbetrommel für das geplante Höhlenerlebniszentrum, das nahe der Aggertalhöhle entstehen soll (OA berichtete). Durch die Entdeckung weiterer Mineralien in der Höhle Windloch dürfe man dieser inzwischen europaweite Bedeutung zumessen, hieß es vom Bürgermeister. Die Höhle soll in dem Großprojekt, das jährlich etwa 50.000 Besucher in die Gemeinde locken soll und mit etwa 4,7 Millionen Euro kalkuliert ist, für jedermann erlebbar gemacht werden.

 

„Wir haben mit zahlreichen Experten erarbeitet, was möglich ist“, pries Karthaus die vielen Optionen der Darstellung an. Auch in Düsseldorf stehe man dem Projekt sehr positiv gegenüber. Aus dem NRW-Heimatministerium habe man deutliche Zeichen bekommen, den eingeschlagenen Weg fortzuführen. Zudem habe Terra X angekündigt, eine Reportage über die Jahrhunderthölle machen zu wollen. Die Verhandlungen mit dem WDR müssen dagegen als gescheitert angesehen werden. „Wir sollten dieses Projekt als Riesenchance erkennen. Es schreit geradezu nach so etwas“, warb Karthaus. Auch Monika Güdelhöfer (SPD) stimmte in den Kanon der Unterstützer ein: „Das ist eine grandiose Geschichte, die die Attraktivität unserer Gemeinde enorm steigern wird.“

 

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Ihre Ratskollegen aus allen Parteien sahen das ähnlich und stimmten dem Antrag, die Planungen voranzutreiben, geschlossen zu. Einstimmig verliefen auch die weiteren Tagesordnungspunkte des öffentlichen Teils der Ratssitzung. Sämtliche Beschlüsse wurden ohne große Diskussion entschieden. Neben den Planungen zum Höhlenerlebniszentrum stand zudem die Einbringung des Haushalts für das kommende Jahr als wichtigster Punkt auf der Liste. Laszlo Kotnyek, Leiter des Fachbereichs Finanzen und Steuerung, stellte den Haushaltsplan vor und hatte für die Gemeinde und seine Bürger durchaus gute Nachrichten im Gepäck.

 

Die Corona-Pandemie habe zwar zu deutlichen Einbrüchen bei Einkommenssteuer und Familienlastenausgleich gesorgt, die den Haushalt mit 1,8 Millionen belasten. Diese werden aber durch die Corona-Hilfen der Landesregierung und das Gesetz zur Isolierung der Pandemie-Belastungen aufgefangen. „Mit diesem Bilanztrick wird der Fehlbetrag in eine grüne Null verwandelt“, so Kotnyek. Im letzten Jahr als Mitglied des Stärkungspaktes für Kommunen wolle die Gemeinde auf Steuererhöhungen für die Bürger verzichten – diese werde es vermutlich aber 2022 geben – und gleichzeitig die Gemeindeentwicklung trotz weiteren Abbaus von Schulden vorantreiben.

 

[Thomas Krimmel (li.) wurde als Chef der Engelskirchener Feuerwehr bestätigt. Sein bisheriger Stellvertreter Armin Bockheim (re.) wurde verabschiedet. Ihm folgt Hans Peter Valdor.]

 

Der größte Investitionsschwerpunkt wird der Breitbandausbau in den Ortsteilen für 8,4 Millionen Euro. Die Telekom sei vertraglich verpflichtet, mit diesen Arbeiten bis 2022 fertig zu sein. Jeweils 2,9 Millionen Euro sollen in den Ausbau der Ladestraße in Ründeroth sowie die Erweiterung des Aggertalgymnasiums fließen. Weitere Projekte sind unter anderem die Brückensanierung Agger-Osttor Dörrenberger Weg sowie die Park+Ride Anlage Engelskirchen. Nachdem bereits die Jahresabschlüsse 2017-19 Überschüsse ausgewiesen haben, gehe auch die Prognose für das Pandemiejahr von einer positiven Ergebnisrechnung aus. Karthaus bezeichnete die anstehenden Aufgaben als herausfordernd, aber auch spannend: „Die rosigen Zeiten sind schneller vorbei als gedacht. Aber wir haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass wir trotz schwieriger Haushaltslagen viele Investitionen auf den Weg gebracht haben.“

 

Aus dem Rat

 

  • An der Reckensteinstraße und am Ründerother Bahnhof werden von der AggerEnergie finanzierte Ladesäulen für E-Fahrzeuge installiert.
  • Die Verwaltung ermittelt mit den Schulen derzeit Klassenräume, in denen ein Geräteeinsatz zur Luftzirkulation erforderlich ist.
  • Armin Bockheim wurde als stellvertretender Leiter der Feuerwehr Engelskirchen verabschiedet, zu seinem Nachfolger wurde Hans Peter Valdor bestellt. Thomas Krimmel wurde als Leiter für weitere sechs Jahre bestätigt.
  • Rat und Verwaltung wollen sich erneut mit dem dringenden Appel an die Deutsche Bahn wenden, die Schrankenschließzeiten endlich deutlich zu verkürzen. Bürgermeister Karthaus bezeichnete die Situation als unzumutbar und nicht mehr auszuhalten. Zumindest die Ampelanlagen für den Autoverkehr im Ortskern Engelskirchen sollen künftig auf eine grüne Welle geschaltet werden.

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