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'Es ist für alle der beste Schritt'

lo; 7. Dec 2018, 19:30 Uhr
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'Es ist für alle der beste Schritt'

lo; 7. Dec 2018, 19:30 Uhr
Lindlar - Paukenschlag beim Bezirksligisten SV Frielingsdorf: Dennis Lüdenbach hat sein Traineramt mit sofortiger Wirkung niedergelegt.
Dennis Lüdenbach ist als Trainer des aktuellen Bezirksliga-Schlusslichts SV Frielingsdorf zurückgetreten. Am Mittwoch teilte er seinen Entschluss den Verantwortlichen mit, gestern Abend verabschiedete er sich von der Mannschaft. Eine Entwicklung, mit der nicht zu rechnen war. Zwar hatten die Beteiligten sich kürzlich darauf verständigt, die Zusammenarbeit im nächsten Sommer zu beenden (OA berichtete), doch die Mission Klassenerhalt sollte gemeinsam geschultert werden.


[Dennis Lüdenbach hat seinen Spind in Frielingsdorf geräumt.]

Wie Lüdenbach im Gespräch mit unserer Zeitung hervorhob, sei die Entscheidung keine Kurzschlusshandlung gewesen, sondern nach reiflicher Überlegung gefallen. „Bei mir hat sich den letzten Wochen der Eindruck verfestigt, dass es für alle der beste Schritt ist, sonst hätte ich es nicht gemacht“, erklärte der Coach. „Ich bin niemand, der an seinem Stuhl klebt, wenn ich davon überzeugt bin, dass eine andere Lösung besser ist.“

Die anhaltende Erfolglosigkeit hat verständlicherweise auch an Lüdenbach genagt. „Alles, was schieflaufen konnte, ist schiefgelaufen“, sagte er mit Blick auf die desaströse Ausbeute von sieben Punkten aus 14 Partien. Die vom Trainerteam getroffenen Maßnahmen, die Negativspirale aufzuhalten, fruchteten, wenn überhaupt, nur über einen kurzen Zeitraum. „Wir haben alles probiert, aber es uns nicht gelungen, die Wende zu schaffen.“

Der Abschied fiel Lüdenbach äußerst schwer. Er fühlt sich dem Klub und den Spielern tief verbunden. „Ich habe dem Verein viel zu verdanken. Er hat mir als Nobody die Chance eingeräumt, meinen ersten Trainerposten zu übernehmen. Wir hatten drei erfolgreiche Jahre und ich hatte tolle Erlebnisse mit dem Verein und der Mannschaft. Klar, dass viele Emotionen daran hängen.“ Böses Blut, so betont der 38-Jährige, habe es nicht gegeben. „Wir gehen im Guten auseinander.“   


Abteilungsleiter Christoph Linhart zeigte sich schockiert über Lüdenbachs Rücktritt. „Das kam für uns zum jetzigen Zeitpunkt absolut überraschend. Es ist schade und einfach traurig, dass es so zu Ende gegangen ist. Wir sind Dennis sehr dankbar dafür, was er für den SV Frielingsdorf geleistet hat.“

Bis zur Winterpause werden Sportdirektor Marco Ripplinger, Assistenzcoach Rudi Giebler und Torwarttrainer Marco Köster die Verantwortung für die Mannschaft, die am Sonntag zum „Sechs-Punkte-Spiel“ beim FC Bensberg antritt, tragen. Wie die langfristige Nachfolgeregelung aussieht ist, steht in den Sternen. „Wir müssen uns jetzt erst einmal sortieren“, will der SVF laut Linhart keinen Schnellschuss produzieren.

„Lü“ drückt seinen Ex-Schützlingen ab sofort aus der Ferne die Daumen. „Ich glaube fest daran, dass die Jungs in der Liga bleiben.“ Seine Spielerkarriere möchte er fortsetzen, „weil mir sonst etwas fehlen würde“, Ambitionen auf einen neuen Job an der Seitenlinie hegt er allerdings nicht. „Ich denke nicht, dass ich in naher Zukunft wieder als Trainer arbeiten werde.“