LEICHTATHLETIK

Der Eisenmann aus Oberberg

jaw; 29.06.2020, 09:25 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung, Jan Weber (Text 3, Galerie 1-3 und Video) --- Am frühen Sonntagmorgen ging es für den Nümbrechter Kai Reinl in der Aggertalsperre los.
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Der Eisenmann aus Oberberg

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jaw; 29.06.2020, 09:25 Uhr
Nümbrecht - In knapp über elf Stunden legte der Nümbrechter Kai Reinl die Distanz von 226 Kilometern durch Oberbergs Gewässer und Landschaften hinter sich - Vor der eigenen Haustür wurde er zum Ironman (MIT VIDEO).

Von Jan Weber

 

"Es war ein sehr geiler, aber harter Tag", schnaufte Kai Reinl kurz nachdem er über die Ziellinie vor seinem Haus in Nümbrecht-Haan lief. Der 51-Jährige legte über den Sonntag verteilt eine Strecke von mehr als 226 Kilometern durch das Oberbergische zurück (OA berichtete). Gestern sollte der Ironman in Frankfurt am Main stattfinden, jedoch wurde die Veranstaltung wegen der Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben. Unter dem Motto "Triathlon@Home" ließ sich der Nümbrechter nicht lumpen und organisierte mit der Unterstützung seiner Frau Susanne, seinen beiden Kindern Giovanna und Gianluca sowie vielen Freunden und Bekannten seinen eigenen Ironman.

 

[Nach dem Schwimmen ist vor dem Radeln. Mehr als 180 Kilometer legte Kai Reinl heute auf dem Zweirad zurück.]

 

Gegen 7:30 Uhr sprang der Extremsportler in die Aggertalsperre, in der er 3,86 Kilometer weit geschwommen ist. Der ersten Teildistanz im Wasser folgte eine 180,2 Kilometer lange Fahrt mit dem Fahrrad. Gegen 9 Uhr am Morgen startete er mit dem Zweirad in Richtung Eckenhagen, Oberwiehl und Waldbröl bis ins Bröltal. "Ich hätte niemals für möglich gehalten, dass mich so viele Menschen auf der Strecke anfeuern. Ein paar Tränen konnte ich mir zwischendurch nicht verkneifen", freute sich der Familienvater im Anschluss an den Triathlon. Eine zuvor unerwartete Sperrung der Straße in Gummersbach-Dümmlinghausen, wurde kurzerhand von Bekannten mit Schildern mit der Aufschrift "Go Kai!" mit einer Umleitung versehen.

 

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"Er freut sich schon lange auf den heutigen Tag. Trotzdem merkt man ihm einen gewissen Druck an, unbedingt abliefern zu wollen", berichtete Susanne Reinl, während ihr Mann auf den letzten Metern des Marathons kämpfte. Die Vorbereitungen für solch einen Kraftakt beginnen Monate im Voraus. Dabei wird jede Teildisziplin trainiert und gegen Ende hin wird vermehrt kombiniert, die gesamte Distanz über verknüpft 226 Kilometer hat der Sportler in den vergangenen Monaten aber nicht an einem Tag zurückgelegt. Über den Tag verteilt hat sich Kai Reinl größtenteils von Flüssignahrung wie Wasser und verdünnter Cola und von Bananen ernährt.

 

[Nach der obligatorischen Bierdusche bekam der Triathlet auch eins in die Hand gedrückt.]

 

Zum Schluss stand noch ein ganzer Marathon über 42,2 Kilometer Laufstrecke an, der den Athleten direkt vor der eigenen Haustür ins Ziel dieser beachtlichen Distanz geführt hat. Knapp 40 Familienangehörige, Nachbarn und Freunde erwarteten den frisch gebackenen "Ironman" am Ziel und applaudierten ihm lautstark. Nach etwas über elf Stunden, um kurz nach halb sieben, durchquerte der mit Abstand sportlichste Oberberger am  Sonntag den letzten Punkt der Gesamtstrecke: "Es ist unbeschreiblich, man weiß ja vorher das es hart wird. Der Trick dabei ist es immer runter zu zählen". Zur endgültigen Regeneration geht es für die ganze Familie zeitnah in den Sommerurlaub.

 

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