POLITIK

„Was der FDP im Augenblick fehlt, ist die klare liberale Handschrift“

bv; 09.10.2019, 15:00 Uhr
Bild: Bernd Vorländer --- Ina Albowitz-Freytag ist überzeugt, dass die FDP künftig ihre Botschaften deutlicher artikulieren muss.
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„Was der FDP im Augenblick fehlt, ist die klare liberale Handschrift“

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bv; 09.10.2019, 15:00 Uhr
Oberberg – Die neue oberbergische FDP-Vorsitzende Ina Albowitz-Freytag über ihre Motivation und die kommenden Wahlen.

Von Bernd Vorländer

 

OA: Vorsitz mit 76 Jahren – warum tun Sie sich das an?

Albowitz-Freytag: Diese Frage habe ich mir in den vergangenen Wochen auch gestellt. Ich übernehme dieses Amt übergangsweise. Nach dem plötzlichen Tod von Jörg Kloppenburg musste es eine Lösung geben und meine Parteifreunde haben mich gefragt, ob ich aufgrund meiner Erfahrung in Wahlkämpfen vor der für uns sehr wichtigen Kommunalwahl 2020 nicht nochmal kandidieren könnte. Ich habe dann zugesagt, auch wenn meine Familie sehr mäßig begeistert ist.

 

OA: Worauf wird es für die FDP-Oberberg bei der Kommunalwahl ankommen?

Albowitz-Freytag: Wir brauchen zunächst einmal eine gesunde Mischung von jungen und erfahrenen Kandidaten, die dann in die Räte einziehen. Die Förderung unseres liberalen Nachwuchses ist mir dabei ein besonderes Anliegen.

 

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OA: Haben Sie die Sorge, dass die Auffassungen und Standpunkte der FDP in einer Zeit, in der Schwarz-Weiß-Denken dominiert und Grautöne kaum noch durchdringen, nicht mehr gehört werden?

Albowitz-Freytag: Was der FDP im Augenblick fehlt, ist die klare liberale Handschrift. Die Menschen müssen erkennbar wissen, was wir wirklich wollen. Wir dürfen uns nicht so viel mit Mitbewerbern beschäftigen, sondern unsere eigenen Ziele und Ideen in den Vordergrund stellen, das ist mir wichtig und das ist mir auch hier vor Ort ein wenig zu kurz gekommen. Ich werde aber auch nicht zulassen, dass man parteiintern ständig an unserem Spitzenpersonal öffentlich rummäkelt, weil einem die eine oder andere politische Aussage nicht gefällt. Solidarität steht auch der FDP gut zu Gesicht.

 

OA: Was sind die Themen, die Sie nach vorne bringen wollen?

Albowitz-Freytag: Wir dürfen nicht den Fehler machen, die Bundespolitik vor Ort besprechen zu wollen. Es muss um Dinge gehen, die den Menschen hier unter den Nägeln brennen – etwa die Gesundheitsversorgung, die Frage, wie wir junge Ärzte in die Region bekommen. Darauf müssen wir Antworten finden.

 

OA: Wagen Sie doch eine Prognose: Glauben Sie, dass Schwarz-Gelb die Mehrheit im Kreistag noch wird halten können, oder ist dieses Farbenspiel aus der Mode gekommen?

Albowitz-Freytag: Ich bin optimistisch, aber auch vorsichtig, denn es hat sich in der Parteienlandschaft viel verändert in der jüngsten Zeit. Wir werden uns als FDP ganz besonders anstrengen müssen.

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