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Oberbergs kleinste Gemeinde hat viel vor

nh; 8. Dec 2018, 07:30 Uhr
Bild: Nils Hühn --- Morsbachs Bürgermeister Jörg Bukowski zeigt auf eineer Karte in seinem Büro die Pläne für den Kurpark-Umbau.
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Oberbergs kleinste Gemeinde hat viel vor

nh; 8. Dec 2018, 07:30 Uhr
Morsbach - In den kommenden beiden Jahren wird es in Morsbach zahlreiche Umbaumaßnahmen geben - Bürgermeister Jörg Bukowski freut sich, dass die Pläne endlich Wirklichkeit werden.
Von Nils Hühn

Weniger als 11.000 Menschen wohnen in Morsbach. Die Gemeinde an der Südspitze des Oberbergischen Kreises ist damit die einwohnerkleinste Kommune im Landkreis, aber dennoch stehen zahlreiche große Themen auf der Agenda. Besonders das Integrierte Handlungskonzept mit einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro beschäftigt die Verwaltung. 50 Prozent der Kosten sind Fördermittel. „Wir haben eine hohe Verantwortung. Schließlich handelt es sich auch hierbei um Steuergelder“, ist sich Bürgermeister Jörg Bukowski bewusst.

Im Gespräch mit Oberberg-Aktuell sind akute Themen schnell gefunden. An der Bürowand direkt neben dem Eingang hängen drei Pläne. Einer zeigt das Straßennetz, ein anderer die Flächennutzung und ein weiterer den neuen Kurpark. Hier sollen nun die letzten Details geklärt werden, damit der Umbau im kommenden Jahr beginnen kann. „Der Park wird bereits jetzt gut genutzt, aber nach der Fertigstellung wird er ein Ort für alle Morsbacher sein“, ist sich Bukowski sicher. Nicht nur Familien mit Kindern, sondern auch Senioren sollen den Park an der Wisser nutzen.


Auch am Bahnhofsgelände, für das die Gemeinde erst kürzlich einen Förderbescheid über 2,2 Millionen Euro erhielt, soll es im kommenden Jahr losgehen. Aus der aktuellen Brachfläche in Zentrumsnähe soll ein Ort der Begegnung werden für Senioren, Geflüchtete, Menschen mit Beratungsbedarf, Familien sowie Kinder und Jugendliche. Dabei geht es um „Bildung und Integration“, „Begegnung und Austausch“, „Beratungsangebote“ sowie „Angebote des Jugendzentrums“.

Das meiste Geld wird in den Aus- und Umbau des Schulzentrums investiert. Die Anstrengungen von Verwaltung und Politik sollen ein klares Signal sein. Und die Modernisierungsmaßnahmen werden ungeachtet der Diskussionen zur Schulform stattfinden. Ohnehin stört den Bürgermeister die aus seiner Sicht unnötige Aufregung. „Es war klar, dass die Gemeinschaftsschule zeitlich begrenzt ist. Wir haben verschiedene Varianten besprochen. Vom Gesetzgeber ist vorgesehen, dass es ab 2020 eine Sekundarschule wird“, versuchte Bukowski in Kurzfassung die Situation objektiv wiederzugeben. Niemand brauche zu befürchten, dass es künftig keine weiterführende Schule in Morsbach gebe.

Neben der Schule wird auch das Hallenbad saniert. Viel Geld fließt in die Technik des Bades. Während der Umbaumaßnahmen im kommenden Jahr wird der Schwimmunterricht wahrscheinlich ausfallen. „Unser Bad ist etwas ganz Besonderes, weil man es für Kindergeburtstage mieten kann“, ist Bukowski froh über das Highlight. In diesem Jahr wurden bereits über 100 Kindergeburtstage dort gefeiert.

Neben den öffentlichen Investitionen ist der Rathauschef auch über das private Engagement erfreut. Allen voran sei der Hallenbau in Lichtenberg der Firma Montaplast enorm wichtig. Ende 2019 soll die Fertigung anlaufen und das Unternehmen an diesem Standort ein eigenständiges Werk betreiben. Und auch die Firma FAGSI wird in der Nähe eine neue Produktionshalle errichten.

Im Ortskern wird sich im kommenden Jahr auch etwas ändern. An der Waldbröler Straße soll ein Fachmarktzentrum entstehen. Der jetzige Netto Marken-Discount wird in ein neues Gebäude in unmittelbarer Nähe ziehen. In die freiwerdende Immobilie zieht die Drogeriemarktkette Rossmann. Außerdem sollen ein kleines Hotel und Wohnungen in dem Bereich entstehen. Dazu müssen noch vier alte Wohnhäuser abgerissen werden. „Seit Jahren bemühen wir uns um einen Drogeriemarkt, der nun einen Platz im Ortskern erhält“, freut sich Bukowski.

Bald sind auch die Fassadenarbeiten am sogenannten „Provinzial-Haus“ abgeschlossen. Hiervon erhofft sich Bukowski eine Art Domino-Effekt. Für den Zentrumsbereich gibt es mittlerweile ein Hof- und Fassadenprogramm. Eine kostenlose und unverbindliche Erstberatung für Immobilien-Eigentümer bieten die Ortsteilarchitekten an. „Hiervon verspreche ich mir sehr viel“, wünscht sich Bukowski Nachahmer zur optischen Aufwertung des Hauptortes.

Und auch bei der Breitbandversorgung gibt es gute Nachrichten für die rund 500 Haushalte, die noch als unterversorgt gelten. „Schnellstmöglich“ sollen die weißen Flecken beseitigt werden. Durch die Bundesförderung winkt der Gemeinde eine große Summe an Fördermitteln. Ebenfalls positiv sieht Bukowski die Entwicklung beim Straßenbau. Besonders der Ausbau der L 336 zwischen dem Knoten Hülstert und Morsbach für rund 13 Millionen Euro durch das Land Nordrhein-Westfalen sei dringend notwendig und die aktuelle Situation eine enorme Belastung. Alles zusammengerechnet hat Oberbergs kleineste Gemeinde viel vor.