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Feuerwehr wird immer intensiver gefordert

mkj; 10. Mar 2013, 20:58 Uhr
Bilder: Michael Kleinjung --- Die Neustädter Feuerwehr ehrte bei der Jahresdienstbesprechung auch ihre langjährigen Mitglieder, darunter Oberbrandmeister Reiner Wahlefeld vom Löschzug Bergneustadt, Unterbrandmeister Erich Jung und Ehrenmitglied Hans Gert Baumhof von der Löschgruppe Othetal für 60 Jahre Mitgliedschaft.
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Feuerwehr wird immer intensiver gefordert

mkj; 10. Mar 2013, 20:58 Uhr
Bergneustadt - Die gelebte Kameradschaft der Wehren aus Gummersbach und Bergneustadt stand im Mittelpunkt der Jahresdienstbesprechung im Krawinkelsaal - Zu 172 Einsätzen musste eine zu kleine Mannschaft in 2012 ausrücken.
Von Michael Kleinjung

Wie ein roter Faden zog sich der Großbrand in der vergangenen Woche in Derschlag bei "Lenneper Leuchten" durch die Jahresdienstbesprechung der Neustädter Feuerwehr. Von allen Seiten wurde dabei eine positive Bilanz der hervorragenden Kooperation der beteiligten Wehren gezogen.

[Michael Stricker lobte die Zusammenarbeit mit der benachbarten Wehr aus Gummersbach.]

Darunter im Besonderen die seit einigen Jahren bestehende, sehr enge Freundschaft der Neustädter Wehr mit den Kameraden aus Gummersbach. „Über die zukünftige Zusammenarbeit mache ich mir keine Sorgen. Detlef Hayer hat schon einen Schlüssel für mein Wohnzimmer“, begrüßte Neustadts Wehrführer Michael Stricker den Gummersbacher Leiter der Feuerwehr. „Wir haben das Prinzip der kameradschaftlichen Zusammenarbeit verstanden, um gemeinsame Ziele zu entwickeln und umzusetzen“.  

„Wenn in Bergneustadt Stadtalarm gegeben wird, bin ich schon mit einer Einheit unterwegs, um die Grundsicherung in Bergneustadt zu gewährleisten“, konterte Hayer in den Grußworten seinen Neustädter Kollegen und brachte auch den Dank von Gummersbachs Bürgermeister Frank Helmenstein für die zuletzt geleistete Hilfe mit.    

„Weiter, weiter, immer weiter“, waren auch die Grußworte von Sparkassendirektor Frank Grebe, frei nach einem Zitat von Fußballtorwart Oliver Kahn an die Neustädter Feuerwehr und die Gummersbacher Gäste in Bezug auf die hervorragende Zusammenarbeit gerichtet. Mit im Gepäck hatte Grebe zudem dringend benötigtes Kleingeld. Es ging dabei um die Übergabe und Einführung neuer Dienstkleidung für die 131 im aktiven Dienst stehenden Kameraden. Nach einem Runderlass des Innenministeriums von 2009 wurde eine neue Uniform für die Feuerwehr in NRW eingeführt. „Bei uns stand nun auch die Umsetzung dieses Erlasses an“, so Stricker. „Dank der Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt, die den großartigen finanziellen Beitrag in Höhe von 20.000 € beigefügt hat, konnten wir nun auch die Uniformen beschaffen“. Strickers Dank für die finanzielle Unterstützung ging dabei auch an den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr, der diese Anschaffung mit einem Betrag von 8.000 € unterstützte.

„Somit haben die Ehrenamtler eine finanzielle Bezuschussung für die Pflichtaufgabe der Stadt zusammen mit der Beschaffung des neuen Gerätewagen Logistik für die Einheit Kleinwiedenest mit einem Beitrag in Höhe von insgesamt rund 34.000 € geleistet“, so Stricker. Sein Dank ging auch an die Bürger der Stadt, die jedes Jahr die Feuerwehr bei den Haussammlungen herzlich empfangen und tatkräftig unterstützen.

[Nur durch die großzügige Spende der Sparkasse konnten die neuen Uniformen angeschafft werden.]

Es wurde natürlich auch eine Bilanz des vergangenen Jahres gezogen. Insgesamt wurden 172 Einsätze abgeleistet, davon 50 Brandeinsätze, 101 Hilfeleistungen, 17 Fehlalarme und vier sonstige Einsätze. „Die Anzahl der Brandeinsätze stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an“, fasst es Stricker zusammen. „Gründe hierfür waren meist Fahrlässigkeit oder technische Defekte gewesen“. Auch die Anzahl der Hilfeleistungseinsätze war im Jahr 2012 stark angestiegen. Grund hierfür war eine Unwetterlage am 27. Juli 2012. Hier waren alle Einheiten im Einsatz, die insgesamt 35 Einsatzstellen innerhalb von vier Stunden abgearbeitet hatten. Zusammen wurden 2013 36.372 Stunden durch die Feuerwehr Bergneustadt abgeleistet. Darin enthalten sind 9.431 Kameradschaftsstunden, die in Ausbildung, Übungen und Arbeitsdiensten abgeleistet werden.

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Ein Wermutstropfen der Neustädter Feuerwehr ist momentan deren Personalstand. Nach Berechnung des Personalbedarfs fehlen in der Feuerwehr Bergneustadt 58 Einsatzkräfte. „Es ist wichtig, was hier passiert“, äußert sich auch Bürgermeister Gerhard Halbe zur Sache. „Muss sich die Feuerwehr zukünftig selber finanzieren“, stellte er die Frage angesichts des Haushaltssanierungsplanes. „Das ist nicht der Weg, der zielführend ist. Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr ist auch nicht schlechter als die der professionellen." Es sei nicht bereit, den Sparhebel gerade bei der Feuerwehr anzusetzen.

Jugendwehrwart Stefan Opitz berichtete über die Aktivitäten des Nachwuchs im vergangenen Jahr mit dem Höhepunkt der Ausrichtung des Jugendfeuerwehrzeltlagers des Oberbergischen Kreises in Wiedenest, dessen Vorbereitungen fast zwei Jahre gedauert hatten. „Die Arbeit hat uns allen Spaß gemacht und das Ergebnis konnte sich absolut sehen lassen." Den Nachmittag begleitete musikalisch der Musikzug der Neustädter Feuerwehr unter der Leitung von Heinz Rehring.

Alle Ehrungen und Beförderungen in der Übersicht.