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Nümbrecht nur ein besserer Sparringspartner

pn; 2. Dec 2018, 20:57 Uhr
Bilder: Michael Kleinjung ---- Julian Mayer konnte sich als Torschütze im Hintergrund halten und verwarf zudem seinen zweiten Saison-Siebenmeter.
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Nümbrecht nur ein besserer Sparringspartner

pn; 2. Dec 2018, 20:57 Uhr
Oberberg - Gelpe/Strombach siegt mühelos im Derby gegen Nümbrecht und profitiert von TuS-Remis - Hühn verpasst bei seiner Premiere knapp eine Sensation - Die Handball-Oberliga wird präsentiert von 'Sportsbar Lutter'. (AKTUALISIERT)
HC Gelpe/Strombach – SSV Nümbrecht 28:18 (14:8).


[Dominik Donath & Co fanden nur selten ein Durchkommen gegen eine starke HC-Defensive.]

Ein heißes Derby sollte es werden, eine einseitige Angelegenheit wurde es. „Das war unsere schlechteste Saisonleistung, dazu ausgerechnet im Derby“, war SSV-Coach Dirk Heppe konsterniert ob der vielen unerklärlichen Fehler seines Teams, das lediglich in der Anfangsviertelstunde mithalten konnte. „Für diesen Auftritt müssen wir uns bei unseren zahlreichen mitgereisten Fans entschuldigen“, führte er weiter aus. Wesentlich entspannter konnte HC-Trainer Michiel Lochtenbergh in seine Analyse gehen. „Viele Teams graben sich gegen uns defensiv ein. Nümbrecht ist uns mit offenem Visier begegnet und wir haben auch eine Viertelstunde benötigt, um aus unserer Dose der Spielzüge, die zu finden, die auch greifen“, verlebte der Niederländer einen relativ ruhigen Abend auf seiner Bank.

  
Dabei ließen sich die Hausherren auch nicht durch den Ausfall von Lukas Bader sowie die frühe Verletzung von Luis Drux (Bruch des Daumens) aus der Spur bringen. Bis zum 5:5 (14.) begegneten sich beide Teams noch auf Augenhöhe, danach erzielten die Gäste über zehn Minuten kein Tor mehr, während der neue Tabellenführer jeden Fehler bis zum 10:6 (24.) dankend annahm. Gerade Nico Blech deckte die in der Spielvorbereitung von Lochtenbergh ausgemachten Schwachstellen beim SSV gnadenlos auf. Spannung sollte auch im zweiten Durchgang nicht mehr aufkommen. Beim 21:10 (40.) war die Partie entschieden. „Unsere Körpersprache stimmte überhaupt nicht. Wir sind hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet“, meinte Heppe, „Strombach hat das aber auch im Stile einer Spitzenmannschaft gemacht, die gegen einen besseren Sparringspartner allerdings auch längst nicht ans Limit musste.“


[Nico Blech profitierte von den vielen Anspielen von Julian Mayer.]

Einzig über das nicht unbedingt eingeplante Comeback von Tobias Mlynczak konnten sich die Gäste noch freuen. Lochtenbergh musste in den Schlussminuten dagegen noch eine kleine Hiobsbotschaft verkraften. Das Comeback von Christopher Suhr wurde ein kurzes. Der gerade von einer langwierigen Schambeinentzündung zurückgekehrte Halblinke zog sich eine Oberschenkel- verletzung zu.
  
Gelpe/Strombach: Harry Roth (10/4), Nico Blech (7), Julian Mayer (4), Luis Drux (2), Lukas Altjohann, Sean Borgard, Florian Panske, Markus Meister, Christopher Suhr (je 1).


Nümbrecht: Jens Frey (4), Jan Kaminski, Dag Dissmann (je 3), Marcel Samel (3/2), Tobias Mlynczak (2), Jannik Lang, Dominik Donath, Marcel Baier (je 1).




HC Weiden – CVJM Oberwiehl 27:24 (11:12).


Viel fehlte letztlich nicht und Nils Hühns Amtszeit als Trainer der Oberwiehler Oberligamannschaft wäre beinahe mit einem Sensationscoup gestartet. Doch mehr als Komplimente konnten die Südkreisler auch beim starken Nordrheinligaabsteiger aus Weiden nicht entführen. Zwar bestätigten die Oberberger den spielerisch leicht positiven Trend der letzten Wochen, doch ohne Zählbares verharrt der Oberligist weiter im Tabellenkeller, muss nach dem gleichzeitigen Sieg von Fortuna Köln sogar die rote Laterne übernehmen. Hühn war dennoch zufrieden mit dem Auftritt seines geschröpften Kaders: „Jeder hat für den Anderen gekämpft und auch die Stimmung stimmte jederzeit.“ Die Gäste begannen furios über 0:3 (5.) und 2:5 (12.) und konnten sich dabei auf ihre aggressive Defensive sowie einen bestens aufgelegten Torhüter Christopher Koch verlassen. Vorne wirbelten dagegen Simon Schanz und Marc Weschenbach. Das Duo erzielte neun der zwölf CVJM-Treffer bis zur Pause.


„Mit etwas mehr Glück hätte die Führung sogar höher ausfallen können“, hoffte Hühn in der Kabine noch, dass sein Team die gezeigte Leistung auch im zweiten Durchgang konservieren könne. Christopher Koch war zwar weiterhin ein überragender Rückhalt, doch allmählich schlichen sich Fehler ins Oberwiehler Spiel ein. Die Fehlpässe und Fehlwürfe addierten sich zunehmend und auch Weidens Fans sorgten für viel Stimmung. Bis zum 18:18 (42.) konnten die Oberbergern ihren Vorsprung noch verteidigen und  ließen sich auch vom ersten Rückstand nicht aus der Bahn werfen. Über 20:21 (46.) stand die Partie bis zum 24:24 (55.) auf Messers Schneide. In der Schlussphase hatte Weiden mit Andreas Micke allerdings einen glanzvollen Helden, während Oberwiehl zu hektisch agierte. Ein weiterer Knackpunkt war zudem die Zeitstrafenstatistik. „Wir waren insgesamt acht Minuten mehr in Unterzahl. Die taten uns hinten raus weh“, sprach Hühn aber trotzdem von einer guten Schiedsrichterleistung.


„Das waren 55 tolle Minuten. Leider haben wir uns am Ende nicht belohnt. Auf diese Leistung können wir aber aufbauen. Kommende Woche möchte ich aber auch genau denselben Einsatz wieder sehen, damit wir endlich anfangen zu punkten“, so der neue Coach abschließend.


Oberwiehl: Simon Schanz (8), Marc Weschenbach (5), Artur Gartung (4/2), Jan Jäckel (3), Sebastian Deilmann (2), Andre Rischikov, Jan Sonka (je 1).



[Während Harry Roth gegen seinen Ex-Verein als zehnfacher Torschütze glänzte, konnte SSV-Coach Dirk Heppe seinem Team auch in Auszeiten keine neuen Impulse vermitteln.]


TSV Bayer Dormagen II – TuS Derschlag 27:27 (11:15).


Durchaus angefressen zeigte sich Derschlags Trainer Ralph Weinheimer nach dem Remis in Dormagen, durch das sein Team die Tabellenführung an den HC Gelpe/Strombach abgeben musste. „An sich ist das kein Beinbruch, schließlich ist die Saison noch lang. Aber hinten raus können solche Punktverluste noch weh tun“, versuchte der Coach seine Gefühle zu ordnen. Denn über weite Strecken waren die Oberberger das bestimmende Team, mussten am Ende aber sogar glücklich sein, dass Thorben Schneider mit der Schlusssirene noch den Ausgleich markierte. „Wir sind 45 Minuten lang der Chef im Ring, scheitern in den Schlussminuten dann aber vor allem an uns selbst“, ärgerte sich Weinheimer weiter. Bereits beim 3:6 (10.) hatten die Oberberger die Marschrichtung vorgegeben und ließen über 9:13 (24.) und 20:24 (46.) nie einen Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen.


Doch als ob jemand ein Fallbeil über den Derschlager Köpfen herabgelassen hätte, wurden plötzlich sämtlich Dinge eingestellt, die den TuS zuvor stark gemacht hatten. Statt weiter über Kreuzbewegungen mit viel Druck zu agieren, wurde sich vermehrt in Zweikämpfen verzettelt. „Dazu lassen wir vier Hochkaräter liegen“, sah der TuS-Coach die Hausherren nicht nur zum 24:24 (54.) ausgleichen, sondern beim 27:26 (59.) sogar in Führung gehen. Die Schlussminute hatte es in sich. Beide Teams machten Fehler, den letzten dabei Dormagen, den Thorben Schneider bekanntlich zum glücklichen Remis bestrafte. „Hinten raus fehlen uns konditionell derzeit einfach ein wenig Alternativen im Rückraum. Nach den letzten zwei Minuten war das Ergebnis sicher glücklich, aber wir haben Dormagen vorher auch nur mit unseren eigenen Fehlern wieder stark gemacht“, zog Weinheimer sein Fazit.


Derschlag: Thorben Schneider (7), Tim Hilger (7/3), Carsten Lange, Matias Cabrales (je 5), Timo Domian, Vladislav Veselinov, Paul Borrisch (je 1).
  

Ergebnisse und Tabelle