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Schüler wollten Antworten der Landtagskandidaten

nh; 27. Mar 2017, 13:30 Uhr
Bilder: Nils Hühn --- Die Landtagskandidaten Jürgen Körber (Grüne), Dominik Seitz (FDP), Aswin Parkunantharan (SPD) und der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Biesenbach (v.l.n.r.) stellten sich den Fragen der Schüler.
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Schüler wollten Antworten der Landtagskandidaten

nh; 27. Mar 2017, 13:30 Uhr
Oberberg - Vier Politkern fühlten heute rund 50 Schüler in der Wiehler Geschäftsstelle der Volksbank Oberberg auf den Zahn - Themenschwerpunkte waren die Verbesserung des ÖPNV, der Schulen und der Infrastruktur.
Von Nils Hühn

Die Schülergenossenschaft Bio Scha(r)f der Gesamtschule Eckenhagen hat mit einem Schulprojekt zur nachhaltigen und ökologischen Nutzung natürlicher Ressourcen einen Wettbewerb beim Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband gewonnen. Auf ihrem „Schul-Hof“ kümmern sich die Schüler um bedrohte Haustierrassen und gestalten ökologische Lern- und Lebensräume. Ihre Produkte, wie Honig oder Austernpilze, verkaufen die Schüler im Handel. Als Preis erhielten sieben Schüler ein zweitägiges Coaching in Düsseldorf, wo auch die heutige Podiumsdiskussion mit vier Politikern vorbereitet wurde.

Leon Hanka (im Bild rechts) als Vorstandsvorsitzender von Bio Scha(r)f und sein Stellvertreter Patrick Hannes (links) führten in den von der Volksbank Oberberg zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten in Wiehl durch die mit rund 50 Schülern der Gesamtschule Eckenhagen, Sekundarschule Engelskirchen und Gesamtschule Windeck gut besuchte Podiumsdiskussion. Im Vorfeld hatten sie eine Umfrage unter den Acht-, Neunt- und Zehntklässlern in Eckenhagen durchgeführt, welche Fragen sie den Politikern stellen sollten. „Bei uns sind die Schüler unterschiedlich an der Politik interessiert“, berichtete Hannes, der selbst schon ein dreiwöchiges Praktikum bei der Bundestagsabgeordneten Michaela Engelmeier absolvierte und damit zu den „Profis“ gehört.

Hauptthema der Schüler war die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs sowohl auf der Schiene als auch mit dem Bus. „Um von Reichshof bis nach Köln zu kommen, ist man schon zwei Stunden unterwegs“, schilderte Leon Hanka eines der Probleme. Die Landtagskandidaten Dominik Seitz (FDP) und Aswin Parkunantharan (SPD) erklärten unisono, dass die Verbesserung der öffentlichen Mobilität ganz oben auf ihrer Agenda stehe. Der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Biesenbach, der den verhinderten Landtagskandidaten Bodo Löttgen vertrat, schilderte die Problematik eines zweigleisigen Ausbaus, betonte aber, dass es keine finanzielle Hürde geben würde. Allerdings kündigte er an, dass ein Ausbau der Strecke der RB25 noch zehn Jahre auf sich warten lassen würde. Der Vorschlag von Landtagskandidat Jürgen Körber (Grüne), mit dem Rad von Reichshof zum Bahnhof Dieringhausen zu fahren, weil dies schneller sei, sorgte bei den Schülern für ungläubiges Kopfschütteln.


Beim Schulspezialverkehr beklagte Patrick Hannes, dass viele Schulbusse überfüllt seien und Schüler stehen müssten, was bei starken Bremsmanövern gefährlich sei. Hier gab Biesenbach den Tipp, die Probleme zu protokolieren und damit zum Bürgermeister und der OVAG zu gehen. Diesen „konkreten Vorschlag“ wollen die Schüler beherzigen. Einen Ausbau des Radwegenetzes forderten die Schüler ebenfalls. Hier hatten sie mit Körber direkt einen Verbündeten, der sich dafür einsetzen möchte, dass die Land- und Kreisstraßen zumindest an Steigungen einen Fahrradstreifen erhalten.



Über eine Stunde löcherten die Schüler die Politiker mit Fragen und äußerten Wünsche. Sie forderten den Ausbau des Breitband-Internets, Verbesserung der IT in Schulen, Konzepte zur Integration von Schülern mit Migrationshintergrund, Discos ab 16 Jahre, mehr Sicherheit für Fußgänger durch Ampeln und Zebrastreifen, eine bessere Kommunikation der Landkreise Olpe und Oberberg sowie mehr Polizeipräsenz. „Hoffentlich nehmen die Politiker unsere Wünsche und Anregungen in ihr Programm mit auf“, wünscht sich Patrick Hannes einen nachhaltigen Erfolg der Diskussion, bei der die Partner auf Augenhöhe kommunizierten. „Schön ist, dass auch junge Kandidaten dabei sind, die unsere Anliegen vielleicht besser verstehen“, freute sich Leon Hanka darüber, dass Parkunantharan (29 Jahre) und Seitz (33 Jahre) noch sehr junge Politiker sind. „Dem Vorurteil, das sich junge Leute nicht für Politik interessieren, darf widersprochen werden“, freute sich Hausherr und Vorstandsvorsitzender der Volksbank Oberberg Ingo Stockhausen über das politische Interesse der Schüler.