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Der Abstiegskampf nimmt Fahrt auf

pn; 9. Dec 2018, 03:56 Uhr
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Der Abstiegskampf nimmt Fahrt auf

pn; 9. Dec 2018, 03:56 Uhr
Oberberg - CVJM II düpiert Niederpleis - SSV II schlägt Polizei Köln - Wallefeld und Gelpe/Strombach II erkämpfen sich nach Rückständen einen Punkt - Die Handball-Landesliga wird präsentiert von 'Opel Ley'.
CVJM Oberwiehl II – TuS Niederpleis 34:21 (16:9).


Nachdem sein Debüt vergangene Woche in der Kölner Domstadt noch misslungen war, bereitete die Oberwiehler Reserve ihrem neuen Trainer Manuel Seinsche zumindest vor eigenem Publikum einen Einstand nach Maß. Hatte der bisherige A-Jugendcoach unter der Woche noch den Abstiegskampf ausgerufen, bewiesen ihm seine Spieler am Samstagabend, dass sie nicht gewillt sind, in diesem lange feststecken zu wollen. Der Konkurrent aus Niederpleis wurde förmlich aus der Halle gefegt. „Die Mannschaft war von der ersten Sekunde an hellwach und hat sich bis zum Schlusspfiff an unseren Matchplan gehalten“, freute sich Seinsche. Oberwiehl startete furios zum 8:2 (12.) und ließ sich auch von einer kleinen Schwächephase zum 10:7 (21.) nicht irritieren.


„Das war vielmehr ein Weckruf, dass wir nicht nachlassen dürfen“, meinte Seinsche und sah sein Team zur Pause bereits wieder enteilen. Wichtige Stützen waren auch die Rekonvaleszenten Luca Schrabe und Julian Marenbach aus dem Oberligakader. Mit dem beruhigenden Halbzeitpolster im Rücken ließ der CVJM auch im zweiten Durchgang über 23:14 (45.) nichts mehr anbrennen, und präsentierte sich dabei griffig und defensivstark. Ein Sonderlob verdiente sich Kreisläufer Daniel Rischikov. „Einfach nur ein großes Kompliment an mein Team. Die Jungs haben sich geradezu in den Abstiegskampf rein geworfen“, so Seinsche abschließend.


Oberwiehl: Johannes Schneevogt (9/2), Daniel Rischikov (7), Yannic Wollenberg (5), Phil Nückel, Luca Schrabe, Moritz Schramm (je 3), Patrik Latzke (2), Henrik Berndt, Lars Arenz (je 1).




SSV Nümbrecht II – Polizei SV Köln 30:26 (15:11).


Weitere wichtige Bonuspunkte im Abstiegskampf sammelte Nümbrechts Reserve gegen den Verbandsligaabsteiger aus der Domstadt. Gegen einen stark ersatzgeschwächten Gegner, der mit lediglich zehn Spielern anreiste, konnten die Südkreisler mit Patrick Martel und Dominik Donath erneut auf zwei Leihgaben aus dem Oberligakader bauen. Die Partie begann allerdings relativ zäh, nachdem zunächst beide Torhüter dominierten. „Bereits in den Anfangsminuten haben wir mehrere 100-prozentige Chancen vergeben“, konnte das Team von Trainer Markus Laegner sich aber auf seine starke Defensive verlassen und machte aus der knappen 10:9-Führung (20.) einen ordentlichen 15:11-Halbzeitzwischenstand.


Nach dem Seitenwechsel minimierten die Hausherren weitere ihre Fehlerquote und bauten den Vorsprung auf 23:16 (43.) aus. In der Schlussphase brannte nichts mehr an. Während Köln konditionell nicht mehr zulegen konnte, verwaltete Nümbrecht das Ergebnis souverän und verteilte gleichmäßig die Spielanteile. „Das war ein Sieg der gesamten Mannschaft, die dank der guten Abwehrarbeit stets die Kontrolle behalten hat“, hob Laegner dann aber doch noch Torhüter Lukas Kirchner hervor, der nicht nur vier Siebenmeter parierte, sondern sich auch mit vielen weiteren Paraden ins Gedächtnis der Gäste einbrannte.


Nümbrecht: Benedikt Opitz (8/2), Marcel Miebach (6), Lucas Söntgerath (4), Dominik Donath (3), Robin Donath, Patrick Martel (je 2), Tim Lefherz (2/1), Jannes Hein, Lucas Koch, Markus Bitzer (je 1).




SC Fortuna Köln II – HC Gelpe/Strombach II 29:29 (15:15).


Bei einem Remis kommt schnell die Frage auf, ob man sich nun freuen oder doch eher ärgern soll. HC-Coach Eduard Debnar entschied sich spontan für die erste Variante und sprach nach der Punkteteilung im Süden Kölns von einem gewonnenen Punkt. Schließlich waren die Oberberger fast schon mit dem letzten Aufgebot an den Rhein gereist. Debnar selbst traf mit einem seiner Spieler wegen beruflicher Verpflichtungen erst kurz vor Spielbeginn in der Halle ein und hatte Oberliga Co-Trainer Jan Schwenzfeier, der ebenfalls aushalf, die Leitung bis dahin übertragen. „Hinten raus fehlten uns einfach ein paar Wechselmöglichkeiten. Daher kann ich die Mannschaft nur für ihr Kämpferherz loben, denn sie hat nie aufgegeben“, sagte Debnar nach dem Schlusspfiff.


Dabei hatten die Gäste zunächst den besseren Start erwischt und zum 7:12 (21.) vorgelegt. Nach einer Fortuna-Auszeit verloren die Oberberger allerdings ihre defensive Linie. Meist waren die HC-Spieler einen Schritt zu langsam und konnten sich beim glänzend aufgelegten Alexander Orth bedanken, dass die Partie zur Pause nicht bereits gekippt war. Selbst ein neuerlicher 17:20-Vorsprung (41.) sorgte nicht für oberbergische Gelassenheit. Die Deckung blieb die Achillesferse und Köln schien beim 29:27 100 Sekunden vor dem Abpfiff auf die Siegerstraße eingebogen zu sein. Mit einer Energieleistung sorgten Marco Rubel und Michel Töpfer aber noch für den keineswegs unverdienten Ausgleich. „Das war nach diesem Verlauf zwar ein gewonnener Punkt, aber nächste Woche haben wir gegen Übach-Palenberg ein Endspiel, in dem keine Ausreden mehr zählen“, so Debnar.


Gelpe/Strombach: Marco Rubel (6/2), Marius Euteneuer (6), Michel Töpfer, Jan Höfer (je 5), Lukas Flick (4), Fynn Schürmann (2), Christian Mayer (1).


TV Wallefeld – HSG Geislar-Oberkassel 29:29 (10:14).


Auch beim TV Wallefeld wurde nach dem Schlusspfiff rege über Punktgewinn oder Punktverlust diskutiert. Die Antwort fiel letztlich aber doch recht einstimmig aus, nachdem die Oberberger über 60 Minuten einem Rückstand hinterhergelaufen waren. Nach den drei Niederlagen gegen die Spitzenteams der Liga war die Beger-Equipe zwar hochmotiviert an das Spiel herangegangen, verschlief aber die Startphase einmal mehr völlig. Gerade die gegnerische 3:2:1-Deckung erwies sich bis zum 4:10 (19.) als Buch mit sieben Siegeln, ehe sich die Hausherren allmählich in die Partie einarbeiteten. Über 15:19 (39.) und 19:23 (46.) dauerte es allerdings bis zum 21:25 (51.), ehe die Hausherren endlich ein Patentrezept fanden.


Drei Treffer in Folge bedeuteten den 24:25-Anschlusstreffer (53.), ehe David Raasch gar zum 26:26 (56.) traf. Ein verworfener Siebenmeter durch Daniel Rodriguez leitete eine hochdramatische Schlussphase ein, in der Robert Windel zehn Sekunden vor dem Ende zum vermeintlichen Bonner Siegtreffer einnetzte. Mit der letzten Verzweiflung warf Wallefeld alles in eine letzte schnelle Mitte, die Lukas Dick auf Rechtsaußen drei Sekunden vor Ultimo zum umjubelten Ausgleich nutzte. „Das war ein Kampfspiel und eine echte Hausnummer“, musste Beger nach dem Schlusspfiff erst einmal durchatmen, lobte anschließend aber die Moral seiner Mannschaft: „Der Zusammenhalt der Jungs ist unglaublich. Selbst bei hohen Rückständen lässt sich keiner hängen.“


Wallefeld: Tim Sauermann (8), Lukas Dick (5), Daniel Rodriguez (5/3), Max Meinerzhagen, David Raasch (je 3), Marcel Canisius (2), Stefan Hildebrandt, Nick Dick, Ben Sommer (je 1).


Ergebnisse und Tabelle