Archiv

Begegnungen bei Hefebrot und Kartoffelspalten

fj; 18. Jun 2015, 17:08 Uhr
Bilder: Fenja Jansen --- Meike Krämer, Patrick Höller, Michael Klaka und Nurcan Arslan griffen den Bewohnern und Kindern genau wie Dr. Roland Adelmann (re.) beim Kochen unter die Arme.
ARCHIV

Begegnungen bei Hefebrot und Kartoffelspalten

fj; 18. Jun 2015, 17:08 Uhr
Bergneustadt – Im Rahmen des Projekts BauwagenKultur kochten heute Kinder des Förderkreises für Kinder, Kunst & Kultur gemeinsam mit Bewohnern des Evangelischen Altenheims – Unterstützt wurden sie vom Landtagsabgeordneten Dr. Roland Adelmann.
Beim Zucchini-Schneiden geht die Drittklässlerin Nisa routiniert zur Sache. Schließlich hat sie ihrer Mutter schon oft in der Küche assistiert. Kahn braucht da schon etwas mehr Hilfe, in Sachen Kochen betritt der Zweitklässler Neuland. Aber das ist kein Problem, denn neben den Mitarbeitern des Förderkreises für Kinder, Kunst & Kultur und dem Landtagsabgeordneten Dr. Roland Adelmann (SPD) stehen dem Kleinen vier Bewohnerinnen des Evangelischen Altenheims in der Altstadt mit Rat und Tat zur Seite, und die können auf Jahrzehntelange Koch-Erfahrungen zurückgreifen. Genau dieses Miteinander der Generationen ist es, dass sich das Projekt BauwagenKultur des Förderkreises und der Stadt Bergneustadt auf die Fahnen geschrieben hat.



„Die Bewohner des Altenheims können nicht mal eben ins Theater oder zum Konzert fahren. Darum bringen wir die Kultur nun zu ihnen“, erklärt Michael Klaka, Vorsitzender des Förderkreises. So wurde eigens ein Bauwagen angeschafft, der einen festen Standplatz im Park des Altenheims gefunden hat und als Ort für Veranstaltungen aller Art dient. Jung und Alt erleben hier zusammen Lesungen, Konzerte und viele andere Aktionen. Die Hausaufgabenhilfe wurde ebenfalls in das Seniorenheim verlegt, sodass ein täglicher Kontakt zwischen jungen und alten Menschen stattfinden kann. Während Klaka erzählt, sitzt die 98-jährige Bewohnerin Inge Stein neben ihm und nickt zustimmend. Auf die Frage, wie sie es denn findet, dass nun täglich Kinder das Altenheim bevölkern, antwortet sie ohne Worte: Mit einem strahlenden Lächeln und einem anerkennenden Klopfen auf den Tisch, an dem man sich zusammengefunden hat, um gemeinsam zu kochen.


[Kahn und Dr. Roland Adelmann rücken der Paprika mit vereinten Kräften zu Leibe.] 

In die Rolle des Chefkochs war Adelmann geschlüpft. „Es gibt frisches Hefebrot, gebackene Kartoffelspalten und Ofengemüse in Knoblauch-Öl-Marinade“, erklärt der Politiker, der Ende vergangenen Jahres die Schirmherrschaft für den Förderkreis übernommen hat. „Der Förderkreis schafft es mit seinen Angeboten, alle Kinder, egal aus welcher Kultur und aus welcher Bildungsschicht, an einen Tisch zu holen. Dabei merkt man den Kleinen und den Mitarbeitern an, wie wohl sich alle miteinander und in der Einrichtung fühlen“, erklärt der Landtagsabgeordnete sein Engagement. Dass nun auch noch die Senioren mit ins Boot geholt wurden, fände er fantastisch, erklärt Adelmann, bevor ihn ein Hilferuf von Kahn zurück ans Schneidebrett beordert. Die Paprika erweist sich doch als etwas widerspenstig.


[Michael Klaka und Inge Stein finden während des Kochens auch Zeit für einen vergnüglichen Plausch.] 

 „Unser ehemaliger Bundespräsident Horst Köhler hat einmal gesagt: Wollen wir uns einmal ausmalen, was passierte, wenn Jung und Alt in Deutschland richtig entdecken, was sie gemeinsam möglich machen können. Genau das wollen wir mit unserem Projekt herausfinden“, erklärt Klaka, der gemeinsam mit der fast 90-jährigen Inge Lang Kartoffeln schält. Herausgefunden haben die Förderkreis-Mitarbeiter um Sozial-Pädagogin Meike Krämer und Jugendleiterin Nurcan Arslan schon einmal, dass zwischen den Generationen weit weniger Berührungsängste bestehen, als angenommen.


Natürlich waren die Senioren von der Anwesenheit der jungen Leute begeistert, doch auch die Kinder und Jugendlichen gingen nach kürzester Zeit ganz unbefangen auf die Bewohner zu. Auch Kahn ist der Meinung, dass die Omas beim Kochen eine tolle Hilfe sind. Und Inge Stein kann die vergnügliche Runde selbst kaum fassen: „Wer hätte gedacht, dass das so ein schöner Nachmittag wird.“ Dabei steht das Beste sogar noch aus: Der gemeinsame Genuss des selbstgekochten Menüs.