LOKALMIX

"Manager eines mittelständischen Unternehmens"

bv; 22.02.2021, 18:00 Uhr
Archivfoto: Michael Kleinjung --- Frank Raupach ist nach der Ära von Detlef Hayer der neue Wehrführer in Gummersbach.
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"Manager eines mittelständischen Unternehmens"

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bv; 22.02.2021, 18:00 Uhr
Gummersbach - Der neue Leiter der Gummersbacher Feuerwehr, Frank Raupach, über praktische und personelle Herausforderungen.

Von Bernd Vorländer


OA: Die Leitung der hauptamtlichen Wache wie der gesamten Feuerwehr Gummersbach ist mit einer hohen Verantwortung verbunden. Spürt man die, wenn man in diese neue berufliche Phase startet?

Raupach: Auf jeden Fall, auch wenn man schon lange in der Feuerwehr dabei ist. Ich bin seit 1991 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gummersbach, war sieben Jahre Einheitsführer in Berghausen, anschließend Zugführer, dann stellvertretender Leiter der Feuerwehr. Man kann also sagen, dass ich in die ehrenamtliche Aufgabe hineingewachsen bin. Seit 2019 bin ich auch hauptamtlich bei der Feuerwehr Gummersbach tätig. Allerdings - dass die Aufgabe so umfänglich und zeitintensiv ist, merkt man erst, wenn die Zeit gekommen ist.

 

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OA: Hat sich im Leben des Feuerwehr-Chefs grundlegendes geändert?

Raupach: Das kann man auf jeden Fall so sehen. Früher war ich noch viel in der Betreuung von Handball-Jugendmannschaften unterwegs. Das würde heute zeitlich gar nicht gehen. Der gesamte Fokus geht in Richtung Feuerwehr.

 

OA: Zum Glück gibt es nicht jeden Tag Einsätze. Wo liegt Ihre Hauptaufgabe?

Raupach: Wir haben derzeit noch 17 Einheiten mit 430 Kameraden. Die gesamte Infrastruktur und Personalführung muss bewältigt werden. Man kann sich schon als Manager eines mittelständischen Unternehmens sehen. Wir sind in Gummersbach sehr gut aufgestellt, gerade in Bezug auf die technische Ausstattung, weil uns die Politik nachhaltig unterstützt hat. Angesichts der Herausforderungen ist das auch notwendig. Ich darf in diesem Zusammenhang an den Waldbrand 2020 am Hömericher Kopf erinnern.

 

OA: Werden wir diese Großlagern häufiger bekommen?

Raupach: Wir merken jetzt an vorderster Front den Klimawandel. Wer mit offenen Augen durch die Wälder geht, sieht, dass fast keine Fichte mehr gesund ist. Der Borkenkäfer hat sein Übriges getan. Wir haben derzeit eine erhebliche Brandlast in den Wäldern. Hinzu kommen Starkregenereignisse oder Sturmlagen.

 

OA: Nachwuchssorgen haben viele Institutionen und Vereine, die demografische Entwicklung schlägt aktuell  und in den kommenden Jahren durch. Wie sieht es bei der Feuerwehr Gummersbach aus?

Raupach: Man muss immer am Ball bleiben und wir werden in diesem Zusammenhang auch unsere Öffentlichkeitsarbeit verstärken - etwa mit einer neu gestalteten Homepage und der stärkeren Einbindung der Sozialen Medien. Das hat der Brand am Hömericher Kopf gezeigt, dass die Bürger großes Interesse haben, sich über die Feuerwehr Gummersbach zu informieren.

 

OA: Es gibt ja einen Gegensatz: Einerseits betonen die Menschen immer wieder, wie unverzichtbar die Arbeit der Feuerwehr ist. Andererseits ist es schwierig, neue Mitglieder für den ehrenamtlichen Dienst in der Feuerwehr zu bekommen. Wie erklärt sich das?

Raupach: Alle - Vereine und Institutionen - kämpfe um die immer geringer werdende Zahl von jungen Menschen und alle haben gute Argumente. Wir müssen als Feuerwehr ein attraktiver Ansprechpartner für alle diejenigen sein, die sich für den Dienst bei uns interessieren - und das schon im Kindesalter. Die Altersgrenze der Wehrmänner im aktiven Dienst wurde angehoben. Das verschafft uns etwas Luft, aber wir müssen immer wieder um neue Mitglieder werben. Das muss ein kontinuierlicher Prozess sein.

 

OA: Wir erleben gerade im Gummersbacher Westen die Zusammenlegung von drei Einheiten. Werden wir das auch in weiteren Stadtgebieten sehen?

Raupach: Wenn Einheiten die Vorteile von Kooperationen erkennen, werden sie auf uns zukommen. Einen Zwang wird es jedenfalls nicht geben. So etwas macht keinen Sinn.

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