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„Diese Vorgehensweise macht mich fassungslos“

Leserbrief; 18.07.2019, 16:00 Uhr
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„Diese Vorgehensweise macht mich fassungslos“

Leserbrief; 18.07.2019, 16:00 Uhr
Oberberg - Ein Leserbrief von Anette Mücke-Kuhn zum OA-Artikel „Seniorenresidenz muss geräumt werden“.

Leserbrief zum OA-Artikel "Seniorenresidenz muss geräumt werden" vom 27 Juni

 

„Die Curata Seniorenresidenz „Am Burgberg“ wird wegen Brandschutzmängeln mit sofortiger Wirkung geschlossen“. Diese Information erreichte die ahnungslosen Bewohner, nebst Personal, am 25. Juni 2019. Es wurde von diensthabenden Schwestern sofort damit begonnen, das Nötigste für einen Teil der Bewohner zusammenzupacken, da alle Bewohner in eine andere Einrichtung des Trägers Curata verteilt werden müssten, welche allerdings komplett in Deutschland verteilt sind.

 

Niemand der älteren Menschen wusste zu diesem Zeitpunkt, wohin es ihn verschlagen würde, geschweige denn, wo befreundete Mitbewohner unterkommen werden. Wir als Angehörige sind komplett vor den Kopf gestoßen, auf einmal ist der Pflegeplatz des Angehörigen mit ungewissem Ziel futsch. Es gab und gibt bis zum heutigen Tag keinerlei Information. Es steht völlig außer Frage, dass Brandschutz und sicherheitsrelevante Vorschriften in solch einer Einrichtung gewährleistet sein müssen, darüber gibt es überhaupt keinen Verhandlungsspielraum. Es ist aber bereits seit Jahren bekannt, dass es auf dem Burgberg Brandschutzmängel gibt. Im letzten Jahr war über Monate eine Brandwache vor Ort!

 

Und jetzt, auf einmal, von einer Minute auf die andere, werden die Türen geschlossen, werden ältere und alte Menschen mit einem Koffer in der Hand an unbekannte Ziele verfrachtet? Diese Vorgehensweise macht mich fassungslos, sprachlos und unendlich wütend! Was bedeutet ein Seniorenleben in diesem Land? Diese Menschen haben an diesem Platz einen Ort gefunden, wo Sie Ihren Lebensabend in liebevoller Umgebung und mit erforderlicher Hilfe verbringen können, wo sie ein kleines Stück „zu Hause“ finden konnten. Für viele muss es sich anfühlen, wie auf einer sicher schon einmal erlebten Flucht in eine ungewisse Zukunft.

 

Der Anfang des Jahres stattgefundene Trägerwechsel hat sicher nicht ohne die bekannten Mängel stattgefunden. Warum wird in neue, hochwertige Küchen und Möbel investiert, die nicht genutzt werden, statt in elementare Sicherheit für alle, die dort leben und arbeiten? Wie sagt man bei uns so schön: „Die Kuh wird geschmückt, bevor sie verkauft wird“.  Inzwischen wurde ein großer Teil der Bewohner in einer Ausweicheinrichtung untergebracht, in der auch das Personal weiter beschäftigt werden kann. Ich wünsche von ganzem Herzen, dass alle Bewohner und das Personal in eine positive Zukunft gehen mögen.

 

Anette Mücke-Kuhn

 

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