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Oberbergs Tradition trifft auf Moderne

uh; 31. Mar 2019, 16:11 Uhr
Bilder: Martin Hütt.
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Oberbergs Tradition trifft auf Moderne

uh; 31. Mar 2019, 16:11 Uhr
Wiehl - In einer Innovationsschau für die Dorfentwicklung präsentierten sich einige oberbergische Dörfer sowie verschiedene Institutionen im Paul-Schneider-Haus in Oberwiehl.
Von Ursula Hütt

Der Oberbergische Kreis bietet seit dem Jahr 2009 regelmäßig Veranstaltungen für die zukünftige Dorfentwicklung an. Die Dorfgemeinschaften sollen so unterstützt und fit gemacht werden für die kommenden Jahrzehnte. Die Gestaltung des dörflichen Lebens und der Umgang mit dem gesellschaftlichen und demografischen Wandel standen hierbei im Mittelpunkt. Unter dem Leitgedanken „Voneinander lernen – miteinander gestalten“ hatten die Dorfgemeinschaften anlässlich des 1. Oberbergischen Dorftages im Oberwiehler Paul-Schneider-Haus die Möglichkeit, ihre Projekte sowie kreative Workshops auszutesten. 

[Dr. Ralf Kötter konnte Impulse in seinem Vortrag bringen.]

Landrat Jochen Hagt betonte in seiner Eröffnungsrede, dass es in den 13 Kommunen im Oberbergischen Kreis 1.441 Dörfer, Weiler und Ortsteile gibt, die auch auf einer Karte im Eingangsbereich zu sehen waren. Das Engagement des Kreises in Sachen Dorfentwicklung geschehe im Grunde mit dem Ziel, den Oberbergischen Kreis als attraktiven Wohnstandort für alle Generationen zu festigen. Wer hier lebe, solle gerne hier leben und auch bleiben. „Unsere Dörfer sind uns wichtig, denn gerade die ländlich-dörfliche Struktur gehört zu den Stärken des Oberbergischen Kreises“, betonte der Landrat. Der Kreis und nahestehende Institutionen unterstützen die Dörfer. Es ist beispielsweise dem Oberbergischen Kreis gelungen, allen Kommunen den Zugang zu den LEADER-Förderungen „1.000 Dörfer – eine Zukunft“ und „Bergisches Wasserland“ einzuräumen. 


Dr. Ralf Kötter aus Schwerte zeigte in einem Impulsvortrag „Das Land ist hell und weit“ wie attraktives Leben, Wohnen und Arbeiten im ländlichen Raum aussehen kann. Seine Erfahrungen hat er im Eder-Elsofftal gesammelt. Beim anschließenden Rundgang gaben die einzelnen Dörfer einen Einblick in das Vereinsleben und die dörflichen Aktivitäten. Udo Kolpe, der mit seinem Gemeinnützigen Verein Oberwiehl auch für das leibliche Wohl gesorgt hatte, betonte, dass hier Heimatkunde schon in die Grundschule beigebracht wird. Rund 20 Familien engagieren sich im Gemeinnützigen Verein. Es wird ein Umweltaktionstag organisiert und ein Osterfeuer. Das Cafe Else sei als Treffpunkt sehr beliebt.


[Der Gemeinnützige Verein Oberwiehl fungierte nicht nur als Gastgeber, sondern beweist seit vielen Jahren, wie modernes Zusammenleben im Dorf funktionieren kann.]

Alferzhagen, Merkhausen, Marienhagen und Pergenroth haben gemeinsame Feste. Im September ist der nächste Wandertag in den Bergdörfern. Und auch das Gummersbacher Hülsenbusch ist sehr aktiv. Es gibt eine Dorfkneipe, die wiedereröffnet wurde und jetzt genossenschaftlich geführt wird. Seit einiger Zeit gastiert hier auch wieder ein Wochenmarkt und gemeinsam mit dem Nachbardorf Berghausen sollen verschiedene Aktivitäten in diesem Jahr durchgeführt werden. Auch in dem zu Nümbrecht gehörenden Dorf Benroth gibt es einen Gemeinnützigen Verein. Im Lindlarer Hohkeppel wurde durch den Heimatverein das Haus „Weisses Pferdchen“, eine ehemalige Fuhrmannsherberge aus dem Jahr 1612, liebevoll restauriert.

Gabriele Graf organisiert mit dem Heimatverein Hicksland in Lieberhausen verschiedene Feste im Jahr. Das stärke die Dorfgemeinschaft und biete ein Angebot für Jung und Alt. Jedes Jahr gebe es zudem einen interessanten Kalender, herausgegeben durch den Verein.

Der Dorftag zeigte wieder einmal eindrucksvoll, dass das Oberbergische nicht nur an Tradition festhält, sondern die Menschen in ihren Gemeinschaften auch bereit sind, neue Wege zu gehen.