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Bahnübergang: Auch Gemeinde muss Anteil leisten

Leserbrief; 1. Oct 2018, 10:44 Uhr
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Bahnübergang: Auch Gemeinde muss Anteil leisten

Leserbrief; 1. Oct 2018, 10:44 Uhr
Marienheide - Sebastian Schäfer kann nicht verstehen, warum beim Streit um den Bahnübergang in der Marienheider Kahlenbergstraße keine Kompromisslösung möglich ist.

Wieder einmal reibt man sich verwundert die Augen. Wie so oft in diesen Tagen versteht die Politik die Menschen nicht mehr, dabei will sie es doch nur allen recht machen. Was beim Bahnübergang in der Kahlenbergstraße schlecht möglich ist - ihn halboffen zu lassen oder die Bahn nachts im 'Bitte-nicht-stören-Modus' fahren zu lassen, ist leider nicht der dritte Weg. Kein Kompromiss in Sicht. Es ist aus meiner Sicht auch keine Option, die späten oder frühen Fahrten der RB 25 zu streichen. Wir sind glücklich, dass sie überhaupt wieder verkehrt, und wenn wir die Fahrgastzahlen steigern wollen, dann geht das sicher nicht mit einem schlechteren Angebot. Gerade die Berufspendler in Früh- oder Nachtschicht könnten die Bahn nutzen, wenn sie denn zuverlässig fahren würde. Was also tun in dieser scheinbar verfahrenen Situation?

Die Lösung erscheint mir so einfach wie spektakulär: man muss das Geld für die Sicherung des Übergangs aufbringen, und zwar schnell. Oh ja, das ist viel zu teuer, und unsere Gemeinde ist mit größten Anstrengungen soeben erst aus dem Stärkungspakt herausgekommen. Aber es soll mir doch bitte niemand erzählen, es wäre kein Geld da. Zur Zeit leistet sich unser Bundesland den teuersten Polizeieinsatz der Geschichte, um ein kleines Waldstück gegen die berechtigten Interessen zukünftiger Generationen zu verteidigen. Ich will nicht anfangen von den viel weniger umstrittenen Milliardenverschwendungen, die jedes Jahr vom Bund der Steuerzahler angeprangert werden. Geht nach Köln, nach Düsseldorf und Berlin und stellt euch denen auf die Füße, die auf unserem Steuergeld sitzen. Und natürlich muss die Gemeinde ihren Anteil leisten, hätte es schon viel früher tun müssen, wenn wir uns "Zuhause im Bergischen" wohl fühlen sollen. Dazu gehören gute Verkehrsverbindungen und ein guter Schlaf!

Also, lieber Gemeinderat und liebe Verwaltung in Marienheide: bevor ihr das nächste Mal die Fraktionsgelder erhöht, solltet ihr nicht eher ruhen, bis diese Finanzierung gesichert ist. Im Sinne der Gesundheit sowohl der direkten Nutzer des Übergangs, als auch der tausenden Bürger in Marienheide, die mehr oder weniger unter der nächtlichen Ruhestörung leiden. Da dürft ihr ruhig kreativ sein, dann hättet ihr Euch eine Erhöhung auch tatsächlich verdient.

Sebastian Schäfer, Marienheide

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